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Märtyrer des Monats für März 2026

Giovanni Fausti wurde am 19. Oktober 1899 in dem lombardischen Ort Brozzo nahe Brescia als Ältester von zwölf Geschwistern geboren. Schon früh zeichnete er sich durch Glaubenstiefe aus und fiel durch seine Begabungen auf; ein Onkel, der selbst Priester war, unterstützte seine Berufung.

Während seiner Schulzeit freundete sich Fausti mit dem nur zwei Jahre älteren Giovanni Battista Montini an, dem späteren Papst Paul VI. (1897 bis 1978). Nachdem Fausti das Priesterseminar in Brescia besucht, im Ersten Weltkrieg Militärdienst geleistet und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom ein Studium der Theologie absolviert hatte, empfing er bereits im Alter von 22 Jahren aufgrund einer besonderen Erlaubnis am 9. Juli 1922 die Priesterweihe; zwei Jahre darauf trat er in das Noviziat der Jesuiten ein.

Im Jahr 1929 entsandte ihn sein Orden nach Albanien, das seit den beiden Tirana-Pakten 1926 und 1927 eng mit Italien verflochten war. Dort durfte Fausti im Norden in der Stadt Shkodra (auf Albanisch Shkodër) als Dozent das Fach Philosophie am Priesterseminar lehren.

Er kehrte jedoch 1932 nach Italien zurück, wo er sich ärztlicher Behandlungen unterziehen musste und wiederum zu einer Lehrtätigkeit berufen wurde. Im lombardischen Mantua übertrug ihm sein Orden die Leitung der örtlichen Jesuitenkommunität.

Im Jahr 1942 ging Fausti zurück nach Albanien. In Shkodra wirkte er als Rektor des Seminars. In dieser Phase bemühte er sich besonders um einen interreligiösen Dialog mit den Muslimen, die in Albanien die Bevölkerungsmehrheit ausmachen.

Es ist überliefert, dass dem Priester auch besonders die Hilfe für Notleidende am Herzen lag, ungeachtet ihrer religiösen oder nationalen Zugehörigkeit. Albanien war von 1939 bis September 1943 unter italienischer Okkupation; danach besetzten Einheiten der deutschen Wehrmacht bis Herbst 1944 das Balkanland.

Am 11. Januar 1946 rief Enver Hoxha, Vorsitzender der Kommunistischen Partei, die Sozialistische Volksrepublik Albanien aus und blieb deren Staats- und Parteichef bis zu seinem Tod im April 1985.

Aufgrund seines Engagements aus dem Glauben heraus geriet der Jesuit schließlich ins Fadenkreuz der kommunistisch-atheistischen Diktatur. Am 31. Dezember 1945 wurde er aufgrund von Vorwürfen wie „Spionagetätigkeit für den Vatikan“ und „Verrat Albaniens“ festgenommen.

In einem Schauprozess wurden er und weitere Angeklagte am 22. Februar 1946 zum Tode verurteilt.

Die Bestätigung des Urteils durch Enver Hoxha traf am 2. März 1946 vor Ort ein. Zwei Tage darauf wurde Pater Giovanni Fausti um sechs Uhr morgens zusammen mit sechs weiteren Gläubigen – mit Pater Daniel Dajani, einem weiteren Priester, einem Seminaristen und drei katholischen Laien – bei einem Friedhof in der Nähe von Shkodra durch ein Erschießungskommando hingerichtet. Die Beisetzung erfolgte in einem Massengrab.

Die letzten Worte Pater Faustis, der seine Mitverurteilten mit der Hoffnung, die er aus seinem Glauben schöpfte, zu trösten versuchte, sind wie folgt überliefert: „Ich bin darüber glücklich, in der Ausübung meiner Pflicht zu sterben. Grüßt die Jesuiten, die Diakone, Priester und den Erzbischof von mir.“

Ein letzter Ausruf erschallte von allen Verurteilten zusammen an der Hinrichtungsstätte: „Es lebe Christus, der König, es lebe Albanien!“

Am 5. November 2016 wurde Pater Fausti zusammen mit 37 weiteren Märtyrern Albaniens von Kardinal Angelo Amato in der Kathedrale von Shkodra seliggesprochen.

Walter Flick/ Redaktion: Michaela Koller

Erstveröffentlichung hier: https://stephanus-stiftung.org/giovanni-fausti-tiefglaeubig-und-hoffnungsfroh-warb-er-fuer-verstaendigung/

Quellen: Erzbistum Shkodra-Pult / Gesellschaft Jesu (Porträtfoto)

Titelbild: Evita Gründler

Kommentare

2 Kommentare

  1. Ob Jesus Christus sie selbst als „Seine Gesellschaft“ bezeichnen würde, die Jesuiten? Nie im Leben! Das waren immer die Schlimmsten….Wölfe in Schafspelzen…Jahrhundertelang verboten.

    1. Guten Tag,
      das sind lächerliche Vorurteile von erzprotestantischer Seite.
      Der Blutzoll der Jesuiten in der NS-Diktatur war besonders hoch unter allen katholischen Orden – ähnliches gilt für Jesuiten-Märtyrer unter dem Kommunismus wie diesem seligen Fausto.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

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