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Wirtschaftsexperte Sinn über den Euro-Unsinn

Nach Auffassung  von Prof. Hans Werner Sinn,  dem Chef des deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo),  ist das €uro-Experiment“ gescheitert. 

In Interviews mit deutschen Medien rechnet Sinn zwar mit einem technischen Überleben des Euro als wahrscheinlichstem Zukunftsszenario, gleichzeitig ist für ihn das Ausscheiden einzelner Euroländer wie Griechenland oder Portugal durchaus realistisch. In  Reuters-TV erklärte er: „Wir sind in einer wirklich existenziellen Krise des Euro. Solch eine Krise haben wir in der Nachkriegszeit noch nicht gesehen.“

Insgesamt ist die 10-jährige Euro-Bilanz aus Sicht des Ökonomen sehr bescheiden. Sinn hält die Befürchtungen der ursprünglichen Euro-Gegner für durchaus eingetreten. Deren Vorbehalte hätten sich  „in Schärfe und Intensität“ bewahrheitet. „Vorläufig“ hält Sinn den Euro als Gemeinschaftswährung noch für sicher. Aber ein Zerbrechen der Währungsunion sei durchaus möglich.

Quelle und weitere Infos hier:

http://www.unzensuriert.at/content/006513-Wirtschaftsforscher-Sinn-Deutschland-waere-ohne-Euro-besser-dran

Kommentare

Eine Antwort

  1. Die Auswirkungen des Euro für Deutschland möglichst kurz erklärt: 
    Durch Einführung des Euro fiel das Wechselkursrisiko zwischen den unterschiedlichen Wirtschaftsräumen weg. Daraufhin legten institutionelle Anleger (z. B. Lebensversicherungen) ihr Geld risikolos im „Euro-Ausland“ an, also ohne Abwertungsgefahr. Durch den massiven Abfluss dieser (Investitions-) Gelder (aus Deutschland) entstanden dort Wirtschaftsbooms. Im Gegenzug stieg in Deutschland Arbeitslosigkeit massiv an (kranker Mann Europas). 
    Um diese fatale Entwicklung abzufangen wurde in Deutschland der Niedriglohn-Sektor aus dem Boden gestampft (Agenda 2010). Durch Niedriglohn entstanden wieder neue, aber prekäre (miserabel bezahlte) Arbeitsverhältnisse. Mit anderen Worten: Der Euro brachte vielen fleissigen Arbeitnehmern in Deutschland ein staatlich aufgezwungenes geringeres Einkommen (und niedrigere Renten). Die immer wiederholende Behauptung Deutschland profitiere vom Euro ist Regierungs-Populismus. Denn es ist eine dreiste Lüge. Sie erfüllt jedoch den Zweck, den Alfred Polgar mit folgendem Zitat auf den Punkt brachte: „Die Menschen glauben viel leichter eine Lüge, die sie schon hundert Mal gehört haben, als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist“. Das Hochlohn-Land Schweiz beweist, es braucht keine Agenda 2010 für eine florierende Wirtschaft. Grundvoraussetzungen sind eine starke und gut ausgebildete Mittelschicht, sowie eine unabhängige, eigene und stabile Währung.
    Geld fliesst entgegen den Warenströmen. Die Kunden gehen zu Aldi einkaufen. Sie nehmen Waren mit und lassen Geld da. Nochmal, Geld fliesst entgegen den Warenströmen. Dieses Prinzip findet überall statt wo Waren gegen Geld getauscht werden. So auch zwischen Städten und Bundesländern. Da in München deutlich mehr produziert wird als in Berlin, fliesst tendenziell mehr Geld von Berlin nach München (vereinfachtes Beispiel). Denn Berliner kaufen mehr in München als umgekehrt. Damit Berlin „flüssig“ bleibt darf es Geld aus dem Topf nehmen der sich Länderfinanzausgleich nennt. Der Länderfinanzausgleich gleicht finanzielle Ungleichgewichte zwischen den Bundesländern aus. 
    Wird der Währungsraum eines Landes auf (ökonomisch schwache) Länder wie Griechenland ausgedehnt fliesst auch von dort das Geld (physikalisch) ab. Auch deshalb ging Griechenland zum 4-ten mal Pleite (2017). Hätte Griechenland eine eigene Währung könnte die griechische Drachme das Land (als Zahlungsmittel) nicht verlassen, da es ausserhalb Griechenlands kein gesetzliches Zahlungsmittel ist. 
    Um das Fiasko zu verschleiern sagen Politiker Griechenland muss seine wirtschaftliche Effizienz steigern. Jedoch kann mit Tourismus und Schafskäse niemals eine Wertschöpfung entstehen wie mit Maschinen und Autos. Mit anderen Worten Politiker lenken mit ihrer Argumentation (bewusst) vom eigentlichen Problem ab – des in einer Gemeinschaftswährung „notwendigen“ (aber widerrechtlichen) Länderfinanzausgleiches (zwischen unterschiedlichen Ökonomien) ab.
    Um den Rückfluss von Geld an die ausblutenden (Abfluss von physikalischem Geld) Länder zu gewährleisten drucken diese Staatsanleihen. Diese werden von der EZB mit Steuergeldern der (noch) „wohlhabenden“ Ländern gekauft. Über diesen Umweg entsteht ein Länderfinanzausgleich. Die Politik „plant“ derzeit einen offiziellen legalen Länderfinanzausgleich einzurichten. Dieser wird harmlos „Transferunion bzw. Fiskalunion“ genannt. Die Medien arbeiten bereits daran dies als „grossartige Idee“ in die Köpfe der Bürger einzuhämmern.
    Um den Euro zu rechtfertigen wird oft angeführt der Euro sei ein Friedensprojekt. Doch wer glaubt eine gemeinsame Währung kann einen Krieg verhindern sollte mal in der Geschichte nachlesen. Jugoslawien ist wegen Multikulti im Bürgerkrieg auseinander gebrochen. Die Landeswährung mit der alle ethnischen Gruppen bezahlten, konnte das nicht verhindern. 
    Für die wirtschaftlich unterschiedlichen europäischen Staaten ist es ein enormer Nachteil eine gemeinsame Währung zu nutzen. Denn es entfällt die Flexibilität auf die unterschiedlichen wirtschaftlichen Anforderungen zu reagieren. So verschwindet beispielsweise die Möglichkeit der äusseren Abwertung. Stattdessen muss es zur inneren Abwertung kommen. Innere Abwertung ist eine Umschreibung von Lohnsenkung(en)! Und diese bedeuten für oft grosse Teile der Bevölkerung (je nach Land) Verarmung. Damit verliert die Binnennachfrage an Schwung, was für weitere Branchen der Niedergang bedeutet (Gastronomie etc.). 
    Lohnsenkungen führen nicht selten auch zu Abwanderung (indirekte Vertreibung) von Fachkräften. So wanderten 2008, 80’000 Deutsche in den Kanton Zürich aus. Die deutsche Wirtschaft bemängelt seit Jahren den sogenannten Fachkräftemangel. 2016 wanderten 19’000 Ärzte aus Deutschland aus. Neben dem geringeren Verdienst (im Vergleich mit dem Ausland) kommen andere Gründe wie Bürokratie dazu. Auch der Fachkräftemangel in Deutschland führt dazu, dass Deutschland nicht mehr in der Lage ist den neuen Flughafen in Berlin termingerecht fertigzustellen (Budget 7,3 Milliarden Euro). Gleichzeitig realisiert die kleine Schweiz das Jahrhundert-Bauwerk Gotthard-Basistunnel (19 Milliarden Euro) fristgemäss.
    Wegen der grösseren Flexibilität und zum Schutz der Gesellschaften der verschieden (starken) Wirtschaftsräume macht es Sinn sie durch unterschiedliche Währungen von einander abzugrenzen. Kein Sportmanager würde auf die Idee kommen die unterschiedlichen Gewichtsklassen im Boxsport oder Ligen im Fussball aufzulösen. Nur Politiker ohne ökonomisches Verständnis (nicht aber Ökonomen) glauben es sei von Vorteil die unterschiedlichen Währungen abzuschaffen.
    Um Kritiker vor Einführung des Euro zu besänftigen wurden Regeln vereinbart. Diese sind (bzw. waren) A, Einhaltung der Stabilitätskriterien; B, No bail out (ein Staat der pleite ist wird nicht finanziell gestützt); C, die EZB darf keine Staatsanleihen kaufen. Es ist allgemein bekannt, dass diese Regeln ständig gebrochen werden. Alleine das zeigt wie Deutschland, bzw. die EU regiert wird.
    In der Politik gab es keine nennenswerte Opposition gegen den Euro. Umfragen zeigten, dass die Bevölkerung die Gemeinschaftswährung ablehnten. Ökonomen wollten den Euro gerichtlich verhindern. Sie wussten von negativen Auswirkungen. Da der Euro weder mit Sachargumenten noch gerichtlich verhindert werden konnte wurde die AfD gegründet. Aber auch „Die Linke“ sind Eurogegner. Die etablierten Parteien die den Euro ins Leben riefen (CDU/CSU, SPD, FDP, Die Grüne), haben triftige  Gründe die AfD zu diffamieren. Das zeigt Wirkung. Die „Rechts-Hetze“ gegen die AfD führte dazu, dass einige hochrangige Wirtschaftsexperten die Partei verliessen. Aber nicht alle. Mit dem ökonomische Fachwissen der AfD-Abgeordneten dürften sie den Abgeordneten der etablierten Parteien überlegen sein. 
    Die Euro-Lüge wird von den Medien und Journalisten die sich nicht wirklich mit dem Euro beschäftigt haben am Leben erhalten (ausgenommen seriöse Wirtschaftsjournalisten).
    Wäre es tatsächlich ein Vorteil eine Gemeinschaftswährung zu haben, wäre diese längst weltweit umgesetzt. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass alle europäischen Gemeinschaftswährungen scheiterten (lat. Münzunion, skandinavische Währungsunion, Österreichisch-Ungarischen Währungsunion). 
    Grossbritannien beschloss den Austritt aus der EU, weil es den bevorstehenden Zusammenbruch der Euro-Zone nicht mitfinanzieren möchte. Das, obwohl es mit dem Britischen Pfund nicht im Euro gefangen ist. Offensichtlich besitzen britische Politiker mehr Weitsicht und Realitätssinn. 

    Merk-Sätze:
    Das Lohndumping aus der Agenda 2010 ist eine Folge der Einführung des Euro.
    Einen Länderfinanzausgleich gibt es in allen entwickelten Staaten. 
    Wird der Währungsraum auf andere Länder ausgedehnt muss auch dort einen Länderfinanzausgleich eingesetzt werden (Fiskalunion). Die wohlhabenden Länder müssen die Ärmeren finanziell unterstützen.
    Je grösser ein Währungsraum desto niedriger die Löhne, da Arbeitgeber aus einem grösseren Pool von Arbeitnehmern auswählen können. 
    Mit einer Währungsunion kommt es zu grossem Anpassungsdruck innerhalb der Gesellschaften. Lohndumping, Arbeitslosigkeit und Wanderbewegungen (Ab- und Zuwanderung – steigende Mieten) sind die Folgen. 
    Eine gemeinsame Währung ist keine Garantie für Frieden. Im Gegenteil es kommt zu mehr Ungerechtigkeiten was zu Spannungen führt.
    Wenn die Möglichkeit der äusseren Abwertung wegfällt muss es zur inneren Abwertung kommen. Innere Abwertung ist eine „nette“ Umschreibung für Lohnsenkungen. 
    Das eine gemeinsame Währung nicht erforderlich ist, um den Handel zu vereinfachen zeigt die kleine Schweiz die sich mitten im Euroraum mit einem hohen Lebensstandard behaupten kann.
    In Europa gab es drei Währungsunionen. Alle sind gescheitert (lat. Münzunion, skand. Währungsunion, Österreichisch-Ungarischen Währungsunion).
    Eine Währungsunion ist eine Fehlkonstruktion! Die Nachteile einer Gemeinschaftswährung  überwiegen deutlich.
    Daher wird der Euro ebenfalls scheitern.  

    Wer sein Wissen vertiefen möchte sollte u.a. das Buch: „Die Targetfalle“ von Hans-Werner Sinn lesen. 

    Danke für das Interesse und das Lesen. Darf gerne kopiert und verbreitet werden. 

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