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Warum der Kreuz-Skandal von Münster noch weiterer Aufklärung bedarf

Von Dr. Rolf Braun

Am vergangenen Freitag haben wir in den „Westfälischen Nachrichten“ gelesen, dass das Auswärtige Amt darum gebeten habe, das Kruzifix aus dem Ratssaal in Münster zu entfernen. RTL sah sich dann bemüßigt, in seinen Nachrichten mitzuteilen, dass Frau Baerbock damit nichts zu tun habe.

Auf mein Schreiben vom 4.11.2022 an den Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe antwortete mir Rainer Uetz, dass die „Koordination“ vom Auswärtigen Amt gebeten worden sei, das Standkreuz wegzuräumen. Damals noch kein Wort davon, dass seine Entfernung „erklärungsbedürftig“ sei.

Herr Lewe erklärte: „Ich bedauere das.“ – Weiter wird uns mitgeteilt, es sei „üblich“, vor solchen Treffen im Rahmen der Vorbereitungen „Veränderungen vorzunehmen“ (christliche Symbole zu entfernen?). Das Kreuz sei in Absprache zwischen dem Protokoll des Auswärtigen Amtes und der Stadt Münster entfernt worden.

Weiter heißt es, dass die Stadt das Ministerium (wohl AA) darauf hingewiesen habe, dass ein solcher Schritt „erklärungsbedürftig“ sei.

Frau Baerbock, die für ihre Wahrheitsliebe nicht gerade gerühmt wird, erklärte, sie habe erst am Freitagmorgen erfahren, dass es „abgehängt“ worden sei  – ohne mitzuteilen, von wem und warum sie es erfuhr.

Frage: War die Mitteilung schlicht eine Vollzugsmeldung aus ihren Ministerium?

Baerbocks dann folgendes Statement war vermutlich vorbereitet: Das Kreuz sei weder bewusst noch politisch motiviert entfernt worden, sondern aus organisatorischen Gründen.

Somit ist zu fragen: Welche „organisatorischen“ Gründe kann es für diesen Schritt gegeben haben?

Auf einem Bild vom G7-Treffen im Ratssaal sieht man Folgendes: Im Hintergrund zwischen Frau Baerbock und der Person links davon klafft eine Lücke, in der man deutlich das von seinem Kreuz entfernte Podest erkennt. Alle, die den Friedenssaal kennen, werden diese „organisatorische“ Lücke sehen.

Vermutlich lief das nach der Devese: Das Kreuz mit Christus ist weg – anschließend bedauern wir das Ganze mit Tränen in den Augen! 

Es wäre ja unerträglich gewesen, Frau B. rechts unter dem Kreuz sitzen zu sehen?! – Für wen musste also das Kruzifix geräumt werden, wem stand es im Wege?

„Erklärungsbedürftig“ sei ein solcher Schritt, hat die Stadt Münster dem Außenministerium mitgeteilt.

Das, was Frau Baerbock von sich gab, kann als Erklärung nicht hinreichend sein. Sie selbst sagte, dass das Kreuz dahin gehört. – Das Ganze passt nicht zusammen. Das einzige, was sicher stimmt: Dass das Kreuz während der Veranstaltung nicht im Friedenssaal stand und somit entfernt worden war.

Wie üblich in politischen Kreisen: Es gibt keinen Verantwortlichen, niemand ist es gewesen, weder in Münster noch im Außenministerium. Dass beide Politiker das Entfernen bedauern, kann wohl nur als eine in dieser Situation notwendig zu äußernde Floskel angesehen werden.

So bleibt es dabei: Die politische Verantwortung müssen Frau Baerbock und/oder Herr Lewe übernehmen.

Oder können ihre Mitarbeiter nach ihrem Gutdünken tun, was sie wollen?! Das aber liegt jeweils in ihrem Verantwortungsbereich!

Es wäre schön, von den Verantwortlichen Baerbock und Lewe die tatsächliche, nicht vorgeschobene Begründung für die Entfernung des Kreuzes mitgeteilt zu bekommen. Das ewige Herumeiern von Politikern führt die Bürger mit Recht zur Abwendung von der politischen Welt – von den Politikern, die als nicht mehr glaubwürdig wahrgenommen werden.

Unser Autor Dr. Rolf Braun aus Telgte im Münsterland ist Pädagoge, Maler und Schriftsteller

Kommentare

8 Antworten

  1. Ich äußerte mich zur Sache hier schon in den vergangenen Tagen (kann , wer will, ja nachlesen) – aus bibelkonservativ-konfessioneller Sicht. Heute nur zu einem Randthema: Beide Seiten der Debatte denken identititätspolitisch. Der Staat soll sich zu ihrer Sicht, einer für sie grundlegenden Prägung, bekennen und diese- zumindest symbolhaft/progandastisch – fördern. Ds ist immer eine Lüge: Denn der Staat sind wir Staatsbürger mit all unseren so widersprüchlichen Identitäten. Ich bin wahrlich nicht katholisch, aber halte viel von der Aussage, daß nur ein kleiner Teil der Mitglieder der katholischen Kirche und ein noch etwas kleiner Teil der Mitglieder der Ev.Kirche auch nur die elementarsten Glaubensätze des Christentums teilt. UND: Wer den Staat für ein religiöses oder weltanschauliches (etwa Regenbogen) Symbol einstehen lässt, grenzt Andersdenkende Zwangsstaatsfinanzierer (Steuerzahler) und Bürger aus. Übrigens gibt es ja bibelkonservative Christen, in deren Kirchen kein Kreuz hängt, von denen einige , nicht alle, den Fisch, nicht das Kreuz als Glaubenssymbol haben.

  2. …AM Baerbock lügt wie in der eigenen Biografie.

    Außenminsiteriaum – Protokoll ist alles – ganz von oben : ….. wer steht wo, wie, wann.

  3. Die Organisation von internationalen Konferenzen

    Bei Konferenzen im In- und Ausland sorgen Protokollmitarbeiter für optimale Arbeitsbedingungen der Delegationen: Sie organisieren und koordinieren u.a. die gesamte Konferenzlogistik, vereinbaren bilaterale Gespräche am Rande des Konferenzgeschehens, verhandeln Zugänge zu und Formate in Konferenzen und arbeiten eng mit den Sicherheitsbehörden zusammen.

    https://www.auswaertiges-amt.de/de/aamt/auswdienst/abteilungen/protokollabteilung/214980

    Da fühlte man sich in Münster ob dieses internationalen Events geschmeichelt und war gerne bereit, ein kleines „Kreuzopfer“ zu bringen – denke ich mal.

    Vielleicht sollte man das Pferd von hinten aufzäumen und den Hausmeister fragen, wer ihm den Auftrag gab, das Kreuz zu entfernen.

    MfG

  4. Es wäre ja verheerend gewesen, wenn es von einer grünen „Ministerin“ (Dienerin – von wem eigentlich??) heißen würde, sie habe mit den anderen der „G7“ beraten, wie es in uns mit dieser Welt weitergehen sollte. Das Kreuz ist nicht erst hier und für die Grünen ein Ärgernis, sondern war es auch schon vor 2000 Jahren (Ein Skandal – 1. Kor.1,23). Was wundern wir uns also? Dass das vollkommen geschichtsvergessen und selbstherrlich ist, muss auch nicht wundern, angesichts des Bildungsnotstandes in unserem Land.

  5. Wer nur ein Taufscheinchrist ist, hat null Intresse an dem Kreuz im Friedenssaal in Münster. Somit fühlt sich keiner verantwortlich.
    Und die „atheistische Welt“ kann nach Gutdünken Kreuze entfernen und wieder hinstellen.
    Keiner regt sich auf in dieser laizistischen Gesellschaft. Kreuz ist ja wieder an Ort und Stelle. Bistumsleitung scheint dazu zu gehören. Ich habe nichts Bemerkenswertes an Widerstand wahrgenommen
    Man kann nur hoffen, dass die Gesellschaft es sich merkt und in Kürze das Wahlkreuz endlich woanders macht. Es gibt Alternativen.

    1. Herzlichen Dank für Ihren unmißverständlichen Kommentar.
      Lassen wir diese „Verantwortlichen“ nicht weiter an dem Ast sägen, auf dem wir alle sitzen. Sie haben völlig recht, es gibt ALTERNATIVEN !
      Nach meiner Kenntnis gibt es in den Fraktionsräumen des Deutschen Bundestags nur ein einziges KREUZ. Und das hängt nicht etwa im Fraktionszimmer der CDU, sondern in dem der AfD !

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