Top-Beiträge

Links

Von Christine Pies

Immer öfter entscheiden sich katholische Paare bei ihrer Eheschließung gegen eine kirchliche Trauung. Glaube und Kirche spielen in ihrem Leben keine Rolle. Dennoch möchten sie einen feierlichen Rahmen für Ihre Hochzeit. Sie engagieren einen Redner oder bitten ein Familienmitglied bzw. Freund, eine Ansprache zu halten. Die Heirat wird nur noch standesamtlich geschlossen, sie ist ohne das Ehesakrament aber vor Gott nicht gültig und wird von der Kirche nicht anerkannt.

Immer mehr Eltern verzichten auf das Sakrament der Taufe für ihre Kinder und wählen manchmal Freunden oder Verwandte aus, sich um das Kind zu kümmern, falls ihnen etwas zustoßen sollte. Doch die heilsbringende Taufe, die das Kind zu einem Gotteskind macht, ihm den Zugang zu weiteren Sakramenten ermöglicht und die heiligmachende Gnade schenkt, wird in vielen Fällen nicht mehr als notwendig angesehen.

Auch bei Beerdigungen halten immer öfter nur Trauerredner eine Ansprache und erzählen über das Leben des Verstorbenen; er erhält kein Requiem mehr, bei dem für ihn gebetet wird. Sein verstorbener Leib und sein Grab werden nicht mehr gesegnet.

Wie traurig ist doch, dass seine Angehörigen kein Sechswochenamt und andere heilige Messen erbitten, um dem Heimgegangenen den Weg zum Himmel zu erleichtern. Oft weisen nicht einmal die Priester selber die Hinterbliebenen auf diese Möglichkeiten hin.

Ist jemand schwer erkrankt oder in Lebensgefahr, sollte man einen Priester rufen, der nach dem Bußsakrament die Krankensalbung spendet. Dadurch erhält der gläubige Katholik geistliche Stärke und Kraft, um den von Gott für ihn bestimmten Weg weiterzugehen. Vereinzelt ist auch schon eine Gesundung eingetreten.

Heute wird oft ein Palliativteam eingeschaltet, das den Kranken in den letzten Erdentagen zwar medizinisch begleitet, aber auch hier wird auf das so wichtige Sakrament der Krankensalbung verzichtet.

Titelbild: Prior Michael Gebhart, Weltenburg

 

Kommentare

14 Kommentare

  1. Warum sollten Menschen, die nicht katholisch glauben und praktizieren, einen Priester holen bei Kranken
    ein Kind in die gestiegenen Hände einer Organisation geben die ihnen nichts bedeutet
    die Ehe als religiöse Handlung sehen??
    liebe Frau Pies

    1. Thomas Kovacs: Herr Kardinal Müller schrieb vor Jahren, daß in den beiden Großkirchen der BRD jeweils nur eine Minderheit auch nur die elementarsten christlichen Glaubenssätze glaubten… Offenkundig gibt es Millionen ungläubige Mitglieder in den beiden Großkirchen, die aber zumindest an Lebenswendepunkten, etwa Geburt, Abschluß der Kindheit, Hochzeit, Tod (noch) Kirchliches in Anspruch nehmen… Gründe könnten sein: Die Oma, Gewohnheit, Schönheit von Ritualen, keinen Ärger mit dem Umfeld, kirchlicher Arbeitgeber…

    2. So sehe ich das auch.
      Wenn solche Menschen die Dienste der Kirche in Anspruch nehmen, fällt selbst den Messdienern auf, dass die Leute von dem Ablauf und dem Verhalten während eines Gottesdienstes keine Ahnung haben.

    1. Hubert Krebser:

      Gute Frage von Ihnen! Wir in den mehr oder eeniger reformatorisch-konservativen freien Gemeinden können da eine Antwort nur für uns geben. Und wir versagen „natürlich“ als elende Sünder oft…

    2. Hubert Krebser: Wechselten in der EKD und ihr ähnlichen Freikirchen vorhandene evgl.- konservativ Glaubende zu konservativen Freikirchen, ginge es mit dem bibelkonservativen Protestantismus verstärkt weiter. Jetzt finanzieren solche Konservative ja weitgehend Linkes statt Biblisches. Und seit Jahrzehnten haben sie mit Protest und Arbeit recht wenig erreicht: Es ist sogar immer schlimmer geworden.

  2. Es ist wohl unbestreitbar, daß in der BRD die Beteiligung am kirchlichen Leben insgesamt zurückgegangen ist, bei teils großen Unterschieden von Region zu Region, von Ort zu Ort, von Milieu zu Milieu, von Konfessionsgemeinschaft zu Konfessionsgemeinschaft. Viele Einwanderergruppen kommen zudem aus nichtchristlichen Hintergründen oder auch stärker aus anderschristlichen Hintergründen als in Deutschland traditionell starken. Die BRD wird religiös und weltanschaulich vielfältiger. Insbesondere die meisten Parteien wissen damit kaum gut/wirklich tolerant umzugehen…

  3. Alte werden verscharrt, oft anonym. Wer bei „Corona“ geschwiegen hat, sollte sich jetzt nicht aufregen. Die Praxis der Beerdigungen wirft ein „Licht“ auf den Umgang mit Sterbenden und Kranken. Der Umgang zB mit der Taufe steht symbolisch für Kinder, die man willentlich und wissentlich dem woke-queeren Irrsinn aussetzt. Der Mensch als Wegwerfware. Die Würde hat keine Konjunktur mehr. Die „Kirchen“ haben die letzten 4 Jahre total versagt. Wer sollte sich jetzt noch an sie wenden??!!

  4. Shalom Aleichem,
    früher gab es weniger Mischehen. Katholisch und Evangelisch: wie soll geheiratet werden, wie die Kinder erzogen werden? Auch für die Kirche heißt es, was gesät wird, wird geerntet.
    Das Vertrauen ist nicht mehr da. Was Gott zusammen gefügt hat, soll der Mensch nicht trennen. Ich sehe in solchen Sätzen eine Nötigung, die man Gott anhängt. Wir kennen genügend Zweckehen, sei es in Königshäusern oder unter reichen Familien, wo der Satz „was Gott zusammen gefügt hat“ zu hören ist. Hat er das wirklich? Jedenfalls hat sich durch Hinrichtungen oder Mord die Ehe lösen lassen.
    Was Wassertaufen für Kinder betrifft, kann man nicht sagen, ob Gott sich davon abhalten lässt, ein Kind in den Himmel zu nehmen, wenn es nicht getauft wurde. Die Ängste, die oft Kirchen verbreitet haben, waren zum Selbstzweck.
    Die Kirchen sollen das Evangelium verkünden, sich daran erinnern, was Jesus gelehrt hat und sich nicht mit komplizierten Ritualen zum Selbstzweck aufrecht halten.
    Trotzdem ist die Kirche ein Ort der Besinnung, der Kunst der Kultur und Musik. Nur die vielen Kirchenämter haben nicht viel mit Glauben zu tun. Es sind Ämter und Rituale.
    Meist der verlängerte Arm, um die Gläubigen gefügig zu machen. In Düsseldorf predigt in der Kirche ein Geistlicher Feindschaft zu Russland und motiviert für den Krieg, die Ukraine zu unterstützen. Die Impfungen wurden in den Kirchen vermarktet und die Werbung für Organtransplantation aus christlicher Nächstenliebe.
    Wir müssen wachsam sein, dass wir nicht verführt werden. Die Wölfe im Schafsfell sind oft in den Kirchen zu finden.

    1. Die Kindstaufe war sicherlich kein Selbstzweck der Kirche, sondern vielmehr die Sorge, wie es um das Heil eines ungetauft gestorbenen Kindes steht. In der Vergangenheit gehörte der Kindstod zum familiären Alltag. Gleichzeitig wurden die Kinder ohnehin im katholischen Glauben sozialisiert, sodass die Entscheidung zur Taufe mit dem Wasser bedenkenlos vorweggeriffen werden konnte. Übrigens ist die Kirche nicht der Überzeugung, dass Gott an Sakramenten gebunden wäre.

    2. Liebe Frau Stahnke!
      „Was Gott zusammengefügt hat…“ – meiner Meinung nach sind viele Paare NICHT von Gott zur kath. Ehe berufen und zu unreif oder verletzt aus ihren eigenen Familien. Wenn sie dennoch gegen den Willen Gottes an den Altar Gottes treten, dann gilt natürlich dieses Ja-Wort. Man darf ja mit einem Sakramentum keine Späße treiben.
      Wenn Sie jetzt fragen, wie man den Willen Gottes erkennt: trachten immer im Gnadenstand zu sein und viel Gebet.

  5. Was für Gott gültig ist, entscheidet Gott allein. Ehepaare trauen sich nach katholischer Auffassung gegenseitig und werden nicht von „außen“ getraut.
    Leider sind die Sakramente allgemein zu einer Art Folklore verkommen. Aber jammern und Schuldzuweisungen lösen nicht das Problem. Anscheinend ist das ein Zeichen zunehmender Entfremdung von Kirche und Gläubigen. Möglicherweise spielt das Abnehmen der Beichte eine Rolle.

    1. Shalom Aleichem, Beichte ist ein wichtiger Aspekt. Man darf nicht vergessen, dass es der Gesundheit dienlich ist, sich von gedanklichen Lasten zu befreien. Natürlich kann das auch mißbraucht werden. Es sind unmündige Gläubige, die meinen, mit der Beichte gäbe es keine Verantwortung für seine Taten. Reue und Neuanfang wirken sich auf Saat und Ernte aus.
      Dass ein Mord / Vergewaltigung zu gestehen bei der Beichte keine Konsequenz haben sollte wegen des Beichtgeheimnisses ist ein anderes Thema. Menschen, die nicht kirchlich gebunden waren, haben ihre Seelsorge vom Arzt erhofft, der jedoch dafür keine Zeit hatte. Dementsprechend hat man früher dann empfohlen, doch der Parkuhr ein paar Münzen einzuwerfen und sich seinen Kummer von der Seele zu reden. War nicht ernst gemeint .
      Der Mensch braucht eine höhere Instanz, die ihm in der seelischen Not hilft . Mein Freund, der im irischen Leben Priester war, hat Seelsorge bei Frauen gemacht, die eine Abtreibung hinter sich hatten und mit der Seele des Kindes Frieden schließen wollten. Das hat ihnen mehr geholfen als eine psychologische Beratung.
      Spiritualität und Seelsorge ist ein wichtiger Teil der Kirche.

      1. Guten Tag,
        zur Gültigkeit einer katholischen Beichte gehört eine echte Reue, was eine Wiedergutmachung des Schadens – soweit möglich – einschließt, z.B. gestohlenes Eigentum zurückgeben usw.
        Natürlich kann man einen Mord bzw. Abtreibung oder eine Vergewaltigung nicht ungeschehen machen, so daß hier andere Formen einer „Buße“ überlegt werden.
        Aber die Beichte ist kein magischer Waschvorgang, das Sakrament ist nur gültig bei ernsthafter Reue.
        Freundlichen Gruß
        Felizitas Küble

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kategorien

Kategorien

Aktuelle Beiträge

Archiv

Archiv

Artikel-Kalender

September 2026
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930  

KOMM-MIT-Kalender

Erfahren Sie mehr über den "KOMM-MIT-Kalender"

Blog Stats

1523834
Total views : 10905826

Aktuelle Informationen und Beiträge abonnieren!

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, wenn Sie kostenlos über neu erschienene Blog-Beiträge informiert werden möchten.