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Theologisches Buch mahnt zur Nüchternheit gegenüber „Privatoffenbarungen“

Von Felizitas Küble

Der katholische Theologe und Publizist Michael Pies will mit seiner Neuerscheinung „Die Unterscheidung der Geister bei Privatoffenbarungen und die große Gefahr der Esoterik“ zur Nüchternheit und Besonnenheit hinsichtlich Erscheinungen und „Botschaften“ im kirchlichen Raum beitragen, wie bereits der Titel andeutet.

Für den Autor ist keinesfalls alles Gold, was auf den ersten Blick zu „glänzen“ scheint, wenn es um Seher (meist sind es interessanterweise Seherinnen) und selbsternannte „Propheten“ geht. Gerade in dem für eine subtile Verführung und Selbsttäuschung anfälligen Bereich des Visionären kann eine naiv-unkritische Haltung für die Gläubigen in gefährliche Irrwege und Irrtümer führen, wobei ein unmerkliches Übergleiten in esoterische Gefilde nicht selten ist.

Das im Patrimonium-Verlag herausgebrachte Buch von Michael Pies umfaßt 80 Seiten und befaßt sich kompakt mit der so notwendigen „Unterscheidung der Geister“ bei Privatoffenbarungen.

Dieses Phänomen, das auf evangelisch-theologischer Seite als „nachbiblische Neuoffenbarung“ bezeichnet wird, hat in der katholischen Kirche stets zu einer gewissen Vorsicht und Zurückhaltung geführt, wenngleich es natürlich auch echte mystische Erfahrungen geben kann.

Doch selbst diese einschließlich der „anerkannten Erscheinungen“ sind für das Kirchenvolk nicht verbindlich, denn – so lautet das kirchliche Axion (Denkvoraussetzung) – die Offenbarung Gottes ist mit dem Tod des letzten Apostels abgeschlossen. Mit anderen Worten: Die öffentliche Selbstmitteilung Gottes ist in Christus vollendet, der selbst in seiner Person der Logos, das  menschgewordene „Wort Gottes“  ist (vgl. den Prolog des Johannesevangeliums).

Mit Recht mahnt der Verfasser in seinem Vorwort dazu, bei „vermeintlichen Erscheinungen“ Vorsicht walten zu lassen, indem er auf die Worte des HERRN in Mt 24,20 ff. verweist:

„Wenn jemand zu Euch sagt „Seht, hier ist Christus – oder dort, so glaubt es nicht. es werden nämlich falsche Christusse und falsche Propheten auftreten, und sie werden große Zeichen und Wunder vollführen, um – wenn es möglich wäre  –  selbst die Auserwählten zu verführen. Seht, ich habe es euch vorhergesagt…“

Schwacher Glaube führt zur Sehnsucht nach MEHR

In seiner Einleitung befaßt sich der Autor sodann mit den Gründen für die zunehmende Flut von Sehern und „Botschaften“. Mangelndes Gottvertrauen und schwacher Glaube können dazu führen, „von Ängsten und Sorgen vereinnahmt und umzingelt“ zu werden. Die daraus folgende „innere Unruhe“ (ver)führe nicht selten zu einer Sehnsucht nach Zeichen, Prophezeiungen und angeblich übernatürlichen Ereignissen: „Nun  möchten wir mehr wissen, als der Glaube uns bisher offenbar hat.“

Von der Sehnsucht zur Sucht nach „himmlischen“ Sonderbotschaften ist es nicht weiter, womit der Pseudomystik (Scheinmystik, Falschmystik) Tür und Tor geöffnet wird. Ja, es handelt sich dabei um ein „gefährliches Wasser“, so Pies weiter, das dabei „von der Seite in das Schiff der Kirche eindringt“.

Auch seine Warnung vor den „geistlichen Folgen“ ist allzu berechtigt, wie ich aus jahrzehntelangem Kontakt mit Aussteigern und Betroffenen weiß.

Pies erwähnt, viele Menschen seien psychisch „durch dieses Beschäftigen mit den Privatoffenbarungen krank geworden“, sie geraten unter Umständen in „tiefe Krisen und Depressionen“, wenn sie irgendwann bemerken, daß die von ihnen geglaubten „Prophezeiungen“, auf die teils sogar ihr Leben aufgebaut haben, nicht eingetroffen sind, also auch nicht „vom Himmel“ kamen.

Der Autor stellt weiter fest, die Kirche habe „immer in ihrer Geschichte davor gewarnt, denn durch diese Pseudomystik sind schon die unglaublichsten Verwirrungen in der Kirchengeschichte entstanden“.

Biblische Mahnungen vor Verführung beachten

Deshalb sei es so wichtig, angeblich neue „Botschaften“ in „Ruhe und Distanz  zu überprüfen“ und unbedingt jene Manie zu vermeiden, die sich leichtfertig „von einer Offenbarung zur nächsten hangelt“.

Pies erinnert an das des HERRN im Matthäus-Evangelium: „Viele falsche Propheten werden aufstehen und sie werden viele verführen“. – Wohlgemerkt: „viele“ – und damit sind Gläubige gemeint, denn das ergibt sich logisch aus dem Begriff „Verführung“. Wer ungläubig ist, befindet sich sowieso bereits im Irrtum.

Abschließend schreibt Pies in seiner Einführung:

„Gerade bei den heute doch so stürmischen Zeiten sollten wir ganz vorsichtig und behutsam mit den aus aller Welt auf uns einströmenden Botschaften und Prophezeiungen umgehen…Der Feind schläft nicht. Er ist immer aktiv und versucht, diesen unseren Weg zu Gott zu behindern und zu Fall zu bringen.“

Im weiteren Verlauf seines aufschlußreichen Buches befaßt sich der katholische Laientheologe mit den einzelnen geistigen und spirituellen Merkmalen für die Prüfung von Privatoffenbarungen und für eine sorgsame „Unterscheidung der Geister“, wobei der sich bei der Darstellung dieser Kennzeichen auf große Kirchenlehrer, Heilige und gediegene Bücher zur Mystik beruft.

Eine weitere Besprechung und Eröterung dieser lesenswerten Neuerscheinung folgt demnächst.

Das Buch, das 10 Euro kostet, kann hier bestellt werden: https://www.sarto.de/die-unterscheidung-der-geister-bei-privatoffenbarungen-michael-pies

Kommentare

21 Antworten

  1. https://hauszellengemeinde.de/pfingstbewegung-nein-danke/

    Ein weiteres Beispiel ist Benny Hinn. Er hatte bereits einen Prozess, weil in einer seiner Versammlungen eine Frau beim Rückwärts-Umfallen (Phänomen beim Toronto-Un-Segen) zu Tode gekommen war. Die Bibel sagt zu diesen Fleischgetaufen:

    Darum wird JaHWeHS Wort an sie ergehen: „Zaw-la-zaw, zaw-la-zaw und kaw-la-kaw, kaw-la-kaw, hier ein wenig, dort ein wenig.“ Nach hinten stürzen sie und brechen sich das Genick. Sie laufen den Feinden ins Netz, gefangen führt man sie fort.

    In GOTTES Gegenwart fällt man immer auf das Angesicht, niemals rücklings.

  2. @Ulrich Motte:

    Exkurs: Studie über 1. Kor. 13,8-10

    Wie sieht es mit 1. Kor. 13, 8-10 aus? Einige Ausleger meinen, dass mit dem Vollkommenen die Vollendung des NT gemeint sei und dass es deshalb heute keine Geistesgaben mehr gibt.

    Schauen wir uns den Bibeltext genauer an:

    Der Begriff in V. 9: das Vollkommene (gr. TELEIOS) hat folgende Bedeutungen:

    – das Ende erreicht habend

    – Vollkommen zum Ende oder Ziel gebracht,

    – vollendet; vollständig (d.h. nichts mehr brauchend zur Vollendung). Bsp.: Mt. 5,48; Röm. 12,2; 1Kor. 13,10; Hebr. 9,11; Jak. 1,4; 3,2; 1Jo 4,18 u. a.

    – erwachsen – ein Mensch, der vollendet ausgewachsen ist: reif, mündig und volljährig. 1Chr 25,8; 1Kor 2,6; 14,20; Eph 4,13; Phil 3,15; Kol 1,28; Hebr 5,14

    Das Nomen TELOS wird abgeleitet von einer Wurzel TEL, die herumdrehen bedeutet (z. B. das Steuer) und meint ursprünglich den Drehpunkt, das Scharnier, den Kulminationspunkt, an dem das eine Stadium endet und das andere beginnt; später das Ziel, das Ende. Von Bedeutung ist noch die Aussage über Gott als ARCHE KAI TELOS, Anfang und Ende aller Dinge; nur Er fasst Anfang und Ende zusammen.

    In 1. Kor.13,10 steht TO TELEION (Neutrum mit Artikel). im Gegensatz zu TO EK MEROUS (das was stückweise ist). Hier auf der Erde, in dieser gefallenen Schöpfung gibt es nur eine teilweise Vollkommenheit, während das eigentliche Ziel im Himmel ist (Hebräer 9,11). So wird sich das vollkommene Gesetz der Freiheit erst in Gottes neuer Welt voll entfalten (Jakobus 1,17).

    Wenn dieser Vers sich auf die Vollendung des NT beziehen würde, hätte der Apostel den Begriff HOLOKLEROS („alle Teile habend“; „ganz“; „alles“). Denn dieser Ausdruck bezeichnet das, was alles ihm Zugeteilte enthält und dem nichts mehr zur Vollständigkeit fehlt bzw. nach Verlust der Vollständigkeit diese wieder zurück gewonnen hat (kommt im NT nur in 1. Thessalonicher 5,23 und Jakobus 1,4) vor.

    Der in 1. Korinther 13,10 mit Vollkommene übersetzte Begriff TELEION ist im Epheserbrief 4,13 mit vollen Mannesreife (Rev. EÜ) wiedergegeben und als das Erreichen des Vollmaß des Wuchses der Fülle CHRISTI definiert. In diesem Zustand werden wir ganz sicher erst bei der Wiederkunft CHRISTI sein.

    Ein zweiter Punkt ist ganz wesentlich, nämlich der Kontext. In 1. Kor. 13,8 schreibt Paulus, dass nicht nur Weissagungen, Sprachen, sondern auch Erkenntnis (gr. GNOSIS) weggetan werden. GNOSIS meint nicht das Wort der Erkenntnis (LOGOS GNOSEOS), sondern bezeichnet u. a. die Erkenntnis des wahren GOTTES und Seines CHRISTUS (Röm. 15,14; 1. Kor. 1,5; 2. Kor. 2,14; 4,6; 6,6; 8,7; 10,5; Eph. 3,19 u.a.) und darüber hinaus Verstand, Einsicht und Vernunft (1. Petr. 3,7). Wenn man die Meinung dieser Ausleger konsequent zu Ende denkt, wäre mit Vollendung des NT die Erkenntnis GOTTES, sowie Verstand, Einsicht und Vernunft beseitigt worden. Ist das wirklich die Botschaft der Heiligen Schrift?

    Fazit:

    Wenn man diese Fakten berücksichtigt wird deutlich, dass mit dem Vollkommenen unmöglich die Vollendung des NT gemeint sein kann. Denn diese Lehre widerspricht sowohl dem Grundtext als auch dem Textzusammenhang. Es gibt für diese Hypothese keinen einzigen biblischen Anhaltspunkt. Vielmehr meint die Heilige Schrift mit dem Vollkommenen das Endgültige, das Ziel des Heilsplanes GOTTES, die Wiederkunft JESU CHRISTI und das vollendete Gottesreich. Unsere Erwartung des Vollkommenen ist eine Person: Der HERR JESUS selbst.

    https://hauszellengemeinde.de/die-gaben-des-heiligen-geistes/

  3. Martin Luther, der sich zu seiner Zeit mit den Zwickauer Propheten auseinanderzusetzen hatte, prägte den Satz:

    „Ich will keine Visionen haben, sondern allein an dem Wort Gottes hangen.“

    Auch dieser Satz wird ihm zugeschrieben:

    „Und wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.“

      1. @Jahndel Luther war vorsichtig gegenüber (falscher) Prophetie. Gut aber, dass die Johannes Offenbarung in den Bibel Kanon gefunden hat! Wobei ich voraussetze, dass es richtig ist, was Luther gesagt haben soll. Die Offenbarung ist ein sehr schwieriges Buch. Es ist voller Symbolik (aber nicht nur) und macht es mitunter beschwerlich, es zu erforschen und zu verstehen. Ich sage damit nicht, dass ich sie voll verstanden hätte,

        Luther war „nüchtern im Glauben“, so, wie Paulus uns alle auffordert nüchtern im Glauben zu sein. Paulus hat uns auch aufgefordert, beharrlich bei seiner (gesunden) Lehre zu bleiben. Und dies besonders deutlich!

        Folgendes möchte ich anmerken (ich hoffe, Sie können darin eine gewisse Parallel erkennen):

        „Warum und welcher Begründung hat ausschließlich die Kath. Kirche die 10 Gebote verändert, so, dass sie ganz klar und eindeutig vom Original abweichen? Das zweite Gebot wurde aufgehoben…das 10. Gebot dafür geteilt.“

        Das ist etwas, was ich für sehr sportlich von der Katholischen Kirche halte! Denken Sie, dass Gott dazu Beifall geklatscht hat, oder im Himmel eine „Laolawelle“ ausgelöst hat?

        Noch dazu, wenn es einen „Denzinger“ (Tradition!) gibt, der im Zweifelsfall für Katholiken eine höhere Autorität als der Bibel zugemessen wird.
        Wir sollten uns alle besser an das unverfälschte Wort Gottes halten!
        Mit welchem Recht werfen Sie Luther also vor, wenn er gegenüber der Offenbarung vorsichtig war? Oder besser, welche „Kernaussage“ wollten Sie bezüglich meinem Kommentar damit treffen?

        Ich bin zwar bewusst Protestant, aber meine Familie ist zu 80 % katholisch und bekomme daher ein wenig mit.

        Am Ende bin ich froh, dass ich nicht (ver)urteilen muss!

        Gott segne Sie!

  4. Ich musste die GEZ endlich zahlen. Das Ausfüllen der Überweisung habe ich bis kurz vor Sonntagmittag verschoben. Als ich auf die Endziffern Zwei, ein paar Nullen und die Acht geschaut habe: Das hat was zu bedeuten. Es hat sich angefühlt, wie wenn ich vorsichtig einen Bretterboden prüfe, ob er wirklich trägt, denn ein paar Tage zuvor war Eigenartiges am Himmel zu sehen und sich in Fantasien zu ergehen hat auch was Anziehendes. 12 und 8 ist 20; oft gerechnet. Aber die Situation werde ich mir merken. Ich werde später noch daran denken. Nun, ich denke tatsächlich immer noch an diese Situation. Das eine Erlebnis war fünf Tage davor und der Sonntag war einen Tag (Sendeturm, GEZ, Eins) vor jenem Montag, dem 11. Februar 2013, als Papst Benedikt XVI. ankündigte, am 28. Februar um 20 Uhr (8 Uhr abends) vom Papstamt zurückzutreten. Wie wenn jemand mir die Zahl Zwei! nahebringen wollte: Der Beitrag für GEZ war auf 222 Euro und ein paar Cent aufgelaufen. Zwei, damit war die Sache umfassend dargestellt. Das dürfte nüchtern genug sein.

  5. Dank für den Artikel!

    Zu dem Themenkreis der gebotenen Nüchternheit im Umgang mit s. g. Privatoffenbarungen fallen mir immer zwei Geschichten ein, die ich vor vielen Jahren in einem Büchlein las. Ich versuche, die Erzählungen so getreu wie möglich wiederzugeben:

    1.
    Ein kleiner Junge kommt aufgeregt in das Studierzimmer eines Geistlichen. Der Geistliche blickt vom Studium der Heiligen Schrift auf und fragt den Jungen, was er mitzuteilen wünscht. Der Junge bittet ihn dringend darum, mitzukommen. Der Geistliche daraufhin: „Warum und wohin?“
    Der kleine Junge teilt ihm mit, dass zwei Häuser weiter eine Statue der Madonna blutige Tränen weint und er solle sich das unbedingt ansehen. Daraufhin der Geistliche: „Ja und?“ und wendet seinen Blick wieder der Heiligen Schrift zu.

    2.
    Der heilige Don Bosco (Jugendseelsorger) wird während eines Fußballspiels mit seinen Jungen gefragt, was er noch tun würde, so die Welt gleich untergehen und er vor den Richterstuhl Gottes treten muss? Antwort: „Weiter Fußball spielen!“

    Warum auch nicht, denn Don Bosco war immer in einem Seelenzustand, in dem er vor seinen HERRN treten konnte. Wem nützt deshalb die ganze Aufgeregtheit um irgendwelche Ereignisse, die es immer geben wird, gegeben hat und derzeit – wieder einmal – von allen unmöglichen Stätten aufgeregt in die Welt hinausposaunt werden, ohne dabei wirklich und wahrhaftig konkret zu werden.

    Die Aufforderung zu Gebet, Busse und Umkehr sind wahrlich nicht neu und sollten jedem Katholiken bekannt sein.

    Wer dafür als Katholik eine geistige Auffrischung aus Medjugorje oder Sievernich benötigt, der sollte sich ernsthaft die Frage stellen, welche Schriften er in den letzten Jahren vornehmlich konsumiert und welche Schlüsse er daraus für sich gezogen hat.

    MfG

  6. Liest sich sicher gut.
    So viele Menschen sollten das Buch lesen. Einmal zu Stärkung und andererseits zur Orientierung.
    Für jene, die schon auf dem Irrweg sind, wäre es überaus ratsam zu lesen.
    Ich kam auch durch ein kritisches Buch zum Nachdenken .
    Es war das Buch „Der Medjugorje-Betrug“.
    Fakten statt Botschaften über die „Gospa“. Auch sehr empfehlenswert.

  7. Der Katholizismus billigt nicht nur (manche) nachbiblischen Offenbarungen einschließlich charismatischer Gaben. Er erklärt auch, die sog. Tradition, die der Katholizismus der Bibel gleichsetzt, sei den Aposteln bekannt gewesen. Dafür gibt es aber keine Belege, und es wäre auch eine „geheimgehaltene Offenbarung“ … !
    Die Glaubensgrundlage des Katholizismus ist alein demach sehr anders als die des konservativen Protestantismus.

    1. Gutren Tag,
      das Neue Testament ist an sich ein Werk der katholischen Kirche, auch der Kanon – die Liste gültiger biblischer Bücher – wurde von ihr im 3. Jahrh. festgelegt; sie war es auch, die die Hl. Schrift durch die Jahrhunderte überliefert hat (handschriftliches Bibel-Abschreiben in Mönchszellen).
      Die Christgläubigen, die z.B. in der Nero-Verfolgung als Märtyrer starben, hatten noch kein NT, aber die mündliche Lehre der Apostel, worauf ihr Glaube gründete (neben dem AT); sie lebten also aus der apostolischen Verkündigung und Überlieferung (Apostelschüler). So steht z.B. das Credo bzw. Apostolische Glaubensbekenntnis nicht im NT, geht aber auf die urchristliche Zeit zurück, weshalb es auch so heißt. Dann gibt es z.B. die Didache (Ende 1. Jahrh.), die sog. Zwölfapostellehre, die eine uralte Gemeindeordnung mit Lehrinhalten enthält, worin übrigens zweimal auch die Abtreibung ausdrücklich verurteilt wird, die ja in der Bibel nicht direkt erwähnt ist, sich freilich logisch aus dem 5. Gebot ergibt.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

      1. Verehrte, Frau Küble!

        Das NT ist wie das AT das Werk Gottes, der es den menschlichen Schreibern wortwörtlich eingab, im Inhalt nicht irgendeiner Kirche, also Menschen, Werk. Es darf weder verkürzt noch ergänzt werden, wie es auch ganz am Ende der Schrift steht. Die damals noch ungeteilte Kirche hat das erkannt. Erkenntnis etwa auch von Naturgesetzen gibt kein Recht zur Änderung /Ergänzung /Kritik dieser Gesetze. Dasselbe gilt vom Erhalt des Textes. Hebe ich einen Roman auf, gibt mir das nicht das Recht, den Roman zu ergänzen. Genauso unerheblich ist es, ob erste Christusgläubige von sonstiger Lehre der Apostel lebten: Gott nahm diese sonstige Lehre jedenfalls nicht in die Bibel auf. Das Apostolische Glaubensbekenntnis ist reines Menschenwerk. Es enthält manches nicht, was wichtiges Glaubensgut ist, enthält zumindest eineen problematischen Satz. Die Reformation übernahm es, weil man es für bibeltreu hielt. Das tun auch heute noch manche ev. Konservativen, sprechen es jeden Sonntag. Sehr viele ev. Konservative sprechen es nie. Das günstige Buch „Das Evangelium nach Rom“ legt die Unterschiede im Bibelverständnis zwischen Ev. und Kath. teils recht gut dar.

    2. @Ulrich Motte:

      Es gab und gibt die Verschwisterung der christlichen Theologie mit der griechischen Philosophie als Logos-Theologie von der Wurzel an, siehe dazu die Areopag-Rede des Apostels Paulus in Athen im NT und das Johannes-Evangelium sowie auch die „Weisheitsliteratur“ im AT der griechischen Septuaginta-Bibel als Ur-Bibel des Urchristentums noch vor den Evangelien.
      Diese „Weisheitstradition“ des Christentums schließt den „Geist der Weisheit und Offenbarung“ als Heiliger Geist und Geist Gottes im Neuen Testament und die jüdische Propheten-Tradition mit der Merkaba-Mystik im alten Testament und in leicht veränderter Form auch in der Johannes-Offenbarung bzw. Johannes-Apokalypse mit ein.
      Ich verweise dazu auch auf Justin den Märtyrer als Kirchenlehrer und den Heiligen Irenaeus von Lyon, der auch noch den 1. Clemensbrief und den Hirtenbrief des Hermas zum Bibel-Kanon des NT zählte. Der Heilige Irenaeus war theologisch im Grunde eher ein Orthodoxer.
      Das Vollkommene und Vollendete ist übrigens die Wiederkehr Jesu Christi und das bei ihm sein im Himmel und nicht die durchaus vorläufige Bibel.
      Der Cessationismus ist biblisch gesehen unhaltbar, wie ich belegte. Das Wirken des Heiligen Geistes und die von ihm verliehenen Charismen als himmlische Gnadengaben und Wunderkräfte haben nicht aufgehört. Siehe auch die Artikel bei „Hauszellengemeinde“ zur Thematik.
      Ansonsten verweise ich noch bezüglich der „Weisheitsliteratur“ des AT auf die mystische theologische „Sophiologie“ in der russisch-orthodoxen Kirche Russlands und auch in der christlichen Mystik des Westens.

      1. Holger Jahndel: Ich verweise auf meine Antwort auf Frau Küble und- auch zum Cessationismus- auf Internettexte, gerade auch in englischer Sprache. Die Gemeinde Christi München hat auf ihrer Internetseite einen guten Text in deutscher Sprache zum Cessationismus.

      2. Holger Jahndel: Ich verweise auf meine Antwort auf Frau Küble und- auch zum Cessationismus- auf Internettexte, gerade auch in englischer Sprache. Die Gemeinde Christi München hat auf ihrer Internetseite einen guten Text in deutscher Sprache zum Cessationismus.

        1. @Ulrich Motte:

          Der Cessationismus ist biblisch belegbar unhaltbarer Unsinn!
          Und erst eine später aufgekommene Lehre.
          Das Vollkommene ist eben nachweisbar die Wiederkehr Jesu Christi und das bei ihm sein im Himmel. Aber eben nicht die durchaus vorläufige Bibel. Es gibt in der Bibel übrigens auch die himmlischen „Mysterien“ als göttliche Geheimnisse, deren Kenntnis und Erkenntnis der Heilige Geist als Geist Gottes und „Geist der Weisheit und Offenbarung“ (NT) verleihen kann. Leider wissen viele protestantische Möchtegern-Theologen das überhaupt nicht, genau so wenig wie sie den griechischen Urtext des Neuen Testamentes der Heiligen Schrift der Bibel lesen können.
          Siehe auch den Benediktiner Odo Casel mit seiner Mysterien- und Bogumil-Theologie dazu und „Mysterion“ und „Mysterium“ in der Bibel.

          https://de.wikipedia.org/wiki/Mysterium#:~:text=Das%20Wort%20Mysterium%20(von%20altgriechisch,gew%C3%B6hnlich%20mit%20%E2%80%9AGeheimnis'%20%C3%BCbersetzt.

          TO TELEION – das Vollkommene

          https://hauszellengemeinde.de/teleion-das-vollkommene/

          Die Gaben des HEILIGEN GEISTES

          https://hauszellengemeinde.de/die-gaben-des-heiligen-geistes/

          Haben die Geistesgaben tatsächlich aufgehört?

          https://hauszellengemeinde.de/geistesgaben/

          Geistesgaben? Ja! Pfingstbewegung? Nein, danke!

          https://hauszellengemeinde.de/pfingstbewegung-nein-danke/

        2. @Ulrich Motte:

          https://hauszellengemeinde.de/klartext/

          Pneumatologie

          KLARtext | Haben die Geistesgaben aufgehört?
          Durch das charismatische Chaos in pfingstlerischen Kreisen verfallen viele Gläubige in das andere Extrem und schließen sich der Irrlehre derer an, die behaupten, die Geistesgaben hätten aufgehört. Aber das sind letztlich nur faule Ausreden. In Wirklichkeit ist es so: weil sie selbst keine Geistesgaben haben, darf es keine geben. Sonst müssten sie ja ihren geistlichen Mangel eingestehen und zugeben, dass sie recht arme Kirchenmäuse sind. Sich solch eine Blöße zu geben, dazu sind sie viel zu stolz und unbußfertig (Offenbarung 3,17).

          Sie „begründen“ ihre Irrlehre mit 1. Korinther 13,8-12 und beharren darauf, dass mit der Festlegung des biblischen Kanons im 4. Jahrhundert durch die Kirchensynoden von Hippo (393 n. Chr.) und Karthago (397 n. Chr.) das Vollkommene gekommen sei. Das Stückwerk, die Gaben hätten aufgehört. Ist das Vollkommene wirklich durch eine Kirchensynode gekommen? Nein, natürlich nicht. Obwohl GOTTES Wort vollkommen ist, haben wir auf dieser Erde auch den vollkommensten Schatz immer nur in irdenen Gefäßen (2. Korinther 4,7). Schon die Tatsache, dass GOTTES Wort in eine menschliche Sprache gepresst werden musste, die noch dazu der babylonischen Sprachverwirrung unterworfen war, ist ein Stück Unvollkommenheit. Erst wenn wir oben beim Herrn sind, haben wir den Status des vollendeten Gerechten erreicht.

          Hier sind fünf biblische Beweise gegen die Irrlehre, dass Weissagung, Erkenntnis und Zungenrede aufgehört hätten:

          1) Die zwei Zeugen aus Offenbarung 11,3-14: So wahr die zwei Zeugen weissagen werden, so wahr kann die Weissagung nicht aufgehört haben.

          2) Das Zeugnis JESU ist der GEIST der Weissagung (Offenbarung 19,10). Solange es das Zeugnis JESU auf Erden gibt, wird das Weissagen nicht aufhören.

          3) 1. Korinther 12,7 bezeugt, dass die Geistesgaben zum gemeinsamen Nutzen, d.h. für die Gemeinde geoffenbart werden. Solange es die Gemeinde Jesu auf Erden gibt, hören auch die Geistesgaben nicht auf.

          4) Markus 16,17: Sollte die Verheißung dieser Gaben nur bis zum Kirchenkonzil von Hippo gelten? Unsinn! Von solch abenteuerlichen, ja geradezu lächerlichen Bibelauslegungen möge sich jeder fernhalten!

          5) Mit 1. Korinther 13,12 schließt sich die Beweiskette, denn dem Stückwerk wird das Vollkommene (jetzt … dann) als Gegenteil gegenübergestellt, und ganz offensichtlich sieht Paulus nicht die Bibel als das Gegenteil von Stückwerk, wie diese Irrlehrer behaupten, sondern die „Schau von Angesicht zu Angesicht“. Und das ist gewiss nicht hier auf Erden, sondern erst dann, „wenn wir ihn sehen werden, wie er ist“ (1 Joh 3,2), wenn wir vom Glauben zum Schauen gekommen sind.

          Wer aufgrund von 1. Korinther 13,8 anfängt, Weissagung, Erkenntnis und Zungenrede aus der Bibel zu streichen, kann den Rotstift nicht mehr so schnell aus der Hand legen; denn dann müssten die vielen anderen Bibelstellen, die zum Gebrauch der Geistesgaben auffordern, gleich mitgestrichen werden (z. B. 1. Korinther 12,10; 14,1.5) und viele andere mehr. Überall müsste man den Rotstift ansetzen und immer wieder streichen. Aber wer in der Bibel streicht, muss aufpassen, dass er nicht eines Tages selbst zum Strichmännchen wird und aus dem Buch des Lebens ausradiert wird. Wir können daraus lernen, dass es nicht nur Bibelkritik von links (Bultmann & Co.), sondern auch von rechts gibt. Beide aber werden ihrer Strafe nicht entkommen.

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