Von Felizitas Küble
Das Gospel-Forum in Stuttgart ist die größe evangelisch-freikirchliche Gemeinde in Deutschland mit einem eigenen Gebetshaus und einem breit aufgestellten Leitungsteam aus männlichen und weiblichen Pastoren und Predigern: https://www.gospel-forum.de/ueber-uns
Die vom Halleluja geprägte Gemeinde steht unter der Leitung der Eheleute Peter und Sabine Wenz.
Das Gospel-Forum zählt sich zur charismatischen Bewegung, feiert „Heilungen“, lädt auf ihrer Internetseite zur Gotteserfahrungen mit „moderner Musik“ ein, wie dies beim sog. „Lobpreis“ mit teils popigen, teils rockigen Rhythmen üblich ist. 
Unser TITELBILD zeigt einen entsprechenden Ausschnitt aus der Webseite dieser Gemeinde, die von Stuttgart aus das Reich Gottes aufbauen will und eine „neue Reformation in Kirche und Gesellschaft durch die Kraft des Heiligen Geistes“ herbeiwünscht.
Natürlich wimmelt es dort von „Events“ und sonstigen Superlativen. Für den 13. Oktober 2024 kann man sich zum „Prophetischen Gebet“ anmelden, denn merke: Selbst die Geistesgabe der Prophetie fällt nicht vom Himmel, sondern kann erlernt werden, sei es durch einen Kurs oder das Pfadfinder-Motto „Learning by doing“ (Lernen durch Tun).
Vor fünf Jahren kam das Gospel-Forum mehrfach ins Gerede, nachdem sich ein erheblicher Teil der Mega-Gemeinde abgespalten hat und eine eigene Gemeinschaft in Stuttgart gründete. Aussteiger berichteten von sektenähnlichen Strukturen und spirituellen Übergriffen.
Hauptpastor Peter Wenz – so beklagten führende Mitglieder – erweise sich als nicht kritikfähig und selbstherrlich. Statt mit Sachargumenten reagiere er mit Drohungen auf Beschwerden. (Auch in den Kommentaren auf unserem Blog melden sich seit Jahren mehrere Betroffene.)
Wenz kommt aus der Pfingstbewegung. Unter seiner Regie hat sich die einstmalige „Biblische Glaubens-Gemeinde“ in Gospel-Forum umbenannt und – rein äußerlich betrachtet – erfolgreich fortentwickelt, was auch mit dem emotionalen Stil seiner Predigten und der Lobpreis-Popmusik in seinen Gottesdiensten zu tun hat. 
Vor den wundersüchtigen Holy-Spirit-Nights des Gospel-Forums haben evangelische Sekten- und Weltanschauungs-Experten allerdings bereits im Jahre 2016 gewarnt: https://christlichesforum.info/evangelischer-sektenbeauftragter-warnt-vor-charismatischen-holy-spirit-nights/
Typisch für die schwarmgeistige Szene sind „Feuer-Konferenzen“, wobei neuerdings gerade in diesen Kreisen gerne auf englisch formuliert wird. Kürzlich tagte in Stuttgart das „Fire Festival“ des Gospel-Forums mit mehreren tausend Besuchern. Verbunden war der „Event“ mit einem „Marsch für Jesus“ durch die Stuttgarter Innenstadt.
Bei solch euphorischen Mega-Ereignissen fehlt selten der katholische Theologe Dr. Johannes Hartl, Gründer und Leiter des charismatischen Gebetshauses in Augsburg, der sich während der Coronakrise ziemlich angepaßt geäußert hat.
Auch er hielt eine Ansprache auf dem Fire-Festival, passenderweise während der „Prophetic Prayer Night“ (Prophetischen Gebets-Nacht). Auf Youtube wurde Hartls Rede ausgestrahlt, wobei das Echo von Leserkommentaren ebenso vielsagend wie aufschlußreich ist:
So schreibt „t.h.w…“ ganz euphorisch: „Ich liebe Dich, Johannes! Du bringst es dermaßen genial auf den Punkt. Gott sei die Ehre für Sein Werk in Dir und durch Dich! Danke, danke danke!“ 
Und „KlausForster1070“ hat zwar auch eine „starke Salbung“ von der Feuerkonferenz erhalten, ist aber mit Hartls politischer Positionierung nicht einverstanden:
„Weshalb polarisiert Johannes Hartl mit seinen Aussagen etwa zu Trump oder AfD? Dies sind politische Themen, über die es auch bei geisterfüllten Christen unterschiedliche Meinungen gibt.
Das kann er sich sparen und sich lieber voll und ganz auf unsern Herrn und Heiland, Retter und Erlöser Jesus Christus, unseren liebenden Vater und seinen Heiligen Geist konzentrieren. Ich war von Mittwoch bis Samstag auf der HSN. Sooooo stark und gesalbt.“





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11 Kommentare
Shalom Aleichem,
jedenfalls sollten wir wachsam sein.
Mich beschäftigt schon in dem Fall die Bibelstelle Matthäus 7:22-23
Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage : HERR HERR, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt , haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben und haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan?
Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch nie gekannt; weichet alle von mir , ihr Übeltäter!
Matthäus 12:50 „denn wer den Willen meines himmlischen Vaters tut , der ist mein Bruder und Schwester und Mutter. „
Der Wille des Vaters ist, dass wir die Liebe leben.
Es genügt nicht, wenn wir gegen etwas sind z. B. „Hass und Hetze „. Diese Begriffe werden nur zur Spaltung benutzt nach dem Motto ; wir sind die Guten, ihr seid die Bösen.
Jesus Christus ist gekommen, damit wir Leben haben aus Liebe und Gnade. Nicht weil wir gegen Hass und Hetze sind oder mit guten Werken einen Wettlauf mit anderen haben. Die Quelle des Lebens und der Liebe ist immer nur ein und dieselbe Quelle. Jeder, der gute Früchte trägt, hat diese aus der Quelle der Liebe. Die Frucht des Geistes ist Liebe , Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue , Sanftmut, Selbstbeherrschung.
Die aber Christus angehören, die haben das Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Lüsten. – Galaterbrief 5:22-26.
Ich glaube auch, dass Jesus Christus auch heute heilt, der Unterschied ist, ob die Heilung auch anhält. Man spricht in der Medizin vom Placebo-Effekt, wenn die Heilung innerhalb von 6 Monaten wieder rückgängig ist.
Schon im alten Testament gab es Anweisungen, wie ein Mensch sich verhalten soll, um gesund zu sein:
Spr. 15;13 Ein fröhliches Herz macht das Gesicht heiter, / Kummer im Herzen bedrückt das Gemüt.
Spr. 15,15 Der Bedrückte hat lauter böse Tage, / der Frohgemute hat ständig Feiertage.
Sr. 17,22 Ein fröhliches Herz tut dem Leib wohl, / ein bedrücktes Gemüt lässt die Glieder verdorren.
Galater 5:13
„Ihr seid zur Freiheit berufen , meine Brüder ! Nur benutzt die Freiheit nicht als Freibrief für das eigene Ich , sondern dienst einender in Liebe. “
„Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart.“
Cessationismus – der Notausstieg für Ungläubige
https://hauszellengemeinde.de/cessationismus-notausstieg/
Die „Gesalbten“ sollen aufpassen, dass sie vor lauter Salbe nicht ausrutschen!
Komisch, während der „Pandemie“ war nix mit Feuer, Geist und Heilungsgeschrei. Da herrschte in diesen Kreisen pure Angst. Aus dem Fire-Festival wurde blinde Staatshörigkeit. Man erzählt in diesen Kreisen so gerne Wundergeschichten aus der Missionsgeschichte, doch vor einem Grippevirus hat man kapituliert. Hätte man lieber auf den wohl bekanntesten Stuttgarter Christen gehört, Hartmut Steeb. Oder auf den tief gläubigen, weltweit geachteten Virologen und Labormediziner Prof. Cullen. Jetzt sollen sie uns bitteschön mit ihrem „Feuer“ in Ruhe lassen….
Sehr gefährlicher Gefühlsglauben.
Die Teilnehmer singen sich in ein „Gefühl zu Jesus“ hinein. Durch diese Lobpreismusik, meist mit Trommeln begleitet; regt es die Gefühlswelt des Menschen an.
Mein Sohn erlebte so etwas auf einer Medjugorjefahrt mit der Gemeinschaft Totus Tuus (mittlerweile vom Bischof aufgelöst).
Es gab keine ruhige Minute. Bis in die Nacht wurden Lobpreislieder gesungen und getrommelt. Tagsüber wurde dann unter einer Art „Gruppenzwang“ das Gebet gefordert.
Er war so froh, wieder zuhause zu sein und hat sich von der Gruppe getrennt.
Diese charismatischen Erlebnisse sind „Gift für die Seele“.
Paulus mahnt zur Nüchternheit und Wachsamkeit im Glauben.
Hartl sagt aber auch das:
Die „Dialogpredigt“ sei von drei Frauen gehalten worden, dabei sei „eine banale Plattitüde nach der anderen“ zum Thema „Frieden“ angeboten worden. Vor allem aber: „‚Gott‘ oder ‚Jesus‘ kommen genau 0 mal vor; tatsächlich überhaupt kein religiöser Bezug“.
https://mobile.kath.net/news/85754
Bei den Charismatikern scheint wenigstens noch das Bedürfnis nach Heiligkeit und Wundern zu bestehen…Was man vom Synodalen Weg und uninformierten Katholiken, die auch nicht die Bibel lesen, wohl nicht mehr sagen kann…da sind es dann wohl oft die Erscheinungsbewegten…die suchen….wenn auch fehlgeleitet.
Die Anderen sind satt und zufrieden und machen sich ihren eigenen Gott.
So wie es das Plakat an einer hübschen kleinen Kapelle in meiner Heimatstadt Ulm besagt:
“ Unser Kreuz hat alle Farben“.
Daneben hingen dann im Schaukasten Zitate von Bischöfen aus dem Jahr 2024, gegen Rechts, für Bunt, gegen Ab- und Ausgrenzung…mit klarer Wahlempfehlung….
Die Menschenwürde, die eingefordert wird, wird denen, die ungenehm wählen, aber abgesprochen.
Auch ein Höcke besitzt Menschenwürde, wie auch Messerstecher.
Anstatt Gebetskreise zu initiieren, um für „Unliebsame“ zu beten, wird das getan, wogegen man angeblich ist: Gegen Hass und Hetze.
Tipp: Debatte zw Weidel und Wagenknecht.
Welt TV
(viell auf Youtube frei zur Verfügung.)
War interessant.
Guten Tag,
natürlich sind die katholischen Charismatiker durchweg gegen den Synodalen Holzweg und die sonstigen progressiven Entgleisungen, somit auch ein Dr. Hartl, das ist kein bißchen erstaunlich.
Schließlich ist die Charismatik keine Versuchung von links, sondern von r e c h t s ,
bietet nicht zu wenig Glaube, sondern „zuviel“ bzw. schwärmerische Frömmigkeit.
Allerdings ist es wichtig, weder links noch rechts vom Pferd zu fallen.
Auch nüchterne Konservative sind gegen den modernen Zeitgeistzirkus in der Kirche, dafür brauchen sie keine Nachhilfe von Hartl und Co.
Abgesehen davon, daß sich Dr. Hartl in der Coronazeit reichlich angepaßt geäußert hat, das ist hier im CF längst dokumentiert.
Also wenn es hart auf hart kommt wie damals, wenn echter Gegenwind stattfindet, dann knickt auch der sonst so zeitkritische Gebetshausleiter ein.
Sie schreiben: „Bei den Charismatikern scheint wenigstens noch das Bedürfnis nach Heiligkeit und Wundern zu bestehen.“
Das Bedürfnis besteht dort nicht nur, sondern ist sehr ausgeprägt, vor allem die Neigung zur Wundersucht.
„Heiligkeit“ wird gerne mit außergewöhnlichen, „übernatürlichen“ Phänomenen in Zusammenhang gebracht (man bekommt dann eine „Salbung“ vom Hl. Geist usw…)
Im übrigen ist die evangelische Pfingstbewegung historisch aus der Heiligungsbewegung entstanden, die zunächst gute Ansätze hatte, dann aber ausuferte (Lehre vom völlig sündlosen, „reinen Herzen“ usw).
Freundlichen Gruß
Felizitas Küble
Guten Tag,
zu Hartl und Corona-Impf-Debatte: Natürlich kann jeder mal eine Phase mangelnden Mutes haben, doch wäre dann hinterher etwas Selbstkritik angesagt, statt nur die anderen Angepaßten hochnäsig anzuklagen, obwohl man selber auch nicht gerade der tolle Rebell war:
https://christlichesforum.info/der-mehr-gruender-hat-jetzt-mehr-courage/
Unser CF jedenfalls war von Anfang an klar, kritisch, konsequent.
Selbst das allgegenwärtige Wort „Pandemie“ ist von mir nicht ein einziges Mal verwendet worden (außer bei Zitaten von anderen, versteht sich).
Auch bei den Kategorien auf der Startseite heißt es von Anfang an „Coronavirus-Krise“ – KRISE, nicht Pandemie!
Freundlichen Gruß
Felizitas Küble
Die vermiedene Frage scheint zu sein, was Dr. Johannes Hartl als profilierter katholischer Theologe bei dieser (beziehungsweise bei solchen) Veranstaltung(en) tut, wie er seine eigene Teilnahme sieht, wie er sich bei/von Schwarmgeistern abgrenzt; denn so ganz katholisch ist diese Veranstaltung ja nicht, soweit es um klar formulierte Inhalte geht.
Zwar kann ich mir vorstellen, dass so ein „Halleluja“ beziehungsweise die ganze Musik mitreißt, mitreißen kann, wäre sogar vielleicht selbst dabei; doch was ist danach?
Guten Tag,
das Gospel-Forum ist eine protestantisch-freikirchliche Gemeinde (ist im Artikel auch erwähnt) – und was Hartl damit verbindet, ist die gemeinsame charismatische Grundhaltung.
Freundlichen Gruß
Felizitas küble
Guten Tag,
um das klarzustellen: Nicht die Teilnahme Hartls als Redner an einer evangelischen Veranstaltung ist das Problem (ich habe z.B. selber bei der evangelikalen Initiative „Die Wende“ einen Vortrag gehalten), sondern die schwarmgeistige Ausrichtung der Konferenz, wobei hier die Konfessionsfrage nebensächlich ist.
Die katholischen Charismatiker sind ähnlich „drauf“ – und Dr. Hartl findet den Hammersegen als „Ruhen im Geist“ ganz toll (also das Rückwärtsfallen in Trance).
Freundlichen Gruß
Felizitas Küble