Von Hartmut Steeb
Es ist für uns alle sehr wichtig, grundlegende Veränderungen wahrzunehmen, indem man nicht nur auf die Tagesereignisse schaut, sondern längere Zeitspannen in Augenschein nimmt. Ich skizziere sie hier mit einigen Streiflichtern: 
1. Wir leben in einer nach-christlichen Zeit
Dabei spreche ich nicht von der ganzen Welt, sondern „nur“ von der westlichen Gesellschaft und damit auch von unserem Land, denn in Afrika, Asien und Südamerika wächst die christliche Gemeinde.
Aber im Blick auf uns muss man konstatieren: Aus einem mindestens christlich geprägten Land ist eine Gesellschaft geworden, in der Christsein und Kirche keine prägende Kraft mehr haben. Zwar stehen, besonders in den Dörfern und Kleinstädten, noch immer die Kirchen meist im Zentrum. Aber nicht einmal mehr die Hälfte der Bevölkerung gehört den beiden zahlenmäßig großen Kirchen an.
Und obwohl die wenigen blühenden freikirchlichen Gemeinden durchaus auch ermutigende Leuchttürme sind, aufs Ganze gesehen fallen sie statistisch noch nicht auf. 
Blickt man auf die aktive Teilnahme am Gemeindegeschehen, z.B. auf den Gottesdienstbesuch, dann haben wir keinen Grund zur Annahme, dass dies für mehr als 5% der Bevölkerung zutrifft. Wir müssen also davon ausgehen, dass 95% der Bevölkerung keine aktive Beziehung zu Kirchen und Gemeinden unterhält.
Es geht allerdings nicht nur um die funktionale Mitgliedschaft. Die Hauptherausforderung liegt in der ständig wachsenden Zahl der christlichen Analphabeten, der steigenden Fraktion der Gottlosen, der Menschen ohne irgendeine Ahnung von Gott, von Jesus Christus, vom Wort Gottes, vom Heiligen Geist, vom Leben als Versöhnte, von der Ewigkeit!
2. Wir leben in einer multikulturellen und multireligiösen Situation
Die Nachrichten um Weihnachten herum haben deutlich gemacht, dass man in immer mehr Kindergärten und Schulen möglichst wenig christliche Präsenz zum Ausdruck bringen will. Die Gleichstellungskommission der Europäischen Union hatte im Herbst 2023 einen Leitfaden auf den Markt gebracht, in dem es z.B. hieß, dass man das Wort Weihnachten – im Englischen heißt das ja „Christmas“ und gibt sehr viel mehr Inhalt an als im Deutschen – vermeiden solle. 
Man soll deshalb nicht mehr von Christmas-Time, sondern lieber von Holiday reden. Auch Namen wie Maria oder John solle man vermeiden, weil es christlich begründete Namen sind.
Nach Protesten hat man den Leitfaden zwar noch einmal zurückgezogen. Er soll überarbeitet werden. Aber es wird deutlich, welcher Geist durch Europa weht, auch wenn die Kommissionspräsidentin der Christlich-Demokratischen Union angehört.
3. Wir leben in einer Zeit des dramatischen Werte-Verlustes
Im letzten Jahr feierten wir noch 75 Jahre Grundgesetz. Dort gibt es in der Präambel die wunderbare Formulierung „Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott und die Menschen“ und daraus folgend sind dann die menschlichen Grundrechte formuliert.
Ohne einen solchen Gottesbezug verlieren wir den Wert-Maßstab, die Werte-Orientierung. Und dieser Werte-Verlust wird besonders deutlich, wenn man an die Fragen des Lebensrechts denkt. 
Die Menschenwürde, die nach Artikel 1 des Grundgesetzes „unantastbar“ ist, wird mit Füßen getreten. Es gibt kein Unrechtsbewusstsein mehr im Hinblick auf hunderttausende Kindestötungen im Mutterleib. Weltweit sind es jährlich nach Angaben der WHO 73 Mio., täglich 200.000!
60 Millionen sterben irgendwann nach ihrer Geburt. 73 Millionen schon bevor sie das Licht der Welt überhaupt erblicken konnten!
In England und Wales hat jetzt das Parlament beschlossen die Tötung ungeborener Menschen ganz aus dem Strafrecht zu tilgen – man nennt das ent-kriminalisieren.
In Deutschland konnte das zum Ende der letzten Legislaturperiode gerade noch verhindert werden. Dafür ist aber nun kriminalisiert, wer vor einer entsprechenden Beratungsstelle oder Abtreibungsklinik gegen dieses Unrecht protestiert.
Und im Bundestag wird eifrig daran gearbeitet, den Embryonenschutz noch weiter aufzuweichen, Leihmutterschaft zu ermöglichen, eine besondere neue Form des Menschenhandels.
Sodann die Primärtugenden Wahrheit und Ehrlichkeit! Haben wir sie nicht längst hinter uns gelassen? Falsche Versprechungen, Lügen, vorgespiegelte Vergesslichkeit und Erinnerungslücken sind leider inzwischen an der Tagesordnung. Was man gestern versprochen hat, muss man doch Morgen nicht mehr einlösen.
Im letzten Jahr war ich zu einem 90. Geburtstag eingeladen. Zum Erstaunen mancher tauchte als Gast auch Gregor Gysi auf, einer der noch immer führenden Linken-Politiker. Er sagte dort in einem Grußwort etwa (ich zitiere sinngemäß): „Ich bin nicht gläubig. Aber stellen Sie sich mal unsere Gesellschaft ohne 10 Gebote und ohne Bergpredigt vor! Das geht doch gar nicht. Woher sollen denn unsere Werte kommen?“
4. Die Post-Demokratie
Der britische Politikwissenschaftler und Soziologe Colin Crouch hat die politische Gestaltung unserer Zeit als „post-demokratisch“ beschrieben. Ziele und ihre Durchsetzung werden nicht mehr generell durch die dafür gewählten Gremien bestimmt sondern durch sogenannte „Experten“, Interessengruppen, übernationaler und überstaatlicher Natur. 
Ich nenne beispielhaft vier Bereiche:
1. Den „Genderismus“. Den Gender-Meinungsmachern ist in fast 30 Jahren äußerst erfolgreiche Lobbypolitik gelungen. Das bisher bekannte biologische Geschlecht – weiblich, männlich – soll nicht mehr bestimmend sein. „Gender Mainstream“ soll der Mainstream staatlichen Handelns sein. Dafür wird auch die ohnehin anscheinend schwierige deutsche Sprache verhunzt, leider längst auch schon in Kirchen.
2. Corona
Mir ist gerade im Blick auf die Langzeitentwicklung wichtig, das Reizwort zu gebrauchen. Ich will damit nicht Unruhe stiften, sondern nur in diesem Kontext sagen: Ob eine weltweit sich ausbreitende Infektionskrankheit zur Pandemie ausgerufen wird, entscheidet der Generaldirektor der WHO!
Es gibt dafür keine klaren Kriterien, sondern im Wesentlichen unbestimmte Prognosen, Modellrechnungen und Schätzungen. Widerspruch dagegen ist nicht vorgesehen. 
Vor einiger Zeit hatte ich Besuch von einem ehem. Beamten des Bundesinnenministeriums. Es war kein Rentnerbesuch, denn er ist nicht in den Ruhestand verabschiedet worden, sondern aus dem Beamtenverhältnis geflogen. Warum?
Er hatte sich im Mai 2020 erlaubt, gründlich die sogenannte Pandemie zu erforschen, auf Unregelmäßigkeiten hinzuweisen, fehlende Fakten zu liefern, kurz: sich dem von mir sogenannten Angstpapier aus dem gleichen Haus eine Alternative entgegenzusetzen. Das Papier wurde geleakt.
Noch in der gleichen Woche war er sein Amt los und nach vier Jahren Rechtsstreit wurde das gegen ihn mit der endgültigen Entlassung beendet. Nur, weil er es wagte, kritische Fragen zu stellen und das Narrativ anzuzweifeln.
3. Die Klima- und Energiekrise
Auch hier schwingen sich einige zu den Welterklärern auf und denken ernsthaft, wir könnten das Welt-Klima wesentlich verändern und bestimmen. Manche von uns sind ja schon ein wenig länger unterwegs und kennen bereits manche Fehlalarmierungen: Vor 53 Jahren hat der Club of Rome verkündet, dass der Erdölvorrat in 20 Jahren zu Ende sei.
2007 sah der Weltklimabericht vor, dass wir nur noch 13 Jahre Zeit hätten, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Wenn das wahr wäre, sind wir schon seit 5 Jahren untergegangen.
4. Cancel-Culture, Wokeness
Eine nicht wirklich sichtbare Bewegung streift durch die Lande. Die sogenannte Cancel-Culture bestimmt plötzlich, was man anscheinend nicht mehr sagen darf, vom harmlosen Zigeunerschitzel bis zur Aussage, dass es nur zwei Geschlechter gibt. Das führt in unserer freiheitlichen Gesellschaft dazu, dass sich offenbar nach Umfragen schon die Mehrheit nicht mehr getraut, offen und frei und überall die eigene Meinung zu vertreten. 
Die Welt ist im Umbruch, zweifellos – siehe die Kriege in der Ukraine, im Sudan, im Jemen und die ganze komplexe Situation in Israel und um Israel herum. Manchmal neige ich dazu, sarkastisch zu sagen: „Nur getrost, es kommt noch schlimmer“. Aber das kann und darf nicht die letzte Antwort sein.
Was ist also in all dem unsere besondere Herausforderung, was sind unsere Aufgaben als Christen?
II. Gemeinsam für Christus
Die Welt ist im Umbruch. Aber der Auftrag der Christen verändert sich nicht. Den hat Jesus uns gegeben, und der bleibt zu allen Zeiten der Gleiche, der Ur-Auftrag: „Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker“. Evangelium ist Bringschuld. Es ist das Kontrastprogramm zur gesellschaftlichen Entwicklung, die Priorität 1 für Christen und für die Gemeinde Jesu.
Wir brauchen das Zeugnis von Jesus auch in der wahrnehmbaren Öffentlichkeit. Ich habe vorhin von den das Stadtbild prägenden Kirchen gesprochen. Aber wisst Ihr, was der Unterschied zwischen Mac Donald und den Kirchen ist? 
Wer ein Mac Donald-Schild sieht, der weiß ziemlich genau, was dort angeboten wird und es ist nicht sehr unterschiedlich zwischen Hongkong, Kapstadt, New York und dem hier 10 km entfernten Ebingen.
Aber die Menschen wissen nicht, was es in den Kirchen „zu essen“ gibt. Es gibt leider keinen Standard für die Speisekarte, das Angebot.
Das Nicänische Glaubensbekenntnis ist zwar als historisches Dokument anerkannt und wird entsprechend geschätzt, vielleicht auch mal gemeinsam gesprochen. Aber es ist nicht mehr das überall bestimmende Programm.
Wir dürfen es auch deshalb nicht länger zulassen, dass das Evangelium nur hinter Kirchenmauern, in Gemeindesälen und in privaten Hauskreisen gesagt und verhandelt wird! Es muss viel stärker neu in der Öffentlichkeit bekannt werden, welche Botschaft wir haben!
Sind Zeugen Jehovas eifriger als wir?
Warum sorgen wir nicht dafür, dass in allen Stadtzentren, in den öffentlichen Einrichtungen, aber auch bei den öffentlichen Veranstaltungen, auf den Marktplätzen und Bürgerfesten Zeugen des Evangeliums stehen? 
Ich reise noch immer etwas öfter durch Deutschland. Mir fällt auf, dass seit geraumer Zeit, vor und in den Bahnhöfen vermehrt Zeugen Jehovas stehen. Warum nicht wir? Warum muss man die kirchlichen Angebote eher suchen, als dass man darauf gestoßen wird?
Die Bibel ist das wichtigste Kulturbuch. Warum muss man sie als Abiturient nicht wenigstens einmal gelesen haben, dafür aber manche modernistische Literatur?
Und es gibt noch einen zweiten bleibenden Auftrag auch für die Christen, der „Ur-Auftrag“ an die Menschen, der in den ersten beiden Kapiteln der Bibel so eindringlich beschrieben ist: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan“.
Dazu die Beschreibung aus 1. Mose 2, dass Gott die Menschen in den „Garten Eden setzte, um ihn zu bebauen und zu bewahren“. Damit sind nicht nur die Bauern, Landwirte, Förster, Gartengestalter, Bauingenieure gemeint. Dazu gehört entscheidend auch die Gestaltung des Gemeinwesens.
Verantwortung für kommende Generationen
Als Jesus gefragt wurde, ob es recht ist, dem Kaiser Steuern zu bezahlen, antwortete er: „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört!“ – Und das heißt in unsere Zeit übersetzt: „Gebt der Demokratie, was der Demokratie gehört“. 
Das fordert uns heraus, die wir (noch) in einem freien demokratischen Rechtsstaat leben, der ganz von unserer Mitgestaltung lebt oder andernfalls durch unzählige so genannte Reformen weiter deformiert wird.
Dazu muss gehören:
– Die Verantwortung für die nachfolgende Generation. Und dabei blicke ich nicht auf die aufgebauten Drohkulissen, sondern ich spreche davon, überhaupt dafür zu sorgen, dass Kinder geboren werden und dass wir ihr ein gutes Land hinterlassen und nicht Schuldenberge.
Wenn die letzte Generation wegen des Klimawandels keine Kinder mehr bekommt und es wirklich nicht nur ein paar Leute, sondern die ganze Generation wäre, dann wäre sie wirklich die Letzte! Nur dann!
Oder: Wenn Jesus in dieser Generation wirklich wieder kommt! 
– Das Gebet für die Stadt und die Obrigkeit, das uns im Alten und Neuen Testament aufgetragen wird.
– Die Mitwirkung an der Gestaltung des Gemeinwesens im öffentlichen Dialog und Diskurs, in den Medien, in den Gesprächen mit den Politikern.
– Ja zur Wahrheit und Nein zur Lüge in jeder Gestalt
– Einsatz für die Werte-Ordnung in unserer Gesellschaft
– Bibel als grundlegendes Dokument der Kultur wieder in den Schulunterricht, auch in die kommunalen Kindergärten.
III. Dritter Gedankengang:
Wir sind, so sagt es Jesus, Licht und Salz in dieser Welt! Im Wortlaut heißt es bei Matthäus 5,13-16:
„Ihr seid das Salz der Erde! Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt.
Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“. 
Welch eine Zusage!
Das ist keine zwanghafte Pflichterfüllung: Ihr müsst sein!
Das ist keine ungewisse Zukunftshoffnung: Ihr werdet es eines Tages sein!
Das ist kein moralinsaurer Aufruf: Ihr sollt sein!
Das ist keine steile Erwartungshaltung: Ihr könntet es sein.
Es wird einfach festgestellt, Jünger Jesu sind Salz der Erde, sind Licht der Welt, nicht weniger, nicht mehr. Dazu ein paar Gedanken, zum Bejahen, zum Widersprechen oder und zum Weiterdenken ganz im Sinne der Jahreslosung: „Prüfet alles und das Gute behaltet!“
Ich denke, das kurze Bibelwort erschließt sich uns rasch, wenn wir einfachee Grundfragen stellen: Wer, wie, was, wozu?
- Wer?
Jesus sagt: Ihr seid! Aber wer ist Ihr? Diese Aussage steht am Beginn der Bergpredigt. Jesus hatte seine Jünger als Zielgruppe vor sich. Ihr! Die Menschen, die ihm nachfolgten, damals und zu allen Zeiten. 
Wir kennen das primitive alte Beispiel: Wer in einer Garage geboren wurde, ist deshalb noch kein Auto. So gilt es auch: Wer in einem noch von der christlichen Kultur geprägten Land geboren ist und vielleicht auch noch in eine christliche Familie hinein, ist deshalb noch kein Christ.
Es bedarf einer ganz persönlichen Entscheidung, ob ich das Angebot Christi für mich persönlich annehme. „Diejenigen, die ihn, Jesus Christus, aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu heißen“, so bezeugt es der Evangelist Johannes. Die sind wiedergeboren zu einem neuen Leben unter der Herrschaft des lebendigen Gottes. Sie haben Jesus Christus in ihr Herz aufgenommen, Ja, zu seinem Angebot gesagt, dass er für unsere Sünden gestorben ist.
Gender: Zweifel an natürlichen Gegebenheiten
Zweifeln ist heute ja modern! Jetzt gibt es ja sogar ein Gesetz, dass den Zweifel geradezu begünstigt, den Zweifel daran, ob ich Junge oder Mädchen bin, Mann oder Frau, ob die biologischen Voraussetzungen schon als Bestimmung genügen. Und darum kann man das jetzt auch einfach ändern, wenn man ein anderes Gefühl hat, wenn man seine Meinung geändert hat. 
So wird der Zweifel an den natürlichen Gegebenheiten gesellschaftlich zementiert!
Wir wissen, dass die Eizelle einer Frau gerade mal 0,1 Millimeter groß ist und die Samenzelle des Mannes tausendfach kleiner. Aber wenn sich diese beide verschmelzen, entsteht das neue menschliche Leben.
Im Laufe der Schwangerschaft und nachher, also im Wachstumsprozess in der Mutter und im Wachstumsprozess nach der Geburt, kommt nichts mehr von außen hinzu. In dieser winzigen Zelle ist schon alles enthalten, was diesen Menschen später ausmacht, vom Geschlecht, ob männlich oder weiblich, bis hin zur Haarfarbe. Die ganze genetische Zusammensetzung.
Das ist wissenschaftliche begründete Wahrheit, die man heute ad acta legt, ein Abschied von der Natur und der Wissenschaft zugunsten von Gefühlen und Trends!
- Wie?
Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt! – Ich darf einfach „sein“. „Sein“, weil ich Jesu Jünger bin.
Und was bedeutet das? 
Das heißt zunächst: Ich brauche mir nichts einzubilden. Mein Ja zu Jesus ist keine Leistung, sondern die Annahme eines großartigen Geschenkes des großen Gottes! Und das heißt dann auch: Ich muss nicht an mir verzweifeln.
Ich habe sichere Tritte, weil ich mich auf Sein Ja zu mir voll und ganz und immer verlassen kann.
Und das heißt schließlich, dass ich meine Identität, meine Selbstbejahung, nicht aus der Zustimmung Anderer, sondern aus dem Geborgensein in IHM gewinnen darf.
- Was?
Wie wichtig und nützlich Salz ist, wissen wir alle. 59 verschiedene Salze habe ich bei meinen bescheidenen Recherchen gefunden. Salz ist unverzichtbar, hilft zur Klärung, zur Schmelze, zum Geschmack, zur Reinigung.
Und nun sagt Jesus: Ihr seid das Salz. Die für eine Gesellschaft und für ein gelingendes Leben entscheidende Substanz. Ihr wirkt so hinein, dass Leben kostbar, genießbar, schmackhaft, Verhärtungen lösend, reinigend, heilend wird. 
Und wie notwendig Licht in dieser Welt ist, liegt auf der Hand. In einer Zeit der Dunkelheiten, der zunehmenden Gewalt, der Angst vor der Zukunft, dem Verlust von gewohnten Lebenswerten, braucht es Orientierung, Licht, Wärme. Wonach können wir uns denn noch richten, wenn uns die Werte-Ordnung und darüber hinaus der Wohlstand, immer mehr die Freiheit und vielleicht auch bald der Frieden zerbröseln?
In Johannes 15 wird uns berichtet, wie Jesus erklärt: „Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt Ihr nichts tun!“
Was ist also das Entscheidende, dass wir dieses Salz und dieses Licht sind? Unsere Jesus-Beziehung. Es kommt nicht darauf an, ob mich die anderen Mitmenschen mögen, bejahen, achten, schätzen, ob ich ihnen gefalle. Ich muss mich weder nach der Mode noch nach dem Mainstream richten. Ich muss nicht um Zustimmung und Anerkennung ringen.
„Wenn man GOTT vom Thron stößt…“
Einer meiner Freunde, Pfarrer Martin Michaelis aus Quedlinburg, der aufgrund seines entschlossenen Widerspruchs gegen die politischen und kirchlichen Corona-Maßnahmen alle seine Ämter als Pfarrervertreter verloren hat, hat das meines Erachtens am besten auf den Punkt gebracht:
„Wenn man Gott vom Thron stößt, ist es naiv zu glauben, dass dann der Thron leer bleibt. Nein, da setzen sich andere drauf, die so tun, als wären sie Gott, als hätten sie alles zu bestimmen“. 
Die Ur-Versuchung des Menschen, die uns am Anfang der Menschheit berichtet ist, hieß ja: „Sollte Gott gesagt haben?“
Da wurde der Zweifel gesät, da hat der Teufel in der Gestalt der Schlange versucht, sich auf die Leitung zu setzen, die Vertrauensbindung zwischen Gott und den Menschen zu zerstören.
Und heutzutage gesellt sich zu der Frage „Sollte Gott gesagt haben?“ dann noch schnell die weitere Frage: „Sollte Gott das wirklich so gemeint haben, wie er das gesagt hat?“
- Wozu?
Ganz offenbar geht es beim Christenleben nicht nur darum, dass wir einige Menschen aus den Klauen der Gottlosigkeit, aus der Herrschaft des Teufels, herausretten, zu Jüngern machen – wobei jeder Einzelne, der zu Jesus kommt, der seine Einladung annimmt, ein großes Geschenk ist.
Aber Gott hat einen großen Plan. Er sagt: Ihr seid das Salz der Erde! Das Licht der Welt! – Es gibt nach meiner Einschätzung ein großes Missverständnis auch in unseren Kreisen. Wir sind zwar davon überzeugt, dass das biblische Wort wahr ist und für uns gilt. Aber wir denken, reden und handeln danach, dass wir das doch nicht einfach anderen überstülpen dürfen. 
Ja – aber stimmt es nicht auch, dass es auf der ganzen Welt keine besseren Werte für das Zusammenleben der Menschen gibt als jene, die uns in seinem Wort gegeben sind?
Nein, es gibt keinen Grund uns zurückzuhalten in falsch verstandener Demut. Lasst uns mutig nachfragen, ob jemand bessere Werte hat als die, die uns in Gottes Wort gegeben sind. Und wenn es in diesem Wertewettbewerb keine besseren Antworten gibt, lasst uns das nutzen, um zu IHM einzuladen, zum HERRN des Himmels und der Erde und für seine Werte-Ordnung eintreten.
Ja, lasst uns solche Jünger sein, die ganz auf Gottes Stärke vertrauen und danach leben. So wird über unseren Leben stehen können: „Ihr seid das Salz der Erde! Ihr seid das Licht der Welt!“
Unser Gastautor Hartmut Steeb war jahrzehntelang als Generalsekretär der Evangelischen Allianz in Deutschland und als Leiter des TCLG (Treffen christlicher Lebensrechtsgruppen) tätig.





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2 Kommentare
Vielen Dank für diese Aussagen.
Eine Welt, die den Begriff und das Konzept der Wahrheit weitgehend verloren hat, wartet auf das Zeugnis von der Wahrheit.
Auf den Punkt getroffen!
Klar und zielgenau. Wir haben in unserem Überfluss Gott vergessen. Es war kein böser Wille. Es war Gleichgültigkeit. Und jetzt erkennen wir den Totentanz der Dekadenz. Wohl dem, der sich an Jesus Christus hält. Die Welt erkennt sofort, wenn jemand mit Jesus lebt und sagt: Ihr habt was Besonderes! Also Mut zum Bekenntnis!