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Wie man synodale Machtfragen „lösen“ will

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

In „Streiflichter und Eindrücke der Synodenversammlung vom 7. bis 9. Oktober 2021“ in Frankfurt ist zur Frage „Worüber stimmten die Delegierten ab?“ (siehe FELS, 12/2021, S. 364) vermerkt: „U.a. sollen die Gläubigen ein Mitspracherecht bei Bischofswahlen erhalten und ein synodaler Rat von Bischöfen und Laien eingerichtet werden. Er könnte dann über die Umsetzung der Beschlüsse wachen“.

Im Interview („Deutschlandfunk“, 19.11.2021) antwortete der scheidende ZdK-Präsident Dr. Thomas Sternberg auf die Frage des Interviewers Heinemann „Warum haben die Bischöfe das letzte Wort?“ – Es ging dabei um die Umsetzung der Synodenbeschlüsse:

„Das ist einfach nach Kirchenrecht so, obwohl unsere Synode nicht nach Kirchenrecht funktioniert. Man kann nicht nach einem Recht eine Synode machen, die eine solche Synode nicht ermöglicht.

Das Kirchenrecht ist so angelegt, dass tatsächlich Bischöfe da das letzte Wort haben, wobei wir eine Regelung eingeführt haben, und da haben wir es so gemacht, dass im Grunde genommen bei solchen Mehrheitsabschlüssen und Mehrheitsbestimmungen, wenn dann ein Bischof in einem kleinen Bistum eine Regelung nicht umsetzt, dann gibt es schon einen erheblichen Druck und das wird auch nicht ganz ohne Folgen bleiben.

Außerdem: Selbst wenn das in ein paar Bistümern passierte, so etwas kann sich dann auch biologisch regeln“.

Diese Antwort bedeutet nicht nur eine Unverschämtheit  – sie zeigt, dass Sternberg und die Synodenmehrheit vergessen haben, dass „Macht“ in der Kirche Dienst bedeutet – gegenüber Gott und den Mitmenschen.

Dr. Sternberg hätte bei dieser Frage eine Steilvorlage gehabt, einige Dinge zurechtzurücken. Er tat es nicht. Das ist keine verlorene Chance, sondern Ausdruck seiner Gesinnung, die zeigt, wohin diese Synode führen kann!

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband FORUM DEUTSCHER KATHOLIKEN und die Monatszeitschrift DER FELS

Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Kommentare

2 Antworten

  1. Ein kleiner Nebenschauplatz und ein Lehrstück in Sachen Laienmitsprache ist der katholische Kinder- und Jugendbuchpreis. Er wurde 2021 nicht vergeben, da die Bischofskonferenz ihr Veto einlegte gegen das von der Jury für den Preis benannte Buch, das „Papierklavier“. Fast die gesamte Kinder- und Jugendbuchpreisarena ist derzeit auf Wokeness, Transition, Geschlechtsumwandlung und sexuelle Vielfalt – auch körperliche – getrimmt. Klar: HIer kann man die angestrebte neue Regenbogen-Gesellschaft über die Bilderbücher und Erzählungen für Kinder usw. schaffen. Die jeweilige aktuelle sexuelle Betätigung soll mit dem Partner jeweils neu ausgemacht und „einvernehmlich“ praktiziert werden. Natürlich auf alle Fälle gewaltfrei, man muss den anderen nur überzeugen, dass das schön und beglückend ist. Praktizierte genitale Sexualität gehört zu meinem Ich – und mein Ich bin Ich!
    Weil der Preis heuer nicht vergeben werden konnte, passierte etwas: Man höre und staune! Sofort änderte man die Statutuen: Was die Jury ab jetzt als Kath. Kinder- und Jugendbuchpreis benennt, das ist endgültig! Die Bischofskonferenz hat ab sofort kein Vetorecht mehr! Was also katholisch als preiswürdig gilt, das bestimmen die Laien jetzt alleine! Welche Leute sich in so einer Jury tummeln, kann man dann an den Fingern abzählen. Das ist die MACHT, welche angestrebt wird! Mit dieser MACHT will man die Kirche ändern und die Regenbogenagenda durchsetzen! Die Leute werden sich die Augen reiben, was 2022 diesen Preis bekommt und denken: Jetzt ist auch die kath. Kirche engültig durchgeknallt.
    Aus „Laienmitsprache“ wird sehr schnell das Diktat einiger weniger!

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