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Aus dem April-Editorial von Dr. Rafael Korenzecher (siehe Foto), Chef der JÜDISCHEN RUNDSCHAU:

In diesem Monat begehen wir das einwöchige Pessach-Fest, einen der wichtigsten Feiertage im jüdischen Kalender. Es erinnert die Juden an das Ende der pharaonischen Unterdrückung in Ägypten und den Exodus des jüdischen Volkes aus der ägyptischen Knechtschaft.

Die Geschichte erzählt, wie Moses das jüdische Volk aus Ägypten geführt hat, das nach 40 Jahren Wanderschaft im gelobten Land angekommen ist und somit die jüdische Eigenstaatlichkeit eingeleitet hat. 

Das vor 78 Jahren auf altem, dem jüdischen Volk durch diverse Fremdherrschaften nahezu zwei Jahrtausende lang geraubten Gebiet wiederbegründete, demokratische Israel mit seiner ungeteilten Hauptstadt Jerusalem ist somit…einer der am längsten auf seinem Territorium legitimierten Staaten der Welt.

Neben der Gestalt des im Königreich Judäa geborenen Juden Jesus und sehr vielen anderen Bezügen zu seiner jüdischen Heimat hat auch das am Vorabend des Pessachfestes mit der Verlesung der Geschichte des jüdischen Auszugs aus Ägypten seit alter Zeit jährlich zelebrierte Seder-Mahl, dem auch Jesus, der Religionsstifter des Christentums, beigewohnt hat, als heiliges Abendmahl Eingang in die christliche Lehre gefunden.

Die nach dem Exodus der Juden aus Ägypten im weiteren Verlauf des Pessach-Geschehens entstandenen Zehn Gebote bilden eine erste frühe Formulierung der Menschenrechte und stellen einen unverzichtbaren, bis heute allgemeingültigen ethischen Verhaltenskodex dar.

Als großes jüdisches Erbe haben die Zehn Gebote in kaum zu überschätzender Weise in wachsendem Maße bis in die Gegenwart ein Unrechtsbewusstsein für die Verletzung zwischenmenschlicher Normen geschaffen.

Obwohl von der Menschheit nie wirklich erreicht, haben sie maßgeblich nicht nur die Rechtsgrundlagen und die Verhaltensethik des jüdisch-christlichen Abendlandes geprägt, sondern ausgehend von dort die zivilisatorische Entwicklung der gesamten Menschheit im Sinne einer gelebten Humanität beeinflusst.

Quelle und vollständiger Beitrag hier: https://juedischerundschau.de/article.2026-04.kolumne-des-herausgebers-dr-r-korenzecher.html

Kommentare

6 Kommentare

  1. Die zehn Gebote haben unsere Kultur sicher maßgeblich geprägt. Aber ich würde sie weniger als eine Art Initialzündung der Menschenrechte bezeichnen. Bei den zehn Geboten geht es doch in erster Linie um Gottesrechte, darum, Gott über alles andere zu stellen – und von da aus ein Leben zu führen das, wenn diese ersten drei Gebote des Dekalogs eingehalten werden, mehr oder weniger unwillkürlich zur Befolgung der restlichen sieben Gebote verhelfen wird.
    So kann man es der jüdischen Sichtweise entnehmen. Aber auch hier differieren die Auslegungen, wohl ähnlich wie im Christentum.

  2. Eigentlich sollten alle 2,5 Milliarden registrierten Christen weltweit danach streben, der christlichen Goldenen Regel (Mt. 7,12) im Zusammenhang mit den Zehn Geboten zu folgen.

    Aber auch für alle ca. 8 Milliarden Menschen gilt das moralische Gesetz, dass nach Römer 2 allen Menschen gegeben ist und der Goldenen Regel und den Zehn Geboten entspricht.

    Wie immer, ist es auch hier nötig, mit Hilfe von klar definierten Begriffen vorzugehen und unterschiedliche Kategorien deutlich voneinander zu unterscheiden.

    Wir müssen ja bedenken, dass die Sprache in den letzten Jahren bewusst durcheinandergewirbelt und entstellt wurde.

    Gefahren für die innere und äußere Sicherheit sollten die Bürger als Soverän in unserer Republik natürlich entschieden und äußerst professionell und umfassend begegnen.

    Woke oder ökosozialistische Ideologien dürfen da keine Rolle spielen.

    Missbrauch von Ängsten sollte von allen investigativen Medien rasch und umfassend aufgeklärt werden.

    Hunderte von Medien bzw. Kanälen weltweit haben auch besonders in den letzten Jahren darauf hingewiesen, dass mit Hilfe von Mainstream-Medienpropaganda, die die Ängste der Bevölkerung steuert, fördert und ausnutzt, Geschäftsmodelle und ideologische und politische Strategien zum Schaden der großen Mehrheit der Menschen durchgesetzt wurden und werden.

    Wir befinden uns in einer historischen Entscheidungssituation.

    Viele sehen, wohin uns unsere imaginäre Autonomie, unsere Selbstbestimmung, die in Wirklichkeit für viele auch bereits in dieser Welt nur eine ganz brutale und betrügerische Fremdbestimmung ist, hingeführt hat: An den Rand von Totalitarismus, Atom- und Weltkrieg.

    Die Menschen, jeder einzelne, aber auch Gruppen und Völker stehen vor der Entscheidung, ob sie für Wahrheit und Aufklärung eintreten wollen oder ihren Trieben und Emotionen folgen wollen.

    Ob sie denen glauben wollen, die sich ihnen mehr oder weniger subtil aufdrängen und dabei im Wesentlichen ihren eigenen Geschäftsmodellen und ihrem eigenen Profit folgen, oder ob sie denen vertrauen wollen, die gewissenhaft auf Objektivität bedacht sind und dabei viel Leid und Widerspruch erleben. Ob sie Dem folgen wollen, der von Sich gesagt hat, das Er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

    Ob sie ihr Haus auf den Felsen oder auf Sand bauen wollen.

  3. Ich danke für dieses wichtige und notwendige Statement, sehr geehrter Herr Dr. Korenzecher! Nur leider lesen das zu wenige Menschen in Deutschland.

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