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Warum DEMUT „Mut zum Dienen“ bedeutet

Von Jörgen Bauer

Alle aber miteinander haltet fest an der Demut; Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen schenkt er Gnade.  So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit ER euch erhöhe zu seiner Zeit. (1. Petrus 5, 5-6)

Bei vielen Menschen hat das Wort „Demut“ einen negativen Beiklang, weil darunter oftmals „Unterwürfigkeit“, „Selbstaufgabe“, „Gehorsam“ und dergl. verstanden wird –  und das ist etwas, was dem natürlichen Menschen, der „etwas sein und darstellen“ möchte, zutiefst widerstrebt.

Das alles ist die Demut, in der das Wort „Mut“ steckt, aber nicht. Demut setzt sich zusammen aus den altdeutschen Worten „dio“ (Knecht, Diener) und „muot“ (Gesinnung) und bezeichnet die „Gesinnung eines Dienenden“ oder den „Mut zum Dienen“.

Es geht an der Sache vorbei, wenn man Demut mit den jetzt negativ besetzten Worten „demütigen“ (niedermachen) oder „Knecht“ (einer, der „geknechtet“ wird) in Verbindung bringt.

Als Knechte werden in der Bibel auch die Minister und Oberen eines Königs bezeichnet. Der Knecht ist demnach ein im Dienst Stehender. Ebenso ist es mit dem „Diener“. Der Preußenkönig Friedrich II konnte sich deshalb als der „erste Diener“ seines Staates bezeichnen. Zu dienen und damit ein Diener zu sein ist nichts Ehrenrühriges, ganz im Gegenteil.

Aber selbst dann behält „Diener“ und „dienen“ für viele, die doch lieber „Herren einer Sache“ oder „König Kunde“ sein wollen, einen negativen Beigeschmack. Aber das eine schließt das andere nicht aus.

Martin Luther schrieb dazu: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.“ (Denn er ist von Christus frei gemacht und dient deshalb freiwillig und aus Überzeugung.)

Demut wurde im Alten Testament sehr hoch eingeschätzt und wird mit Weisheit in Verbindung gebracht. Der Lohn der Demut ist Reichtum und Ehre und Leben (Sprüche 22,4).

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „So wie das Wasser die Höhe meidet und in die Tiefe fließt, bleibt auch die Weisheit nur bei den Demütigen“.

Moses wird als ein sehr demütiger Mensch beschrieben, und Jesus sagt von sich, dass er von Herzen demütig ist. Christus hat nie die eigene Ehre gesucht, sondern war gehorsam bis ans Kreuz und hat uns damit gedient. Gott selbst hat IHN deshalb erhöht und IHM alle Macht im Himmel und auf Erden und das Weltgericht übergeben.

Der Demütige sieht sich, im Gegensatz zum Hochmütigen, nicht im Vordergrund, sondern hat einen klaren und sachlichen Blick für die Wirklichkeit, erkennt Grenzen und das, was wirklich zählt.

Während der unsachliche, ichbezogene Mensch zwangsläufig in die Irre gehen muss, weil er auf Vergängliches setzt und sich dabei überschätzt, ist das beim Demütigen, der sich unter die Hand des Ewigen beugt, gerade andersherum.

Das liegt auf der Linie der Bibel, wonach man beim Säen auf das Fleisch das Verderben erntet, während das Säen auf den Geist ewiges Leben bringt (Gal 6,8).

Deshalb tun wir uns selbst den größten Dienst, wenn wir unser ICH zurücknehmen und zum Dienst bereit sind. Und wenn unser HERR zum vorbehaltlosen Dienen bereit war, können auch wir uns zum Dienst bequemen.

 

Kommentare

3 Antworten

  1. Shalom.Nehemia 8,10
    „Und er sprach zu ihnen: Gehet hin, esset Fettes und trinket Süßes, und sendet Teile denen, für welche nichts zubereitet ist; denn der Tag ist unserem Herrn heilig; und betrübet euch nicht, denn die Freude an dem HERR ist eure Stärke.“
    Sich selbst Gutes tun , anderen Gutes tun und sich an Gott erfreuen. So ist die Demut eine Freude. Wenn alle demütig sind, stehen alle auf der gleichen Ebene, niemand ist geringer oder mehr wert . Ich kann meine Demut einsetzen, wenn es angebracht ist. Einem Tyrannen brauche ich nicht zu dienen und seine Werke unterstützen. Jesus sagte auch mal , man soll Perlen nicht vor die Säue werfen, sie würden sie nur zertreten. Demütig können wir uns auch gegenüber der Umwelt, Natur und den Tieren verhalten. Handlung aus Liebe würde ich auch Demut bezeichnen.

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