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Strategie gegen Mütter: Von der Teilzeit-Chance zur „Teilzeitfalle“

Von Birgit Kelle (Leiterin von Frau 2000plus)

Vollzeit, Teilzeit – ich würde mal sagen: Macht mal Halbzeit!   –  In der Debatte um die Rechte von Müttern, die nach der Kinderpause (Pause, auch so ein Begriff wie übrigens auch Erziehungsurlaub  –  als würde man Pause machen oder Urlaub, wenn man den ganzen Tag mit kleinen Kindern beschäftigt ist) wieder in den Beruf einsteigen wollen, hat sich erneut eine Kehrtwende vollzogen.

Birgit Kelle
Birgit Kelle 

Kämpfte man noch vor wenigen Jahren darum, dass Mütter ein RECHT AUF TEILZEIT bekommen, damit sie nicht gleich Vollzeit wieder einsteigen müssen und so die Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie auch mit kleinen Kindern hinbekommen, so hat sich heute das Blatt gewendet.

Einen Anlass gibt es dazu eigentlich nicht. Nach wie vor bestätigen alle Umfragen, auch die des Familienministeriums selbst, dass Mütter und Väter gerne mehr Zeit mit den Kindern verbringen wollen, dass sie möglichst erst Teilzeit wieder einsteigen wollen, um das Stück für Stück weiter auszubauen, wenn die Kinder eigenständiger und älter werden.

Jetzt haben sich allerdings Arbeitsministerin von der Leyen und Familienministerin Schröder zusammen getan und fordern das RECHT AUF VOLLZEIT für Mütter, die wieder in den Beruf einsteigen wollen. Gerne wird dabei von der „Teilzeit-Falle“ geredet, die man überwinden müsse. Gemeint ist die Tatsache, dass Frauen, die Teilzeit erwerbstätig sind, zu wenig Rentenansprüche erwerben und damit in die Altersarmut rutschen.

Merken Sie etwas? Auch hier wird stringent das Schema durchgezogen, Altersarmut könne nur durch mehr Erwerbstätigkeit gelöst werden, nicht etwa durch Honorierung auf anderem Wege.

Wieder mal ein Schelm, der Böses dabei denkt. Warum fordert man eigentlich etwas, was die meisten Mütter gar nicht wollen? Wem nützt es? Den Müttern jedenfalls nicht.

Aber es passt natürlich ins Schema. Wenn wir jetzt den Rechtsanspruch auf der Krippenplatz haben, dann sollen die Mütter auch gefälligst wieder Vollzeit erwerbstätig sein. Irgendjemand muss ja mit seinen Steuern die Kosten für die Krippenbetreuung wieder reinholen.

Lesen Sie dazu den folgenden Beitrag in der FAZ „Frauen in der Falle“ – ein Ausschnitt:

„Kanzlerin Angela Merkel wirbt vor Arbeitgebern und Gewerkschaften für ein familienfreundlicheres Arbeitsleben. Anders als ihre Ministerinnen für Arbeit und Familie, Ursula von der Leyen und Kristina Schröder, macht sie sich jedoch nicht den SPD-Vorschlag zu eigen, Teilzeitbeschäftigten einen Rechtsanspruch auf Rückkehr in Vollzeit zu gewähren. Von der Leyen und Schröder wollen damit (nach der Wahl) Mütter „aus der Teilzeitfalle“ holen. Doch neuer Zwang führt nicht ans Ziel.“

Den ganzen Beitrag finden Sie hier: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/familienpolitik-frauen-in-der-falle-12111904.html

Kommentare

3 Antworten

  1. Merken Sie etwas? Auch hier wird stringent das Schema durchgezogen, Altersarmut könne nur durch mehr Erwerbstätigkeit gelöst werden, nicht etwa durch Honorierung auf anderem Wege.

    Sie werden doch hier nicht so sozialistischen Ideen wie einem bedingungslosen Grundeinkommen, wie es der Sozialromantiker Götz Werner entworfen hat, das Wort reden?

    1. Guten Tag,
      eine stärkere staatliche Förderung der Familien, wie sie auch das Bundesverfassungsgericht seit langem anmahnt, hat mit einem „bedingungslosen Grundeinkommen“ nichts zu tun, zumal eine Bedingung hier ja schon mal das Erziehen von Kindern wäre. Im übrigen hat der Sozialismus mit einer Unterstützung der bürgerlichen Familie sowieso nichts am Hut.
      Freundlichen Gruß!
      Felizitas Küble

  2. Ich sag das jetzt mal einfach so.
    Kinder sind anstrengend, auch und gerade dann wenn sie schon so groß sind, dass sie in der Pubertät sind,
    Mutter sein ist ein Vollzeitjob, solange da Kinder im Haus sind.
    Man könnte die Sache mit der Altersarmut leicht beseitigen, wenn man die Jahre zuHause als Rentenanspruch gelten lässt,

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