Von Felizitas Küble
Dr. Johannes Dyba, der tapfere Oberhirte des Bistums Fulda, wurde nicht nur von Gläubigen in Deutschland respektiert oder geradezu bewundert, sondern auch im deutschsprachigen Ausland als mutiger Gottesmann wahrgenommen.
Der Erzbischof verstarb vor genau 25 Jahren, am 23. Juli 2000, und wurde in der Johanneskapelle des Doms zu Fulda beigesetzt. An diesem unbeugsamen Würdenträger schieden sich die Geister, denn er vertrat ohne Abstriche die Gebote Gottes und die Lehre der Kirche in Glaubens- und Sittenfragen. 
Dabei scheute er auch die kämpferische Auseinandersetzung nicht, wenn er dies für nötig hielt. Deshalb wurde er schon zu Lebzeiten von den theologisch Konservativen im Kirchenvolk respektvoll als „Löwe von Fulda“ bezeichnet, denn sein mutiges Auftreten erinnerte sie an den Löwen von Münster, Kardinal Clemens August Graf von Galen.
Auch die hessische Stadt Fulda würdigte Dyba nach seinem Tod durch eine Straßenumbenennung in zentraler Lage: Aus der Kastanienallee wurde die Johannes-Dyba-Allee mit direktem Blick zum Dom und zum Stadtschloß.
Die Nachricht von seinem plötzlichen, völlig überraschenden Tod schockierte nicht nur Freunde und Anhänger, sondern ließ auch einige seiner Kritiker in Kirche, Politik und Medien erkennen, was sie nun wohl vermissen würden: Eine charakterstarke Persönlichkeit mit Profil, an der sie sich „abarbeiten“ konnten, der sie gleichwohl einen gewissen inneren Respekt nicht versagten, wie aus einigen Nachrufen herauszulesen war.
Bischof mit „Berliner Schnauze“
Johannes Dyba wurde wegen seiner kecken Schlagfertigkeit ein „Herz mit Berliner Schnauze“ nachgesagt, was auch einen biographischen Hintergrund aufweist, denn er erblickte am 15.9.1929 in der damaligen Reichshauptstadt das Licht der Welt, wobei sein Vater Felix und seine Mutter Johanna hieß.
Johannes war das dritte von vier Kindern dieses katholischen Lehrer-Ehepaares. 1954 promovierte er zum Doktor der Rechtswissenschaften und empfing am 2. Februar 1959 im Kölner Dom die Priesterweihe durch Kardinal Josef Frings. 
Seine spätere Laufbahn als Jurist, Kirchenrechtler und Vatikandiplomat fand ihren Höhepunkt in der Ernennung zum Oberhaupt des Bistums Fulda, die durch Papst Johannes Paul II. am 4. Juni 1983 erfolgte – und zwar unter Beibehaltung des persönlichen Titels eines Erzbischofs. Dybas amtlicher Wahlspruch lautete: filii Dei sumus (Söhne bzw. Kinder Gottes sind wir). Sieben Jahre später begann zusätzlich seine Amtszeit als Militärbischof der Bundeswehr.
Bei aller Heimatverbundenheit war Johannes Dyba zugleich „weltläufig“ und studierte an den US-Universitäten in Denver und Durham. Später wirkte er in der römischen Kurie und war jahrelang als Vatikan-Diplomat in etlichen Ländern Afrikas tätig. Seine weltweiten Kontakte hinderten Dyba nicht daran, zugleich einen bodenständigen Patriotismus zu vertreten. Nicht nur als Militärbischof, auch als Publizist und Prediger ermutigte er die Gläubigen zu einer hochherzigen und christlichen Vaterlandsliebe, die zugleich andere Nationen wertschätzt.
Der Bischof von Fulda war auch in zahlreiche Talksendungen präsent, wo er sich wacker und bisweilen humorvoll schlug. Der medienpräsente „Erzkonservative“ wirkte auch und gerade für linksstehende Zeitgenossen teils durchaus faszinierend, denn hier war einer, der deutlich seinen zeit(geist)kritischen Standpunkt vertrat und auf jeden rhetorischen Eiertanz verzichtete.
Glockenläuten für die Ungeborenen
Dabei war der konsequente Einsatz für das Lebensrecht der Kinder im Mutterleib für Dyba ganz selbstverständlich. Deshalb führte er 1988 in seinem Bistum das symbolträchtige Glockenläuten am 28. Dezember („Gedenktag der unschuldigen Kinder zu Bethlehem“) ein, dem sich außer dem Paderborner Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt leider kein einziges weiteres Bistum anschloß, auch nicht die Erzdiözese Köln unter Kardinal Joachim Meisner. 
Wegen seiner konsequenten Haltung löste sich Dyba als erster deutscher Bischof aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung, denn damit war in Deutschland der für die Straffreiheit der Abtreibung erforderliche Beratungsschein verbunden, den Dyba als Jurist und Theologe zutreffend als „Lizenz zum Töten“ kritisierte.
Zugleich bezog der mutige Oberhirte auch zu anderen Debatten sehr klar Stellung. So nannte er die Feministische Theologie kurzerhand „gotteslästerlich“ und kritisierte auch innerkirchliche Fehlentwicklungen.
Er beklagte es z.B. öffentlich, als die „kfd“ (Kath. Frauengemeinschaft Deutschlands) damit begann, in ihrer Mitgliederzeitschrift „Frau und Mutter“ das Wort „Mutter“ im Titel komplett kleinzuschreiben und damit sichtbar abzuwerten.
Ebenso wie Kardinal Joseph Ratzinger, damals Glaubenspräfekt in Rom, wandte sich Dyba gegen das damals von der rotgrünen Bundesregierung vorangetriebene Partnerschaftsgesetz für homosexuelle Paare. Seine entschiedene Ablehnung, die er als einziger Oberhirte in Deutschland geäußert hat, führte zu empörten Reaktionen bis hin zu tätlichen Angriffen linker und queerer Gruppen. Noch wenige Tage vor seinem überraschenden Tod mußte er Protestaktionen radikaler Homo-Gruppen und Antifa-Initiativen in Fulda über sich ergehen lassen.
Verbundenheit mit Weihbischof Laun
In gleicher Gesinnung verbunden war Dyba mit dem Salzburger Weihbischof Andreas Laun (siehe Foto), der am Gedenktag von Papst Silvester (31.12.2024) verstorben ist. Laun wurde auch in Deutschland von vielen konservativen Katholiken sehr geschätzt, so wie bei Dyba vor allem wegen seines Einsatzes für das Lebensrecht der bedrohten Kinder im Mutterleib. 
Der Weihbischof war einer der ersten höheren Würdenträger, die an dem Berliner Marsch für das Leben teilnahmen. In dem Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ (siehe letztes Bild) ist ein ausführlicher Beitrag Launs zu Erzbischof Dyba enthalten. Darin schreibt er, der Oberhirte von Fulda erinnere ihn an den tapferen Thomas Morus, beide Gottesmänner betrachte er als „Leuchtturm des Glaubens und der Wahrheit“.
Außerdem erwähnt Laun sein „Lieblings-Zitat von Johannes Dyba“ aus einem Interview:
„Ihr Standort“, so der Fragesteller, „ist also auch weiterhin weit weg von Zeitgeist und juristischen Sophistereien? Oder anders gefragt: Der Bischof von Fulda verharrt im deutschen Episkopat in seiner Außenseiterrolle?“
In der Antwort von Erzbischof Dyba ist alles enthalten, was er sonst noch äußerte:
„Dazu möchte ich zwei Dinge sagen: 
Einmal: Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft – und dazu gehören auch seine Gebote – in Klarheit und Wahrheit zu verkünden.“
Laun schreibt dazu: „Besser könnte man es nicht auf den Punkt bringen.“
Außerdem berichtet der Autor, er habe mit ihm einmal eine hl. Messe gefeiert. Dabei habe Dyba in seiner Predigt den schlagfertigen Satz präsentiert: „Wenn Johannes der Täufer sich verhalten hätte wie die deutschen Bischöfe, wäre er im Bett gestorben!“
Erstveröffentlichung dieses Artikels in der kath. Monatszeitung „Der 13.“ aus Wien
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4 Kommentare
Ja, wo sind die 25 Jahre hin, als Erzbischof Johannes von uns gegangen ist in der ersten Stunde des Sonntagmorgen am 23. Juli 2000 ……
Ein Streiter für unseren Herrn, wachsam, der aufrechte Gang, das mutige Vorangehen im Kampf gegen Irrungen und Wirrungen unserer Zeit, das war unser Fuldaer Bischof Dyba !
Bei ihm wußte man, woran man war, für was er eintrat, was man von vielen Oberhirten heute leider nicht mehr sagen kann.
Hirten, die sich lieber dem Mainstream beugen, statt Stellung zu beziehen für die Wahrheit unseres Herrn und Gottes, und die sich wundern, daß trotz Beleuchtungseffekten in Gotteshäusern mit modernen Gesängen, die lieber bei Protest-Aktionen aller Art mitlaufen, aber beim ,Marsch für das Leben’ fehlen uvm., die Kirchen leerer werden und die Priesterseminare hierzulande zu ,Lost Places’ mutieren.
Zur Zeit des Erzbischofs Johannes kaum vorstellbar.
Da war immer was los ! Allein bei den Wallfahrten mit ihm oder vor Ort die Bonifatius-Wallfahrt in Fulda…. Da waren soviele Leute versammelt, daß kein Krankenwagen durch die Menge gepasst hat.
Und warum wohl ? Weil er vorgelebt hat, was er von seinen Anvertrauten auch wollte: sich als Kinder Gottes zu begreifen, darin glücklich zu werden, an D E N glauben, dessen Worte ins ewige Leben führen, durch dick und dünn treu bleiben, einfach durchglauben !
Ich kann mich nur verneigen vor diesem mutigen Hirten unseres Bistums, danken, daß ich ihn kennengelernt und ihn durch die ganze Amtszeit hindurch erleben konnte.
Vor allem aber danke ich dem Herrn, daß er ihn in unser Bistum, auf den Stuhl des Hl. Bonifatius gesendet hat. Der Herr möge ihn segnen und reich belohnen.
Bischof Dyba hatte stets einen Blick für das ewige Leben bei Gott bewahrt, dieses Ziel wollte er als tugendhafter Bischof erreichen.
Sieht man die vielen Zeitgeist unterworfenen deutschen Bischöfe an, fragt man sich , ob das jüngste Gericht und das ewige Leben bei Gott überhaupt noch in den Köpfen der Bischöfe ist.
Gerade zu der Causa Brosius-Gersdorf hätte ich eine Ablehnung der Bischofskonferenz erwartet.
Auch die Ablehnung des synodalen Weg sollte mit der kompletten Bischofskonferenz getan werden.
Dyba würde, wenn er noch leben würde, heute wieder so handeln wie damals.
Gott habe ihn selig.
Es ist wirklich ein Trauerspiel, wie das einst in Liebe geborene Kind aus ehrlichen Partnerschaften zum Spielball woker, queerer, Multi Kulti Propaganda geworden ist. Die Normalität zwischenmenschlicher Beziehungen wurde aufgelöst und die importierten Vergewaltigungsorgien, wo selbst Kinder als Brutkästen der Peiniger benutzt werden, Massenvergewaltigungen zum Sport geworden sind, hebelt all das Gottes vertrauende Leben aus.
Man kann heute nicht mehr dank dieser Verbrecher, die das organisiert haben, so eisern betrachten wie er damals. Kardinal Lehmann wurde es in dem Moment wahrscheinlich klar, wo Gewalt an Frauen und Kindern durch ihre Peiniger überhand nahm, dass die Opfer dringend Hilfe brauchen, doch die werden immer mehr verhöhnt und die Täter liebevoll gehätschelt.
Mit der bewusst herbei geführten Auflösung des Vaterlandes, der Heimat der hier seit Jahrhunderten geborenen beheimateten Menschen und lebenden Familien, wurde dieses Stützgerüst der Gesellschaft dreist zum Nachteil des Volkes geopfert und dessen Heimat.
Meine Güte, was für ein Format! Was für ein Oberhirte! Was für ein Felsen in der Brandung! Dagegen ist der heutige Klerus ein Abglanz von Weicheiern und Warmduschern. Mit Dyba hätte die CDU es nicht gewagt, für diese beiden ominösen „Richterinnen“ zu kämpfen…. Geschweige denn diesen Corona-Circus mitgemacht….