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Sind bürgerliche Tugenden wieder im Kommen?

Ist die Ära der „Ichlinge“ zu Ende?

Der SWR 2 brachte am 26. Dezember 2010 eine interessante Radiosendung von Prof. Horst W. Opaschowski unter dem Titel „Ichlinge sind out“.

Demnach ist  –  jüngsten Untersuchungen zufolge  –  das Zeitalter einer überzogenen „Selbstverwirklichung“ ziemlich vorbei, hat zumindest den Höhepunkt hinter sich   – und ein neues Bewußtsein für „bürgerliche Tugenden“ und soziale Werte scheint zu begnnen.

Gerade aufgrund einer zunehmend krisenhaften Weltlage wollen die Menschen wieder mehr zusammenrücken und sich auf zuverlässige Grundsätze und Institutionen stützen, wozu vor allem die Familie gehört, die in Umfragen so hoch im Kurs steht wie noch nie (auch in der Shell-Jugendstudie).

Die „Institution Familie“ ist offenbar beileibe kein Auslaufmodell, wie sich das die 68er einst erträumt hatten  –  sie ist  vielmehr  d e r  Hoffnungsträger von morgen, der wichtigste „soziale Kitt“ überhaupt.

Inwieweit sich diese Gesinnung bei den Bürgern vom Kopf in tragfähiges Verhalten, in  T a t e n  umsetzt, steht freilich auf einem anderen Blatt. Insofern sollte man besser nicht zu früh jubeln.
Aber jede Verhaltensänderung beginnt immerhin mit der inneren Haltung  – und diese wird offenbar immer wertebewußter – abseits einer linken Emanzipations-Ideologie.

Im Trend sind nicht mehr wie ab 1968 Schlagworte wie „Selbstverwirklichung“, „Selbstbewußtsein“, „Kritikfähigkeit“ und ähnliches, sondern eher bürgerlich-konservativ geprägte V-Tugenden wie Verläßlichkeit, Vertrauen, Verantwortung.

Eines ist freilich klar:
Bürgerlichkeit ist nicht identisch mit „Christlichkeit“ – diese steht einige Stufen höher bzw auf einer anderen Ebene als das „Nur-Bürgerliche“.

Aber klar ist vom Praktischen her gesehen auch:
Ohne bürgerliche Tugenden ist an christliche Gebote und Ideale überhaupt nicht zu denken. Eine Treppe nach oben fängt nicht in der Luft an, sondern beginnt mit der ersten Stufe.

Oder wie es die katholische Theologie seit eh und je erklärt: Die Gnade baut auf der Natur auf und vollendet sie.

Zwischen den Zehn Geboten und  „bürgerlichen Werten“ besteht ein gewisser Zusammenhang, wenngleich die göttlichen Gebote inhaltsreicher und anspruchsvoller sind als die nur-menschliche Tugenden.

Die neue Entwicklung ist jedenfalls zu begrüßen  – und sie bieten eine Chance für Christentum und Kirche, auf dem Fundament bürgerlich-konservativer Tugenden auf Gott und seine ewig-gültigen Gebote hinzuweisen.

Gerade diese sind es ja, die auch die bürgerlichen Werte schützen, zB. „Du sollst nicht stehlen!“, „Du sollst nicht ehebrechen““, „Du sollst nicht morden!“, „Du sollst nicht lügen!“, „Du sollst Vater und Mutter ehren!“ –  „Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Frau!“  –  „Du sollst nicht begehren Deines Nächsten Hab und Gut!“

Die Zehn Gebote sind das ewige Gesetz Gottes  – und eine zeitlose Richtschnur für alle Menschen.  

Felizitas Küble, Vorsitzende des Christoferuswerks eV

Hier folgt das Manuskript der erwähnten Radiosendung:

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen//id=7067220/property=download/nid=660374/11idbfo/swr2-wissen-20101226.pdf

 

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