In Brasilien scheffeln einige protestantisch-charismatische Kirchenleiter angeblich Millionenbeträge in die eigene Tasche. Es handelt sich durchweg um Leiter von Pfingstkirchen, die ein umstrittenes „Wohlstandsevangelium“ predigen. In dem südamerikanischen Land schießen pfingstkirchliche Kreise seit Jahrzehnten wie Pilze aus dem Boden.
Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ aus New York veröffentlichte am 17. Januar 2013 einen Bericht über die reichsten Pastoren Brasiliens. Die betroffenen Prediger und Kirchenleiter laufen Sturm gegen den Bericht. Einer von ihnen will das Magazin, das sich auf Informationen der brasilianischen Finanzbehörden beruft, wegen Verleumdung und Verletzung des Steuergeheimnisses verklagen.
Pfingstler-Bischof: Vermögen von 708 Mill. Euro
Der reichste Pastor soll Edir Macebo, Bischof der „Universalen Kirche des Reiches Gottes“, mit einem Vermögen von umgerechnet 708 Millionen Euro sein. An zweiter Stelle steht Valdemiro Santiago (164 Millionen); der ehem. Pastor der „Universalen Kirche“ gründete die „Weltkirche der Kraft Gottes“.
Auf ihn folgt Silas Malafaia (112 Millionen); der frühere Pastor der pfingstkirchlichen „Versammlungen Gottes“ in Brasilien steht an der Spitze der Kirche „Sieg in Christus“. Das Vermögen des Musikers und Fernsehevangelisten Romildo Ribeiro Soares, Gründer der „Internationalen Kirche der Gnade Gottes“, wird auf 93 Millionen Euro geschätzt. Über 48 Millionen Euro soll das Ehepaar Sonia und Estevam Hernandes Filho verfügen, die an der Spitze der Kirche „Wiedergeboren in Christus“ stehen.
Bei internationalen Zusammenschlüssen der evangelikalen Bewegung wie der weltweiten Evangelischen Allianz und der Lausanner Bewegung für Weltevangelisation stößt die charismatische Verkündigung eines „Gesundheits- und Wohlstands-Evangeliums“ seit langem auf harte Kritik. Es sei nicht mit der Botschaft Christi zu vereinbaren, erklären die bibel- und bekenntnistreuen Protestanten.
Quelle: evangelische Nachrichtenagentur www.idea.de






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Eine Antwort
«Ein Buch von unten»
Linke und Liberale hätten fast jeden Bezug zur Bibel verloren. Darum antworteten sie zu selten auf die Bibelverdrehung: Für sie hat die Bibel ein konservatives Image.
Dabei sei die Bibel doch «ein Buch von unten» und Partei für die Armen, sagt die evangelische Theologin Kahl. Und so sagt es ja auch Papst Franziskus. Der Papst kommt bei den konservativen US-Amerikanern nicht gut an, weil er den Kapitalismus geisselt und sich mit Flüchtlingen solidarisiert und Muslimen die Füsse wäscht.
Wohlstand als Segen Gottes
Die «geistliche Beraterin» Donald Trumps stützt derweilen die Abschottungspolitik ihres Präsidenten. Paula White heisst sie und vertritt das sogenannte «prosperity gospel», also «Wohlstandsevangelium». Diese Lehre ist aus dem rechts-evangelikalen Spektrum Lehre hervorgegangen. Sie deutet finanziellen Erfolg als Segen Gottes.
https://www.srf.ch/kultur/gesellschaft-religion/politik-im-namen-gottes-wie-us-populisten-die-bibel-kapern