Es stellte die katholische Kirche unter staatliche Kontrolle, was zu Jahren massiver Unsicherheit, Verfolgung und heftiger Spannungen zwischen Staat und Kirche führte.
Die Ley Calles gilt als Ergebnis einer antiklerikalen Staatsstrategie in Mexiko, deren Wurzeln ins 19. Jahrhundert zurückreichen. Sozialistische und freimaurerische Ideologien zielten darauf ab, den Einfluss der katholischen Kirche massiv zurückzudrängen. 
1925 setzte Präsident Calles die schon bestehenden kirchenfeindlichen Verfassungsbestimmungen mit besonderer Härte durch. Für große Teile der katholisch geprägten Bevölkerung bedeutete dies einen tiefen Eingriff in religiöse Praxis.
Kirche enteignet, öffentliches Glaubensleben verboten
So drängten die Bestimmungen von 1926 die katholische Kirche weitgehend aus der öffentlichen Sphäre. Religiöser Unterricht wurde ebenso verboten, christliche Symbole und Prozessionen, auch alle anderen kirchlichen Aktivitäten kamen unter staatliche Kontrolle, öffentliche Gottesdienste wurden stark eingeschränkt und die katholische Kirche komplett enteignet.
Priester mussten sich registrieren lassen, durften nur noch mexikanischer Herkunft sein und wurden zahlenmäßig pro Bundesstaat begrenzt, auch war ihnen jede Kritik am Staat untersagt. Verstöße konnten mit hohen Geldstrafen oder Gefängnis geahndet werden, zudem waren staatliche Stellen befugt, Kirchen, Klöster, Schulen oder Pfarrhäuser zu schließen oder zu konfiszieren.
Als Reaktion setzten die mexikanischen Bischöfe am 31. Juli 1926 die öffentlichen Messfeiern landesweit aus. Es gab Boykottaufrufe gegen die Gesetze und gegen Produkte aus staatsnahen Firmen, sowie eine breite Solidarisierung mit den Opfern. Die Regierung verstärkte die Repression, mit Massenverhaftungen, Vertreibungen und militärischen Maßnahmen gegen die Zivilbevölkerung, was schließlich zur Eskalation führte.
Widerstand aus dem katholischen Volk
Die sogenannten „Cristeros“ – Laien, Landbevölkerung und ganze Dorfgemeinden – erhoben sich bewaffnet gegen die staatlichen Eingriffe, auch Priester beteiligten sich am Aufstand. Ihr Name leitet sich vom Ruf „¡Viva Cristo Rey!“ ab, der aus Verhörsituationen stammt, in denen Gefangene zur Loyalität gegenüber dem Staat gezwungen werden sollten und stattdessen ihre christliche Bindung bekannten. 
Die Regierung, militärisch und technisch überlegen, reagierte mit zahlreichen Hinrichtungen. Dutzende Opfer wurden später von der katholischen Kirche selig- oder heiliggesprochen, darunter bekannte Namen wie die Priester Miguel Agustin Pro und Mateo Elias Nieves Castillo sowie der Laie Anacleto Gonzalez Flores.
Der Konflikt endete formal 1929 mit einem unter starkem diplomatischem Druck des US-Botschafters Dwight Morrow zustande gekommenen Abkommen zwischen der mexikanischen Regierung und den Bischöfen. Dadurch wurde die Wiederaufnahme öffentlicher Gottesdienste ermöglicht und die schärfsten Maßnahmen der Ley Calles faktisch außer Kraft gesetzt.
Trotz des offiziellen Endes hielten lokale Gewalt und Repressionen noch über Jahre an. Erst mit der Gesetzesreform von 1992 erhielt die katholische Kirche in Mexiko wieder uneingeschränkte juristische Rechte.
Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2026-01/mexiko-geschichte-cristero-krieg-saekularisierung-kirche-glaube.html





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Eine Antwort
Die Bedeutung von Mexiko für die USA: es ist wohl notwendig, diesbezüglich die Aufmerksamkeit auf die Schwierigkeit der Beurteilung der Geschichte der Beziehungen zu lenken. Aber ist die Schwierigkeit nicht so groß, daß unsere Aufmerksamkeit zu ermüden droht? Muß dazu nicht rechtsphilosophisch erwogen werden, worauf BUCHRECHT und FALLRECHT gegründet sind? Das britische Recht ist tangiert von den ‚EPSTEIN-FILES‘. Die Juristin Megyn Kelly glaubt, hier ein Urteil gewonnen zu haben: https://www.youtube.com/shorts/mUos2IAv7tw . Aber WORAUF läuft der Streit wirklich hinaus? Dr. phil. Siegfried Paul Posch