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Neue Studie zur Weltbevölkerungszunahme bis 2100 ist fragwürdig

Von Dr. Edith Breburda

Die neueste Projektion zur Bevölkerungsentwicklung, die soeben in der renommierten Zeitschrift Science veröffentlicht wurde, zeigt, dass die Meinung von Experten, wonach sich die Weltbevölkerung im kommenden Jahrhundert stabilisieren wird, falsch ist.  Dr. Breburda
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Unter Anwendung von eleganten und innovativen demographischen Techniken kommt  die Studie zu folgender Schlußfolgerung: Mit 80% Wahrscheinlichkeit wird die Bevölkerung von jetzt 7,2 Milliarden im Jahr 2100 auf 9,6 bis 12, 3 Milliarden Menschen zunehmen.
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Es besteht kein Zweifel, dass die Science-Studie auch die Klimaänderungsdebatte beeinflussen wird, denn Milliarden mehr Konsumenten bedeuten auch mehr Treibhausgas-Emissionen.
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Aber etwas Skepsis ist bei dieser Prognose angebracht. Konventionelle Bevölkerungsprojektionen, auch jene, die von der UN-Bevölkerungsabteilung durchgeführt werden, bieten hohe, mittlere oder niedrige  Szenarien. Aber damit sollen lediglich die plausiblen Zukunftsmodelle illustriert werden, ohne exakte Werte auszusagen.

Foto: E. Breburda
Foto: E. Breburda
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In der Science-Studie liegt der hauptsächliche Grund für die schnelle Zunahme der Weltbevölkerung im südlich der Sahara gelegenen Afrika.
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Die durchschnittliche Geburtenrate einer Frau liegt dort bei fünf Kindern und mehr; sie ist damit zweimal höher als in der restlichen Welt.
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Zwischen 1950 und heute ist die Bevölkerungszahl in dieser Region um eine Milliarde Menschen gestiegen. Beim Anhalten dieser raschen Bevölkerungsvermehrung in Afrika könnte die weltweite Bevölkerung bis 2100 um 5 Milliarden Menschen zunehmen.
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Die Schlüsselfrage hierbei lautet, ob die benutzten Methoden für eine langfristige Vorhersage über die Bevölkerungsentwicklungen fehlerfrei sind. Die kurze Antwort lautet: Nein.
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Die grundlegenden Schwierigkeiten für alle Berechnungen über langfristige Bevölkerungsentwicklungen hängen mit den Geburtenzahlen zusammen. Denn es gibt bis heute noch keine  vertrauenswürdige Methode, um die Geburtenrate der nächsten Generation vorauszusagen, geschweige denn für ein ganzes Jahrhundert.
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Vor einem halben Jahrhundert, in den frühen 1960er Jahren, betrug die Geburtenrate in Ostasien 5,5 Geburten pro Frau. Heute liegt sie gemäß der UN-Bevölkerungsabteilung statistisch bei 1,6 Geburten pro Frau –   das sind 70% weniger.
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In der gesamten Geschichte der Menschheit gab es keinen derartigen schnellen Rückgang der Fertilitätsraten.
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Überall in der Welt können wir heute eine hohe Lebenserwartung, eine niedrige Geburtenrate und eine wesentliche Verbesserung der Gesundheitskonditionen feststellen.
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Unter solchen Umständen ist eine Vorhersage der demographischen Zukunft schwieriger als je zuvor. Zur Zeit ist die Geburtenrate in Afrika, südlich der Sahara, doppelt so hoch als notwendig, um die langfristige Stabilität der Bevölkerungsanzahl aufrecht zu erhalten.
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Die Autoren der Science-Studie gehen davon aus, dass diese Region eine demographische Ausnahme auch für weitere Generationen bleiben wird. Es kann sein, dass diese Annahme korrekt ist  –  oder auch nicht. m
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Einige Gegebenheiten sollten berücksichtigt werden: Im Jahr 2000 hatte ein Drittel der afrikanischen Frauen im gebärfähigem Alter (15 – 49 J.) eine höhere Schulbildung. 2050 werden nach Berechnungen des Internationalen Institutes für angewandte Systemanalysen in Wien 70% der Frauen in Afrika eine höhere Bildung aufweisen  –  und die Lebenserwartungen werden bei durchschnittlich 70 Jahren liegen.
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Wird unter diesen Umständen Afrika resistent bleiben gegen eine Geburtsratenabnahme?  – Einige werden antworten, dass kulturelle Traditionen und ähnliche Faktoren die hohe Fertilitätsrate fortsetzen werden.
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Die gleichen Argumente wurden vor nicht allzulanger Zeit auch über den Mittleren Osten benutzt. Jetzt weiß man, wie falsch diese Annahmen über die unveränderbaren Familienwerte dort waren.
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Die globale Fruchtbarkeit ist eine Angelegenheit des menschlichen Willens  –  und keine Berechnung kann diese grundlegenden Gegebenheiten ändern.
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Plausible Voraussagen über die Fertilität von Ungeborenen oder deren Nachkommen sind offensichtlich mangelhaft. (Siehe hierzu: THE  WALL STREET JOURNAL, 23.9.2014)
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Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Buchautorin, Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

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