Von Pfr. Anton Behrens
Ist das nicht höchst erstaunlich, was sich in diesen Tagen in Kirchen, auf Straßen und Plätzen abspielt? Ich meine die Martinsumzüge, an denen landauf landab so viele Menschen, besonders Kinder, teilnehmen. 
Im Mittelpunkt steht dabei die Szene, die sich vor den Toren der Stadt Amiens (nördlich von Paris) in der damals römischen Provinz Gallien ereignete:
Der Römische Offizier Martinus reitet gegen Abend nach Dienst auf das Stadttor zu. Da streckt ihm ein vor Kälte und Hunger zitternder Mann seine Hand entgegen und bittet um Hilfe. Der Offizier, irritiert und verlegen, hat weder Geld noch Brot bei sich.
In einer plötzlichen Gemütsregung nimmt er den großen roten Offiziersmantel von seinen Schultern, holt sein Schwert aus der Scheide, trennt den Mantel in zwei Teile und reicht dem Bettler einen Teil. Bevor dieser recht danken kann, ist der Offizier schon davongeritten.
Ist es nicht erstaunlich, daß die Gestalt und die Tat dieses Mannes, eines römischen Offiziers, über die Jahrhunderte so lebendig blieb?
Martin lebte von 316 bis 397. Und mehr als 1600 Jahre ist sein Leben und Wirken lebendig geblieben. In ihr spiegelt sich echtes Christentum, das besonders damals im noch weithin heidnischen Gallien (Frankreich) die Menschen in Erstaunen versetzt und zum Christentum geführt hat. 
Denn es war ja nicht nur diese eine Tat; sein ganzes Leben war so – erst recht, als er Bischof von Tours wurde.
Als er am 8. November verstarb, konnte er nicht sofort beigesetzt werden, denn es strömten riesige Menschenmengen herbei (darunter 2000 Mönche!), die sich vom „Bischof der Armen“ verabschieden wollten.
Deshalb wurde der 11. November sein Begräbnis- und Gedenktag.Gut, dieses Heiligen durch sinnvolles Brauchtum gedenken: Die Bettler-Szene, Laternenzüge, „Martinsgans“… , und daß der „11.11.“ nicht nur ein Karnevals-Termin ist.






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10 Kommentare
https://www.youtube.com/watch?v=J3Nl0beM6pc
Wann immer es geht, schaue ich mir sehr gerne die Martinsumzüge an. Und ich singe mit.
Wahrscheinlich gehört es inzwischen zur political correctness, das Martinsfest aus Gründen der „Neutralität“ nur noch „Laternenfest“ zu nennen.
Schon denkbar, was Sie schreiben, doch wie dem entgegen steuern?
Vielleicht dass Sie vom Essen sprechen, von der „Martinsgans“, oder vom Beginn der Karnevalszeit, von Spass und Ausgelassen-Sein; da hören die Leute gerne zu.
Da kann dann vielleicht auch der „Laternenumzug“ auf den Anlass und die Person des Hl. Martin hinlenken und somit auf den alten Namen „Sankt Martinsumzug“.
Shalom Aleichem,
unser Bürgermeister hat immer schon vor seines Amtes den Bettler bei der St. Martin‚s Aufführung gespielt.
Einem christlichen Kind erzählte ich die Geschichte, dass in der Nacht dem Martin der Bettler erschienen ist und sich für den Mantel bedankt hat. Dieser Bettler war Jesus Christus . Da erwiderte der Junge „ nein, der Bettler ist der Opa von meiner Schulfreundin.„
Ich war ganz entzückt von seiner Antwort und amüsiert. Ich habe es dann genauer erklärt. Dann erzählte ich die Tage meinem Bekannten die Begebenheit, weil wir uns alle auf St.Martin vorbereiten und er meinte, er sei Religionslehrer und habe studiert, die Geschichte kennt er auch nicht mit Jesus als Bettler , ich hätte da sicher eine eigene Version dazu.
Nun ich habe mir das nicht ausgedacht und habe ihm die vollständige Version von St.Martin zukommen lassen.
Jesus Christus gehört zu St. Martin für mich jedenfalls dazu.
Grüß Gott, Frau Stahnke! Es tut mir leid, aber ich wusste nicht, was Ihr Textanfang „Shalom Aleichem“ bedeuten soll. Nun habe ich heraus gefunden, dass das wohl eine hebräische Grußformel ist. Warum begrüßen Sie uns in einer Sprache, die wir hierzulande nicht einmal schreiben können? Mich nerven schon die alltäglichen Anglizismen, Aber die können wir wenigstens schreiben und aussprechen!
Nicht nur Juden sondern auch Christen haben einige Wörter
des Hebräischen drauf.
Da wären;
Amen
Hallelujah
Hosianna
Schalom
Und das sind nur die frommen Wörter.
Es gibt etliche andere im täglichen Sprachgebrauch.
Also, es mag ja sein, dass die Wörter Amen
Hallelujah
Hosianna
Schalom
bei kultischen Anlässen fallen, aber in der Alltagssprache? Da, muss mir wohl etwas entgangen sein. Sei’s drum!
Für mich gehören Gebete zum Alltag und in der Kirche dazu. Und da heißt es zum Schluß immer AMEN.
Ja, der wirklich gelebte christliche Glaube hat eine Geschichte positiver Auswirkungen in der Gesellschaft, die wir in keiner Sekunde vergessen oder vernachlässigen sollten.
Den ideengeschichtlichen jüdisch-christlichen Wurzeln haben wir Entwicklungen hin zur Menschenwürde, zu Menschenrechten, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu verdanken.
Vergessen oder vernachlässigen wir diese Grundlagen, zerbröselt der Überbau und bricht zusammen.
https://www.youtube.com/watch?v=rc9IHiYWX7g
Naturalistisches vs. biblisches Menschenbild. Ethik, Freiheit, Menschenwürde. Dr. Markus Widenmeyer
Ein sehr guter Vortrag!
Vielen Dank für diesen Link!