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„Unauflösliche Einheit“: So definiert die sogenannte ‚Lehrmäßige Note‘ der obersten Glaubensbehörde im Vatikan die Ehe. Mit dem Titel „Una caro“ (Ein Fleisch) bezieht sich der Text prominent auf das Buch Genesis, wo Adam über Eva sagt: „Das endlich ist Bein von meinem Bein / und Fleisch von meinem Fleisch“ (Gen 2,23).

Das Dokument „Una caro“ wurde von Papst Leo XIV. gebilligt; es enthält sieben Kapitel und eine Schlußfolgerung.

Das Dokument des Glaubensdikasteriums will die Schönheit der ehelichen Einheit hervorheben, die „mit Hilfe der Gnade auch die Vereinigung zwischen Christus und seiner geliebten Braut, der Kirche“, durchscheinen lasse.

Der Text richtet sich in erster Linie an Bischöfe, soll aber – wie Kardinal Fernández betont – auch jungen Menschen, Verlobten und Ehepaaren helfen, den Reichtum der christlichen Ehe zu erkennen.

Die Ehe öffnet sich zur Ewigkeit hin

Das Dokument streicht heraus, dass die Monogamie keine Einschränkung ist, sondern vielmehr die Chance zu einer Liebe, die sich zur Ewigkeit hin öffnet.

Zwei Elemente erscheinen dabei wichtig: die gegenseitige Zugehörigkeit und die eheliche Liebe.

Für die gegenseitige Zugehörigkeit bildet eine „freie Zustimmung” der beiden Ehepartner die Voraussetzung; ein solcher Ehebund spiegelt die dreifaltige Gemeinschaft Gottes wider.

Das Dokument spricht von einer „Zugehörigkeit des Herzens, in das nur Gott hineinschaut“ und wo nur ER eintreten kann, „ohne die Freiheit und Identität der Person zu beeinträchtigen“. 

BILD: Beim orthodoxen Hochzeitsritus werden die Eheleute gekrönt

So verstanden „impliziert die gegenseitige Zugehörigkeit, die der ausschließlichen gegenseitigen Liebe eigen ist, eine behutsame Fürsorge und eine heilige Furcht, die Freiheit des anderen zu verletzen, der die gleiche Würde und damit die gleichen Rechte hat“.

Wer liebt, weiß, dass „der andere kein Mittel sein kann, um die eigenen Unzufriedenheiten zu lindern“, und ist sich außerdem im Klaren darüber, dass die eigene Leere niemals „durch die Beherrschung des anderen“ gefüllt werden darf.

In diesem Zusammenhang bedauert die ‚Lehrmäßige Note‘ ausdrücklich die „vielen Formen ungesunden Verlangens, die in verschiedene Ausprägungen von offener oder subtiler Gewalt, Unterdrückung, psychologischem Druck, Kontrolle und schließlich Ersticken münden“. Es handelt sich um „mangelnden Respekt und Ehrfurcht vor der Würde des anderen“.

Eine gesunde Liebe vereinnahmt den Partner nicht

Ein gesundes „Wir beide“ beinhaltet hingegen „die Gegenseitigkeit zweier Freiheiten, die niemals verletzt werden, sondern immer eine Grenze bestehen lassen, die nicht überschritten werden darf“. Dies geschieht, wenn „die Person sich nicht in der Beziehung verliert und nicht mit dem geliebten Menschen verschmilzt“ – aus Respekt vor dem anderen. Eine gesunde Liebe ist dementsprechend eine, „die niemals den anderen absorbieren will“.

In diesem Zusammenhang betont das Dokument, dass das Paar „verstehen und akzeptieren“ können muss, dass jeder etwas Raum fürs Alleinsein und Nachdenken braucht. Schließlich ist die Ehe „kein Besitz“, „kein Anspruch“ und auch keine vollständige Befreiung von der Einsamkeit (nur Gott kann nämlich die Leere füllen, die ein Mensch empfindet).

Allzu viel Distanz ist aber auch nicht gut: „Wenn sie zu sehr um sich greift, bringt sie das ‚Wir beide‘ in Gefahr“.

Als „wertvolles Mittel“ für Paare, um in Heiligkeit und Liebe zu wachsen, empfiehlt der Vatikan das Gebet. Das „göttliche Geschenk” der Ehe werde durch Beten und sakramentales Leben gestärkt.

Eheliche Intimität als Geschenk des Schöpfers

Dank der verwandelnden Kraft der Liebe lässt sich Sexualität nicht (nur) als Trieb verstehen, den es auszuleben gilt, sondern als „wunderbares Geschenk Gottes“, bei dem es um das Wohl des anderen und die Weitergabe des Lebens geht.

Fruchtbarkeit muss freilich nicht „das ausdrückliche Ziel jedes Geschlechtsakts sein“; im Gegenteil, die Ehe behält ihren grundlegenden Charakter auch dann, wenn sie kinderlos ist.

Von den beiden wesentlichen Eigenschaften der Ehe – Einheit und Unauflöslichkeit – begründet daher die erste die zweite. Die Treue in der Ehe wird zu einem „Versprechen der Unendlichkeit“.

Monogamie schützt die Würde der Frau

Die Verteidigung der Monogamie bedeute auch, die Würde der Frau zu schützen – dies könne nicht geschehen, „wenn der andere Mensch lediglich zum Objekt der Befriedigung der eigenen Begierden wird“.

Die Ehe dürfe nicht zur „Beherrschung des Partners“ werden, so Fernández. Formen „ungesunder Begierde“ können tatsächlich zu offener oder subtiler Gewalt, zu Unterdrückung, psychischem Druck, Kontrolle und Erstickung führen, oft begleitet von Untreue. „Wahre Liebe erkennt die heilige Dimension des anderen an und erfordert eine behutsame Wahrung seiner Freiheit“, formulierte hierzu die italienische Philosophie-Professorin De Simone.

Quelle und weitere Infos hier: https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2025-11/vatikan-monogam-ehe-glaube-kirche-paar-dikasterium-fernandez.html

Kommentare

9 Kommentare

  1. Wissen plus Wahrheit gleich Weisheit für Donnerstag, 27. November 2025

    Gott spricht: Als du mich in der Not anriefst, half ich dir heraus.
    Psalm 81,8

    Als Petrus den starken Wind sah, erschrak er und begann zu sinken und schrie: Herr, rette mich! Jesus aber streckte sogleich die Hand aus und ergriff ihn.
    Matthäus 14,30-31
    ———————–
    Alles was zu Christus lenkt bringt den Heiligen Geist und das Lebendige – das Leben.

  2. Gut und richtig alles. Aber Papst Leo XIV. müsste mal schauen, ob und wie er sich jetzt aktuell hinsichtlich der Ukraine und/oder Situation im Gaza-Streifen einbringen kann. Das ist jetzt mal wichtiger…Der Artikel oben schildert doch altbekannte Wahrheiten, Positionen, die längst geklärt sind. Kirchlicherseits.

    1. JESU WORTE ‚Mt. 19,12‘: ‚wer es fassen kann, der fasse es‘ – daß ich um des Himmelreiches willen mich von Jesus in Jesu Nachfolge genommen glauben darf, wenn ich mich von Ehe lossage. WIE soll ich dann aber denken, daß wir nicht in einem bestimmten Maß einen Fehler begingen, wenn ich hier in einer Urkunde lese, daß ich – ‚Dr. phil. Siegfried Paul Posch‘ – am ‚30.05.1975‘ heiratete. Das Hochzeitsmahl war im Wallfahrtsort unserer Mutter seit ihrer Jugend Graz-Mariatrost anberaumt.
      Und WER wäre nicht auf die Schwierigkeit gestoßen, die Bedeutung des Satzes von Jesu Apostel Paulus zu ergründen, ‚1. Kor. 7,1‘, ‚ein Mann tut gut daran, keine Frau zu berühren‘. Daß jemand dieser Tage mir sagte, Paulus sei eben ein ‚Macho‘, konnte gewiß nur dazu veranlassen, das Gespräch freundlich fortzusetzen, hätte doch sonst vielleicht gefragt werden können, wer das nicht von Jesu Apostel Paulus, dem römischen Erbbürger, denkt. WER denkt das nicht zu ‚Vers 9‘, ‚1. Kor. 7‘, daß der Zweck der Ehe war, Unzuchtsünden zu vermeiden – was von der LEVIRATSEHE aber nicht ausgesagt werden konnte – , und insbesondere auch danach zu ‚1. Kor. 7,28‘: DASS ES EIN BEISPIEL FÜR EINE GLÜCKLICHE EHE, OHNE ‚irdische Bedrängnis‘, NIE GEBEN KONNTE?

      1. Guten Tag,
        die Ehe ist kein Fehler, sondern ein Sakrament, also das glatte Gegenteil davon.
        Im übrigen hat Paulus an anderen Briefstellen den Gläubigen allgemein die Ehe empfohlen, für die besondere Nachfolge Christi, den „ungeteilten Einsatz“ für das Gottesreich aber den Zölibat.
        Freundlichen Gruß
        Felizitas Küble

    2. Guten Tag,
      Sie meinen, in UNA CARO seien „altbekannte Wahrheiten“ enthalten, die „längst geklärt sind“ – kirchlicherseits.
      Schön wäre es!
      Es gibt etliche ev. Landeskirchen, welche die Homo-„Ehe“ eingeführt haben, sodann katholische Theologen und Verbände, die dazu neigen bzw. sich der Queer-Bewegung andienen.
      In dem Vatikandokument wird eindeutig festgehalten, daß eine Ehe nur zwischen einem Mann und einer Frau geschlossen werden kann – für eine Homo-Ehe gibt es dazu keine Tür und auch keine Hintertür, geschweige für eine „Mehr-Ehe“ wie im Islam oder heidnischen „Traditionen“ in Afrika – durchaus ein echtes Problem bei der Missionsarbeit dort.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

      1. Ja und? Das war doch immer Position der katholischen Kirche, was in UNA CARO drin steht, da steht doch nichts Neues drin. Wo ist das Neue? Was sich da aktuell in evangelischer und katholischer Kirche teilweise tut, sehen wir, das ändert aber doch nichts an der katholischen Grundposition. Von daher war meine Aussage der „altbekannten Wahrheiten“, zu dem, was katholischerseits klar ist, nicht falsch, sondern richtig. Ich gehe davon aus, dass die römisch-katholische Kirche nicht „über jedes Stöckchen springt, das hin gehalten wird“.
        Oft schreiben Sie Entgegnungen auf mich, Frau Küble, weil Sie sich nicht mit dem auseinandersetzen, was ich schreibe. Ich könnte zig Beispiele nennen, wo Sie von „blau“ reden, ich von „rot“.

        1. Guten Tag,
          wenn aber von weltlicher oder innerkirchlicher Seite bestimmte „altbekannte“ Lehrinhalte bestritten werden, z.B. betr. Nein zur Homo-Ehe, dann ist es von Rom her üblich, diese Positionen noch einmal zu bekräftigen – und das ist auch gut so.
          Das hat der Papst auch in der NS-Zeit 1937 mit seiner Enzyklika „Mit brennender Sorge“ getan:
          Die Absage an den Rassismus bzw. eine „Nationalkirche“ war theologisch nicht neu (eine frz. Nationalkirche wurde schon gegen den Febronismus abgelehnt), aber in dieser Zeit eine Erinnerung daran sehr angebracht, was die Nazis auch entsprechend zur Weißglut brachte.
          Freundlichen Gruß
          Felizitas Küble

          1. Naja, es wird ja JEDEN TAG (weltlicherseits) gegenüber den Kirchen alles bestritten, manchmal zu Recht, meistens zu Unrecht. Da braucht man nicht drauf zu reagieren. Weil: Geistliches kann nur geistlich beurteilt werden, was „die Welt“ nicht kann – dazu hat sie „keinen Draht“. Aber daneben bestehen ja schon länger innerkirchliche Differenzen zu allen möglichen Fragen, sei es auf evangelischer, sei es auf katholischer Seite. Nun ja, wer da meint, er müsse ständig Dinge klarstellen, der soll das tun. Ich tät`s nicht. Man gibt nämlich immer der Gegenseite damit die Möglichkeit, sich (noch mehr) öffentlich darzustellen. Deshalb tät ich es nicht. Aber ich bin ja auch nicht Papst. Bin es nicht – und werde es nicht!

    3. ‚Situation im Gaza-Streifen‘: Sie haben recht. Aber was wir tun können: es wird doch wohl schon an Weihnachten in Betlehem gedacht. Aber seit Jahren gelang es mir nicht, auch für die an den Türen läutenden Sternsinger und ihre Begleitung, der gewiß nicht schwierigen Bedeutung von ‚Vers 15‘ des Weihnachtsevangelisten und Arztes aus ‚Lk. 2,8-20‘, Beachtung zu verschaffen, https://www.youtube.com/watch?v=kVB5r-ui-C8 , DASS DIE ENGEL UND DER STERN und das ‚GLORIA IN EXCELSIS DEO‘ UNMITTELBAR BEI DEN WEIHNACHTSKRIPPEN IN HÄUSERN UND KIRCHEN DAS EVANGELIUM AUSLÖSCHEN – sind doch die Engel, als die Hirten {von dem freien Feld kommend, wo sie Nachtwache halten) Maria und Josef und das Kind in Betlehem finden, IN DEN HIMMEL ZURÜCKGEKEHRT. Und wird damit nicht zugleich – bequem eigentlich für jene, für die es eine Genugtuung ist, daß JESU WORTE, daß es keinen Niedergang der Kirche gibt, daß die Pforten der Hölle der Kirche keine Gewalt antun können, ganz offensichtlich widerlegt scheinen – die Forschung zum Stern von Betlehem und die ganze Astronomie des Neuen und des Alten Testaments überhaupt zum Erlöschen gebracht? Dr. phil. Siegfried Paul Posch

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