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Skandal in Münster: Bild einer nackten „Venus“ hinter dem Tabernakel

Von Felizitas Küble

In der Liebfrauen-Kirche in Münster  – unweit des Doms gelegen und im Volksmund auch Überwasser-Kirche genannt  –  läuft ausgerechnet in der Fastenzeit eine teils sehr gewöhnungsbedürftige Künstler-Ausstellung unter dem Motto  „Ohne Berechnung“, was immer das in diesem Kontext heißen mag.

Vor der Kirche ist ein großes Werbeplakat für die Aktion aufgestellt worden (siehe Foto oben).

Manches an den präsentierten Gegenständen wirkt eher albern, z.B. die kuriosen Kissen in einigen Kirchenbänken, einiges erscheint ziemlich makaber, etwa die fast gespensterhaft aussehende Stoff-Grafik eines Leichnams, äußerst grenzwertig sodann eine halbnackte Frau in einem Gemälde direkt über einem Eingangsfenster.

Aber diese Kuriosa – über die man vielleicht noch diskutieren könnte, obwohl sie aus meiner Sicht nicht in ein Gotteshaus passen – werden erheblich übertroffen von einem Vorgang, über den zahlreiche Gläubige in und außerhalb der Pfarrei Liebfrauen-Überwasser entsetzt reagieren, darunter auch Priester.

Direkt hinter dem Tabernakel wurde im Rahmen dieser Ausstellung das Bild einer splitterfasernackten Frau aufgehängt, die sich gerade ihre Strumpfhosen auszieht.

Wer also zu Christus vor dem Allerheiligsten beten und IHN anbeten möchte, kommt  – ob er will oder nicht – kaum daran vorbei, auf diese Nackedei zu schauen, was selbstverständlich von einer innigen Andacht ablenkt und in den Gläubigen starke Irritationen hervorruft.

Solch ein Bild in einem Museum wäre nicht der Rede wert, aber nicht in einen Gotthaus und schon gar nicht in direkter Sichtweise zum Altarsakrament.

Wir drucken unser Foto lediglich zu Dokumentationszwecken ziemlich klein ab, um durch ein Großbild keine indirekte Werbung zu betreiben.

Unter dem Gemälde lagen Zettel aus, in denen folgendes „erläutert“ wurde:

Stumpfhosenvenus oder die Lichtfüßigkeit der Seele

Eine mittelalterliche Miniatur aus einem armenischen Kloster bei Venedig inspirierte Susanne von Bülow zu der hier vorliegenden Arbeit. In dieser Miniatur schwebt eine kleine Figur in lasierendem Grau bekleidet mit fast transparenten strumpfähnlichen Kleidungsstücken über dem Boden und bleibt der Künstlerin als beschriebene LEICHTFÜSSIGKEIT DER SEELE über viele Jahre in Erinnerung, bis sie in dem Abdruck einer Feinstrumpfhose das Thema zu einer eigenen Leichtfüßigkeit anregt.

So entsteht die Strumpfhosenvenus als eine eigenwillige Version – einer Kombination aus dem Venusmotiv und der italienischen Miniatur über leichtfüssige Seelen. Wenn die Venus als die aus dem Meer stammende – als Schaumgeborene – bezeichnet wird, so entsteigt sie in von Bülows Arbeit einer Strumpfhose, die anstelle von Wellen von Faltenwürfen umgeben ist.

Die Nacktheit der Figur steht dabei für Naivität und Freiheit.

Erstens fragt man sich, was eine Göttin der erotischen Liebe aus der Römerzeit – wobei es die Venus im antiken Griechenland bereits als Göttin Aphrodite gab – mit unserem christlichen Glauben zu tun hat. Wollen wir jetzt etwa positiv an heidnische Fruchtbarkeitsgöttinen anknüpfen? Wo bleibt da noch das 1. Gebot: Du sollst keine anderen Götter haben neben mir!

Zweitens: Die Nacktheit der Figur stehe für „Naivität und Freiheit“, heißt es naiv-tuend. Das mag fürs Schlafzimmer gelten, aber nicht für einen Kirchenraum, einmal abgesehen davon, daß auch die ältesten Stämme aus dem Urwald selten völlig nackt herumgelaufen sind  – und mit zunehmender Zivilisation nimmt auch die Kleidungkultur zu.

Die Plazierung des Bildes widerspricht drittens der Würde der Frau – und die Besucher werden wohl weitgehend den Eindruck bekommen, als sei diese Würde und Wertschätzung der Frau in der Kirche nichts mehr wert – wenn man eine nackte Göttin in direkte Tabernakelnähe setzt.

Sodann fragt man sich viertens, ob die Verantwortlichen derzeit keine anderen Sorgen haben, als das Kirchengeld dafür zu verplempern  – und das ausgerechnet in der Fastenzeit. Wäre es nicht etwa für die Sorge um echte Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine, die es auch in Münster gibt, besser aufgehoben?!

Der Oberhirte von Münster, Dr. Felix Genn, residiert nur wenig entfernt von dieser Ausstellung in seinem Bischofspalais, das sich zwischen Dom und Überwasserkirche befindet. Warum schreitet der Bischof nicht gegen eine solche skandalöse Entweihung dieses Gotthauses ein?!

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Kommentare

12 Antworten

  1. Adam und Eva, die nur Feigenblatt bedeckt waren, fanden überall Akzeptanz. Es gibt jedoch Bereiche, wo es einfach nicht passt.
    Meine Schwiegereltern hatten damals ein Abonnement für die Oper in Hamburg.
    Dann sagte meine Schwiegermutter, sie geht da nicht mehr hin. Es gäbe immer eine Darstellung, wo plötzlich ein Nackter auf der Bühne rum gesprungen sei.
    Es gibt Bereiche, da möchte ich auch lieber geschmückte Menschen sehen.

  2. >modernchrist

    „Einmal sah ich in unserem Pfarrheim Plakate an der Wand, die angeblich Firmlinge gemalt hatten. Darunter nackte Penisse, erigiert, Hodensäcke und manches mehr. … Ist in dem Tabernakel womöglich noch das Allerheiligste? Dann wäre das ein besonderes Sakrileg! Lassen sich diese Leute denn alles gefallen? Es könnte ja einem „Künstler“ einfallen, Hundekacke vor den Tabernakel oder Altar zu legen! Wo bleibt denn da der gesunde Menschenverstand. Ausserdem zieht sich keine Frau nackt die Strumpfhose an, sie hat eine Unterhose normalerweise zuerst an!“ modernchrist<, eine treffliche Chiffre für den noch frommen Kirchgänger, empört sich (zurecht!) über den allgemeinen Ausverkauf in seinem Tante-Emma-Laden.
    Im Falle der "Ausstellung" in der Überwasserkirche zu Münster hätte ihn der Hinweis "Ohne Bezahlung" auf dem Werbeplakat am Eingang warnen können, was ihn in der entweihten Kaufshalle erwartet. Vielleicht wäre in ihm das fromme Entsetzen ab-gedämpft worden, wenn er sich im Netz über den "künstlerischen Veranstalter" schlau gemacht hätte: Klassen einer Bischöflichen Schule. Ergänze: Lehrer und Schüler einer Schule aus einem Parallelbistum, das auf seinem Schul-Profil den allgemeinen Anspruch erhebt "katholisch" zu sein. Der Kontext lässt erraten, was das heißt: natürlich
    Na, also. Am Palmsonntag ist der Scherz wieder vorbei. Da wird das Andenken dessen gefeiert, der auf einem Esel in seine Stadt einritt.

  3. Jeder hat das Recht, dieses Bild sofort abzuhängen! Das nennt man Zivilcourage. Einmal sah ich in unserem Pfarrheim Plakate an der Wand, die angeblich Firmlinge gemalt hatten. Darunter nackte Penisse, erigiert, Hodensäcke und manches mehr. Als ich im Pfarrheim war und dies sah, nahm ich diese großen Plakate sofort ab und legte sie zusammengelegt in die Küche. Auf die empörte Nachfrage erklärte ich, hier gingen auch Kinder aus und ein (das trifft doch auch auf diese Kirche in Münster zu!) und solches ginge hier nicht. Basta! Ist in dem Tabernakel womöglich noch das Allerheiligste? Dann wäre das ein besonderes Sakrileg! Lassen sich diese Leute denn alles gefallen? Es könnte ja einem „Künstler“ einfallen, Hundekacke vor den Tabernakel oder Altar zu legen! Wo bleibt denn da der gesunde Menschenverstand. Ausserdem zieht sich keine Frau nackt die Strumpfhose an, sie hat eine Unterhose normalerweise zuerst an!

  4. Warum diese Aufregung? Nackt? Sagt man dazu nicht auch „wie Gott ihn/sie schuf“? Anstößig ist Nacktheit nur, wenn sie aufreizend, obszön dargestellt wird, aber dazu kann sich der Leser leider keine Meinung bilden, weil dazu die Abbildung fehlt – und extra dorthin zu fahren wäre wohl zu viel des Aufwands.

    1. https://www.kath.net/news/78021

      .. wie Gott sie schuf, bezieht sich auf vor dem Sündenfall. Danach schuf Gott Seinen Geschöpfen Kleidung – nämlich aus Tierfellen … denn das Feigenblatt genügte nicht.

      Die Katholische Kirche schafft sich ab. Zumindest die deutsche, ein Großteil .. die anderen, Konservativen werden ausgegrenzt und abgeschoben, mir so geschehen.
      Mit denen will man nichts zu tun haben, nennt sich dann aber Toleranz.

      Es lohnt eigentlich kaum noch, darüber zu reden, bzw zu versuchen, mit den Synodalen usw ins Gespräch zu kommen. Und sie der Sünde zu überführen, sie sind dermaßen von sich überzeugt .. das ist nur noch Zeitverschwendung und nervt. Im Himmel wirds nur Freiwillige geben, man kann niemanden zu seinem Glück zwingen.

      1. Also, ich finde es immer spaßig, wenn Leute genau wissen wollen, was ER wohl gemeint hat.
        Manche Völker in klimatisch günstigeren Gegenden belassen es bis heute beim Lendenschurz und wie überheblich müsste man sein, die alle für amoralisch, also „sündig“ zu halten.
        Meinen Sie nicht, dass man all die alten Texte einmal „upgraden“ müsste? Schließlich sind sie alle formuliert worden, was man noch meinte. die Erde sei eine Scheibe und man sicher war, dass sich die Sonne um die Erde dreht und die der Mittelpunkt des Universums sei. 🙂

    2. Sie könne ja gerne nackt durchs Leben spazieren….was bis zu einem gewissen Alter und im Sommer für die männlichen Betrachter durchaus reizvoll sein kann. Für den Winter rate ich davon ab. Ich persönlich ziehe es vor, dass sich meine Frau so kleidet, um keinen Anstoss zu erregen, sie selber sieht das natürlich genauso.

      1. Wunderbar! Wenn jede(r) so rumläuft, wie er/sie es mag und für richtig hält, und wenn alle einfach weg schauen, wenn es ihnen nicht gefällt, dann ist doch alles und für alle in Ordnung. 🙂

  5. „Wir drucken unser Foto lediglich zu Dokumentationszwecken ziemlich klein ab, um durch ein Großbild keine indirekte Werbung zu betreiben.“

    Schade!

  6. Warum wird dieses Bild nicht einfach von dem zuständigen „Hausherrn“ abgehängt? Er muss das in „seinem“ Haus nicht dulden!!!
    Nur Mut. Ein Gotteshaus ist kein Ort für solche Bilder.
    Außerdem kann ja im Vorhinein besprochen werden, welche Werke ausgestellt werden!!

  7. Eine absolut verrohte, verblödete und geschmacklose Zeit – der „Zeitgeist“, in dem wir leben. Schärfen und stärken WIR umso mehr unsere WERTE, unsere MENSCHLICHKEIT, Gottesfurcht, Miteinander. ….
    Herr, erbarme Dich!

  8. Wie kann man nur so ein Bild in einer Kirche aufhängen.
    Es fehlt das Feingefühl für den sakralen Raum.
    Skandalös: Beter müssen notgedrungen nun auf dieses Bild schauen.

    Diese Ausstellung gehört in ein Museum. Raus aus dem Kirchenraum.
    Mögen sie uns verklemmt nennen.
    In diesem Fall ist es zum Fremdschämen.
    Wenn sich irgendetwas dagegen regt, bin ich dabei. Ob Petion oder Beschwerde bei dem Seelsorgeteam.

    Im letzten Jahr gab es bei uns zu Ostern auch so ein „gotteslästerliches“ Focus-Projekt. In diesem Jahr wollte man es wiederholen, aber durch Protest wurde es in diesem Jahr nicht durchgezogen.

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