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Warum die Gendersprache nicht gerecht ist

Von Dr. Axel Bernd Kunze

In der „gendergerchten“ Sprache werden aus Männern oder Frauen „Personen“ oder „Menschen“. Pluralformen sollen verhindern, dass nur ein Geschlecht angesprochen wird.

Antragsteller werden zu Antragstellenden, das Rednerpult zum Redepult. Doppelnennungen nach dem Muster „Zuhörer und Zuhörerinnen“ reichen nicht mehr aus. Der Asteriskus, das „Gendersternchen“ im Wort oder zwischen verschiedenen Pronomina, soll alle sozialen Geschlechter und Geschlechtsidentitäten sprachlich sichtbar machen.

In immer mehr Bereichen des öffentlichen Lebens wird sogenannte Gendersprache empfohlen, eingefordert oder mittlerweile vorgeschrieben: in Hochschulen und Schulen, in Medien und Kirchen, in Unternehmen und Verwaltungen.

Das generische Maskulinum soll zum Verschwinden gebracht werden.

Viel wäre zu sagen über eine Verwechslung des sprachlichen Genus mit dem biologischen Geschlecht oder sozialwissenschaftlichen Geschlechterkonstruktionen. Wer diese Unterschiede nicht sehen will, begeht einen Kategorienfehler.

Gendersprache ist einseitig und ausgrenzend

Wenn von „geschlechterneutraler“, „gendergerechter“ oder „gendersensibler“ Sprache die Rede ist, wird unausgesprochen eine Prämisse vorausgesetzt, die bereits mehr als fraglich ist.

Gendersprache ist nicht neutral, sondern fußt auf ganz bestimmten partikularen Annahmen, etwa queertheoretischen oder radikalkonstruk­tivistischen Theorien, wie sie etwa von der Philosophin Judith Butler und ihrer Schule vertreten werden.

Der liberale Kultur- und Verfassungsstaat und seine Institutionen, etwa Bildungseinrichtungen oder Verwaltungen, dürfen nicht einseitig Partei ergreifen oder sogar sprachwissenschaftliche Argumente gänzlich ignorieren.

Sprache, die allen gehört, wird durch das Gendern politisiert und moralisiert. Wer anderer Meinung ist, wird ausgegrenzt.

Gerechtigkeit im sozialen Zusammenleben schöpft aus der polaren Spannung von Freiheit und Gleichheit. Wo der freie Sprachgebrauch und der freie Diskurs über konkurrierende Theoriebildung hingegen beschnitten wird, kann auch nicht mehr von Gerechtigkeit gesprochen werden.

Aber noch in anderer Hinsicht grenzt Gendersprache aus: Sie ist keineswegs inklusiv, sondern erschwert etwa den sprachlichen Zugang für Personen nichtdeutscher Muttersprache, mit Lernbehinderungen, Hör- oder Sprachbeeinträchtigungen.

Und Gendersprache erhebt den Anspruch, alle sozialen Konstruktionen von Geschlecht sichtbar zu machen, reduziert diese dann aber auf ein sprachliches Zeichen, das abstrakt, künstlich und alles andere als selbsterklärend ist.

Gendersprache ist künstlich und kulturzerstörend

Sprache ist nicht statisch. Doch Gendersprache hat wenig mit natürlichem Sprachwandel zu tun. Gesellschaftlich hat Gendersprache weiterhin keine Mehrheit  –  und das aus guten Gründen. Sie ist eine Kunstsprache, die administrativ von oben durchgedrückt wird, etwa durch Dienstanweisungen, Verordnungen, Qualitätssicherungssysteme, personalrechtliche Kompetenzkataloge oder telefon­buch­dicke Sprachvorschriften.

Gendersprache bleibt ein akademisch-administratives Konstrukt, das kulturstaatliche Verpflichtungen unterläuft. Sie läuft alltagssprachlichen Prinzipien der Sprachökonomie zuwider, ist typographisch schwerfällig und zerstört Schönheit sowie Differenzierungsfähigkeit unserer Sprache.

Als Pädagoge sei mir folgende Bemerkung gestattet:

Wer Freude am Lesen, am Umgang mit Literatur, gar an Lyrik wecken will, kann Gendersprache nicht allen Ernstes propagieren.

Wer wollte Goethes Faust schon „gendergerecht“ lesen wollen? Wer hätte seine Freude an Grimms Märchen, die klingen wie eine Verwaltungsvorlage? Oder wer möchte im Gottesdienst künftig die Psalmen mit Genderstern singen? Gendersprache vergreift sich an den Bildungsgrundlagen, Traditionen und Schönheiten unserer Kultur.

Die FORTSETZUNG des Beitrags von Dr. Kunze finden Sie auf seinem Blog: https://bildung-und-ethik.com/2022/04/22/impulsreferat-warum-gendergerechte-sprache-gerade-nicht-gerecht-ist/

Kommentare

8 Antworten

  1. Die von oben verordnete Gender-Doktrin ist diskriminierend, männer- und frauenfeindlich. Ständige Geschlechtertrennung im Hörfunk (Journalistinnen und Journalisten) usw. lenken vom eigentlichen gesprochenen Text ab. In der Stotter- und Schluckaufsprache (*innen) wird das Männliche völlig ausgegrenzt. Emanzipierte und gebildete Frauen werden genötigt, ihre eigene Muttersprache und schulische Bildung zu ignorieren. Sie werden genötigt, eine ideologische „Gehhilfe“ zu benutzen. Sie werden degradiert zu Menschen zweiter Klasse.

    1. Pädo ja, Homo nein, da sollten Sie im 21. Jahrhundert über die entsprechende Bildung verfügen, dies nicht nur aus Scheuklappensicht einer überholten Kirche zu betrachten!

  2. Wer wie Butler sagt, das Geschlecht sei nur ein Sprechakt, dh. man sei einfach dann ein Mann, wenn man sagt, man sei jetzt ein Mann, dann soll mir diese Person mal zeigen, wie sie in ein Urinal hineinpinkelt! Bald wird man in Männerklos noch Hocker fordern, damit die Damen in die Urinale pinkeln können? Auch sollte so ein „Mann“ dann mal zeigen, wie er ein Kind zeugt. Die Formulierung, dass das Geschlecht ein Sprechakt sei, kann ich mir nur aus der Erfahrung einer Lesbe, die ja Butler ist, erklären: Sie kommt mit dem frischen Ejakulat eines Homosexuellen in der Einführspritze zu ihrer Lebensgefährtin, sagt “ ich bin nun ein Mann“ und versucht die Befruchtung nach vorheriger sexueller Stimulierung der Geliebten, die eben schwanger werden möchte. Solche Rollen-Spielchen mit zugedachten Personen machen Kinder im Kindergarten und Kinder und Mamas im Puppenspielzimmer! Du bist der Papa, sagt die Kleine zu ihrem Bruder, die Mama ist die Oma usw. Die deutsche Sprache ist ein sehr schwer zu erlernende Sprache; wir wollen doch viele, und müssen es, Flüchtlinge und aus den verschiedensten Kontinenten kommende Menschen integrieren. Mutter und Vater, Mann und Frau sind für alle Menschen tief erfahrene Sprachkategorien, die Beheimatung bringen.
    Die Genderei erschwert jede Integration, auch die von Lernschwachen, von Kindern und Alten. Sie ist absoluter Blödsinn! Folgende Gefahren dürfen ebenso nicht unterschätzt werden: Man kann kein Mädchen, auch keine Jugendliche mehr alleine ins Damenklo gehen lassen! Dort können sich Männer herumtreiben, die behaupten, Frauen zu sein. Auch gibt es innerhalb der Toilettenkabine kein Waschbecken! Guten Appetit auf die Penishände der Männer an den Klinken, die eben dort gepinkelt haben!

    1. Eines der Dogmen der Homo- und Genderideologie ist, dass Homosexualität keine Krankheit sei und deshalb folglich angeblich auch nicht heilbar. Doch zahlreiche Studien und Untersuchungen belegen, dass es sehr wohl möglich ist, Homosexualität erfolgreich zu therapieren und den Betroffenen somit echte Hilfe und Nächstenliebe zuteil werden zu lassen. Beispielsweise gaben bei einer Studie der renommierten Psychologen Stanton L. Jones und Mark A. Yarhouse 38 Prozent der Befragten an, dass sie die Homosexualität nach einer Konversionstherapie erfolgreich hinter sich gelassen hatten, während weitere 29 Prozent angaben, dass die Therapie bei ihnen immerhin teilweise erfolgreich war. Jones und Yarhouse kommen außerdem zu dem Schluss, dass Konversionsversuche psychologisch nicht schädlich sind.

      Möchten Sie zu «Schule und Bildung» eine kleine neurolinguistische Seelenmassage?

      http://www.zeit-fragen.ch/de/ausgaben/2012/nr25-vom-1162012/moechten-sie-zu-schule-und-bildung-eine-kleine-neurolinguistische-seelenmassage.html

  3. Es wird Zeit, dass sich Männer endlich emanzipieren! Gibt es eigentlich nur mehr Schlappschwänze, die ihre Einzigartigkeit (ohne Überheblichkeit, wohlgemerkt) nicht mehr betonen dürfen? Genauso wie die Frauen eine unverwechselbare Persönlichkeit haben, muss endlich diesem Unfug , alle Geschlechter seien gleich, ein Ende gemacht werden! ,

  4. Neuheidnische und antichristliche Tendenzen im Feminismus

    https://renovatio.org/2018/10/neuheidnische-und-antichristliche-tendenzen-im-feminismus/

    https://renovatio.org Der Theologe und Journalist und Philosoph David Berge mit seinem Weblog „Philosophia Perennis“

    https://philosophia-perennis.com/

    John Gray: Das Scheitern des Liberalismus
    27. September 2018 Politik und Gesellschaft Kommentare deaktiviert

    https://renovatio.org/2018/09/john-gray-das-ende-des-liberalismus/

    .
    Jesus schätzte das Spezifische des Charismas der Frauen
    Premium Inhalt
    Maria 2.0 und radikale Feministinnen reduzieren den Seins-Sinn von Frau großenteils ausschließlich auf einen Kampf um die Teilhabe an „Macht“.

    https://www.die-tagespost.de/gesellschaft/feuilleton/jesus-schaetzte-das-spezifische-des-charimas-der-frauen;art310,216766

  5. Den Ausführungen von Herrn Dr. Kunze kann ich nur zustimmen und viele aufmerksame Leser wünschen, die sich gegen die Gender-Ideologie wehren, sie durchschauen, dagegen aufbegehren und die den Mut aufbringen, dagegen zu protestieren! Es braucht kritische Anfragen gegenüber denen, die gendern!

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