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Unfaire Kampagne gegen Peter Hahne: „Schwurbeln“ gegen konservative Ansichten?

Von Johannes Holmer,
evangelischer Pastor in Bülow

Eine Online-Diskussion wagt das T-Online-Portal offensichtlich nicht zu eröffnen. Jedenfalls nicht bei einem „Bericht“ über einen „Ortstermin“ im brandenburgischen Malchow.

Dort hatte der frühere ZDF-Moderator und Nachrichtenmann Peter Hahne in einer Veranstaltung der Kirchgemeinde Rede und Antwort gestanden. Befragt hatte ihn der einladende Pfarrer Thomas Dietz. Einen sachlichen Bericht lieferte der „Nordkurier“ einen Tag später.

Ein Verriss, man könnte auch sagen, ein Pamphlet kam dagegen tags darauf auf dem Internet-Portal T-Online.

Direkt reagieren konnte man darauf online nicht. T-Online hatte unter dem Artikel die Leser aufgefordert, ihre Stellung zu Peter Hahne kundzutun. Das aber ging nur per eMail an das Portal bzw. den Verlag. Zudem wurde verheißen, T-Online würde dann ausgewählte eMails veröffentlichen.

Ich war bei dieser Veranstaltung dabei und haben anschließend eine Mail an T-Online geschrieben, gerichtet an die beiden Autoren des Pamphlets. Eine Antwort auf meine Zuschrift habe ich nicht bekommen und veröffentlicht wurde sie auch nicht.

Ich gebe nun diesen Brief hier leicht überarbeitet und ergänzt wieder:

Sehr geehrte Herren Sowa und Koegler,

man wird aufgefordert, per Email an Sie zu schreiben? Und Sie wählen dann aus, was davon für die breite Öffentlichkeit bestimmt sein darf und was nicht.

Schon allein die Frage „Wie stehen Sie zu Peter Hahne?“ ist entlarvend am Ende eines Artikels über den früheren ZDF-Mann. Wird hier ganz bewusst alles personalisiert? Man müsste wenigstens die Frage erwarten: „Wie stehen Sie zu dem Artikel oder zu dem, was Peter Hahne gesagt hat?“. Dann aber hätten Sie allerdings auch wirklich sachlich berichten müssen, wie es Ihre Kollegin vom Nordkurier getan hat.

Da aber Ihr Beitrag über den „Ortsbesuch“ von „Schwurbeleien“ (die Sie dem Bestsellerautor Hahne völlig halt- und faktenlos unterstellen) und personalisierten Verunglimpfungen und Angriffen nur so strotzt, ist das wohl folgerichtig so, dass man gar nicht sachlich reagieren soll.

Ich will Ihnen meine Sicht der Dinge schreiben, ohne den Anspruch der Vollständigkeit erheben zu wollen. Denn eigentlich müsste ich Satz für Satz durchgehen, um den tatsächlichen Beleidigungen und Herabsetzungen der (!) Beteiligten vollständig gerecht zu werden. Das würde zu lang werden.

Deshalb nur ein paar Gedanken:  

Da ist der Besucher: „alte weiß, ländlich regional“ – kurz: also ein dummer Dorftrottel. Was für eine arrogante Beschreibung, bei der dann natürlich „regional bekannte AFD-Gesichter“ nicht fehlen darf! Wer diese AFD-Gesichter sind? Und wer sie kennt? Offenbar nur Ihr Zuträger. Oder haben Sie sich die Mühe gemacht, diese kennenzulernen?

Zum anderen der Hauptredner: ehemals „große Nummer beim ZDF“, der mittlerweile so sehr heruntergekommen ist, dass er jetzt schon vor 150 Leuten in der Provinz sprechen muss, um überhaupt noch Aufmerksamkeit zu erregen. Das jedenfalls wollen Sie den Lesern suggerieren. Klasse Einordnung, bei 7 bis 8 Mio verkauften Büchern.

Und dann der Veranstalter, den Sie als „Priester“ titulieren und offenbar nicht wissen, dass er kein Priester ist. Es gehört eigentlich zum Handwerk, sich hier richtig (und nicht nur über ominöse Zuträger – sowas kennen Einheimische hier in dieser Gegend schon aus alten Zeiten…) zu informieren.

Worum ging es Ihnen, liebe Herren Koegler und Sowa, eigentlich bei Ihrem „Pamphlet“?

Das, was sie schreiben, verdient m.E. diesen Begriff viel eher als Peter Hahnes zahlreiche so brillant geschriebene Bücher, die Sie so titulieren.

Sie sind offenbar so brillant geschrieben, dass sie millionenfach verkauft worden sind und regelmäßig auf den vorderen oder ersten Plätzen der Bestsellerlisten landen. (Zu „Pamphlet“ schauen Sie ruhig mal bei Wikipedia nach: „Die sachliche Argumentation tritt dabei in den Hintergrund; die leidenschaftliche Parteinahme gegen eine Sache hingegen überwiegt bei der Argumentation. Die Herabsetzung einer anderen Person wird dabei billigend in Kauf genommen oder ist sogar das eigentliche Ziel des Pamphlets. Diesem Ziel werden Argumentation, Sprachstil und besonders die rhetorische Ausgestaltung untergeordnet“).

Erkennen Sie hier nicht Ihren Artikel wieder? – Ich recht gut.

Bravo: „Sektenhaft“ und „okkult“ nennen Sie diese öffentliche und frei zugängliche Veranstaltung! Da sollten Sie wohl noch einmal nachschlagen, was „Sektenhaft“ und „okkult“ bedeutet, gern auch bei Wikipedia. Das hätten Sie allerdings tun sollen, bevor Sie so etwas schreiben.

Sie reden von Widersprüchen, in die sich Hahne verstrickt habe – und tun doch genau das, indem sie z.B. einerseits insinuieren, dass Hahne nun mit der Provinz schon fast auf den sprichwörtlichen Hund gekommen sei, auf der anderen Seite aber aus dem Signieren und Geldmachen mit seinen Millionen von verkauften Büchern gar nicht mehr herauskomme.  

Und als Autoren dieses Schmähartikels wissen Sie genau, dass die Menschen nur so zu seinen Vorträgen strömen, für die er nie Honorare nimmt,  zumindest in den ländlichen Regionen, die sich einen Klaus Kleber oder ehemalige Politiker niemals leisten könnten.

Eine große Wandlung (von wo nach wo eigentlich?) habe Hahne vollzogen. Und doch schreiben Sie wenig später, er sei schon immer streitbar gewesen und habe entsprechende Bücher geschrieben. Was für eine Wandlung meinen Sie also?

Und wenn ein Kollege (!) seine eigene Meinung in Büchern kundtut (und nicht in seiner Arbeit als Journalist, denn da hat die eigene Meinung meist nichts zu suchen), und dafür millionenfach Anerkennung und Dank erntet, dann bescheinigen Sie ihm, auf Abwege geraten zu sein.

Wer beurteilt hier eigentlich, was Wege und was Abwege sind? Natürlich Sie, die gegen einen so erfahrenen Spitzenkollegen alle Begriffe von Manipulation und Verunglimpfung herausholen, die irgendwie passend sind – oder eben auch nicht.

Sie meinen, Hahne habe sich „vom einstigen Bild des seriösen ZDF-Moderators weit entfernt.“ Und er würde nun mit „populistischen Parolen“ kreuz und quer durch die Provinz ziehen, die das nicht so ganz mitbekomme und deshalb empfänglich sei für platte Sprüche über Lauterbach & Co. Was für eine Arroganz! Und welches ist eigentlich das „einstige Bild des seriösen ZDF-Moderators“? Ist es das, welches Sie abgeben oder abgeben möchten: Immer schön das verbreiten, was von Ihnen erwartet wird?

Doch Sie sollten nicht glauben, dass die Menschen vom Lande –  noch dazu aus dem Osten –  so dumm sind, wie Sie das mit derartig herablassenden Äußerungen nahelegen.  

Und dass die Menschen und auch Peter Hahne „ausgerechnet“ einen Jan Josef Liefers lieben und dankbar dafür sind, dass er sich der Gedanken und Gefühle einfacher Menschen annimmt, indem er bei kritischen und aufklärenden Aktionen mutiger Schauspieler mitmacht, zeigt doch, dass sie so dumm nicht sind. Sie denken halt nur anders als Sie. Ist das Ihr Problem?

Sie schreiben: Neben dem Gendern spielt Hahne genüsslich eine wohlkalkulierte „Querdenker“- Klaviatur ab.“ – Ich habe Hahne noch nie „Gendern“ gehört, im Gegenteil. Aber wie kann er dann neben dem Abspielen einer Querdenker-Klaviatur“ noch „gendern“?? Dass Sie etwas Anderes gemeint haben dürften, erscheint logisch. Aber dann sollten Sie als Journalisten auch in der Lage sein, das exakt auf Deutsch auszudrücken.

Alles in Allem: Wenn so etwas die Linie von T-Online oder dem Ströer-Unternehmen wiedergibt, dann kann man solchem „Journalismus“ nur „gratulieren“!

Millionen-Auflagen oder -Zugriffe werden dann wohl mehr und mehr solchen „sektenartigen und okkulten“, auf Abwege geratenen und auf den Hund der Provinz gekommenen ehemaligen Star-Journalisten wie Peter Hahne vorbehalten bleiben.

Man könnte fast endlos so weiterschreiben.

Das, liebe Herren Sowa und Koegler, was Sie hier abliefern, ist wirklich „Spitzenjournalismus.“ Da muss man sich nicht wundern, dass sich immer mehr Menschen von solchen „Qualitätsmedien“ abwenden.

Wer weiß, vielleicht wenden sie sich dann doch eher der recht neutralen und deshalb echten Berichterstattung ihrer Kollegin vom Nordkurier zu. Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Unser Gastautor Johannes Holmer ist evangelischer Pfarrer von Bülow, Buchautor und Publizist

Kommentare

6 Antworten

  1. Ergänzung: Ich wüsste nicht, dass in der Bibel die Aufforderung steht, dass sich die Völker für eine globale Macht-Elite auflösen, sondern dort die Wertschätzung der Völker eine große Rolle spielt.

  2. Da die Kirchen dem Konkordat unterstehen, also auf staatliche Gelder angewiesen sind, gibt es Gemeinden, die ihrer christlichen Aufgabe treu bleiben, und Gemeinden, die überheblich christliche Tugenden für den politischen Zeitgeist über Bord werfen.
    Da wird gepredigt, besonders in weiten Teilen der EKD der grüne Sektengeist für die Globalisierung und Unterwerfung, und in denen, die sich kritisch treu bleiben, die müssen aufpassen, nicht unter die Räder zu kommen.
    Auch hier ist den Heilspredigern Gott Mammon näher als die Liebe Gottes.
    Wenn mal wieder Veranstaltungen sind, heult man mit im Zeitgeist, man will ja nicht unbequem sein und trotz Beteiligung am Tag der Arbeit könnte man sich abgrenzen, weil der 1. Mai immer schon als Frühlingsfest oder als Marienmonat gefeiert wurde. Auch die EKD täte gut daran, da Jesus eine Mutter hatte, diesen Tag zumindest als Bund zwischen altem und neuen Testament zu feiern oder anstatt dem Tag der Arbeit zu jubilieren, mit einem deutlichen Frühlingsfest für Gottes Schöpfung zu gestalten.

  3. Während wir früher in Foren sehr sachlich die Probleme unserer Zeit behandeln konnten, wir gegen Waffenlieferungen in die Ukraine sind, die diesen Krieg gefährlich verschlimmern, werden wir als linke Spinner niedergebrüllt. Jeder, der noch etwas Verstand hat, weiß, dass eine Eskalation nicht gut enden wird und deshalb ist er nicht automatisch links.
    Es geht anscheinend um das Überleben der westlichen oder östlichen Finanzoligarchie und die Weltherrschaft der Banken über die Menschheit.
    Peter Hahne ist als kritischer Mensch nicht allein.

  4. Super sachlich, kritisch, süffisant und mit viel Satire formuliert.

    Danke dafür! Peter Hahne wünschen wir ein langes Leben und dass er weiterhin ein aufrechter Journalist für „uns alle“ bleibt.

  5. Ich habe den nachfolgenden Kommentar an t-online geschickt:
    Kommentar
    Ob diese beiden Nachwuchs-Journalisten der Mainstream-Presse (Nils Kögler + Steven Sowa) überhaupt schon trocken sind hinter ihren Löffeln? Können sie schon lesen? Wenn ja, sollten sie mal die Hahne-Bücher durchbuchstabieren, damit sie in der deutschen Realität ankommen!
    Was diese Jungs Hahne vorwerfen, ist genau das, was wir tagtäglich in den Fake News der Lügenpresse und in den zwangsbezahlten Staatsmedien serviert bekommen.
    Deutschland wurde von der links-grün-rot-schwarzen Einheitspolitik (inzwischen e i n e Partei – siehe Schleswig-Holstein-Wahl!) vor allem unter Merkel an die Wand gefahren.
    Das ist leider eine Tatsache, die von Peter Hahne im Detail aufgeblättert wird. Dafür sei ihm gedankt!
    Beste Grüße
    H. Nowitzky

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