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Trauer darf nicht dazu führen, dass christliche Grundsätze über Bord geworfen werden

Von Dr. med. Edith Breburda

Bischof John Noonan von Orlando schrieb kürzlich: „Wir müssen um den Weltfrieden beten und die Würde des Menschen unter allen Umständen beschützen.“

Die Schießerei in Orlando am 12. Juni 2016 wird als die schlimmste in der Geschichte der USA bezeichnet. In den frühen Morgenstunden eröffnete der 29-jährige Omar Mateen das Feuer in einem homosexuellen Nachtclub. 49 Menschen wurden getötet, 53 sind zum Teil schwer verletzt.  P1020947 - Kopie

Der Präsident von Amerika redete von einer Terrorattacke. Wenn man den Opfern, die das Massaker überlebt haben, zuhört, danken sie zu allererst Gott, nicht erschossen worden zu sein und schätzen es, dass man überall auf der Welt für sie betet.

Chase Strangio, Anwalt der Civil-Liberties-Union der USA (ACLU / amerikanische zivile Freiheit’s Union) kritisierte hingegen den Aufruf vieler Amerikaner, für die Opfer zu beten. So mehren sich auch Slogans wie „don’t pray“. Die ACLU sieht zudem nicht den sich zur ISIS bekennenden Täter als Hauptschuldigen an, sondern macht die Christen dafür verantwortlich.

Er bezeichnete die Solidarität mit den Opfern als Islamophobie. Aus seiner Sicht haben gerade Christen dieses Klima geschaffen; sie beeinflussen seiner Meinung nach den Gesetzgeber, auf die Gewissensfreiheit zu achten, wenn es z.B. darum geht, homosexuelle Hochzeiten auszutragen. „Im letzten halben Jahr gehen 200 anti-homosexuelle Anzeigen auf christliche Organisation zurück. So stimmt die Behauptung nicht, dass der Islam die Schuld an dem Massaker trägt.“ media-390606-2

Auch für Eunice Rho klingt der Aufruf, für die Opfer zu beten und sich solidarisch ihnen gegenüber zu zeigen, wie Hohn, seien es doch gerade die Gesetzesmacher, die am schärfsten gegen die Homolobby voranschreitet.

Christliche Organisationen in Amerika widersprechen diesem Ansinnen. Ihre Intention ist nach wie vor, jedes menschliche Leben zu schützen, unabhängig von seinen sexuellen Neigungen.

Christliche Führer sagen: Jeder hat das Recht, nicht an einer Homohochzeit teilzunehmen. Das heißt aber noch lange nicht, dass dies in Verbindung mit dem Massaker in Orlando steht.

Der Direktor des religiösen Witherspoon Institutes, Matthew Franck, erklärte gegenüber dem Nachrichtensender CNA: Das Festhalten an der christlichen Lehre über die Ehe ist nicht mit Gewalt gleichzusetzen.

Christen, welche die Ehe nicht neudefinieren und die ihren Glaubensgrundsätzen treu bleiben, hassen keinen Menschen. Gesetze, die geschaffen werden, um ihre Freiheit zu schützen, sind nicht gegen die Homolobby gerichtet. Man kann seine politischen Gegner nicht einfach als das Übel selber dämonisieren und damit mundtot machen.

Der Jurist Robert George von der Princeton-Universität sagt, man könne in der gegenwärtigen Situation die Aussagen, die nach so einem Horrorakt gemacht wurden, nicht auf die Waagschale legen. Es handele sich um ein traumatisierendes Ereignis, und wenn wir böse oder traurig sind, sagen wir oft viel Unüberlegtes. Wir sollten deshalb nicht mit dem Finger aufeinander zeigen, sondern miteinander trauern.

Kommentare wie z.B. aus dem Römerbrief, 12:15: „Wir weinen mit denen, die ihre Lieben verloren haben – und mit denen, die über die Gewalttätigkeiten dieser Welt trauern….“, findet man seitdem in den Tweets der Medienseiten (1). jesus in der synagoge von nazareth

Es ist ganz natürlich, Anteilnahme mit den Trauernden zu zeigen. Nur müssen wir im Namen der Solidarität unseren Glauben über Bord schmeißen und gegen unser Gewissen handeln? Wenn ein Betrunkener oder Andersgläubiger z.B. die Hl. Kommunion empfangen will, ist dann der Glaubenshüter per se verpflichtet, sie diesem zu geben, nur weil die Person in Trauerstimmung ist?

Neulich las man in den Medien über eine Beerdigung. Die Tochter der Verstorbenen ging kurz vor Beginn des Requiems in die Sakristei und stellte dem Priester ihre lesbische Partnerin vor. Dem Priester war keine Zeit gegeben, näher mit der Tochter zu reden. Als diese zum Priester kam, um die hl. Kommunion zu empfangen, verweigerte er diese der Frau diskret, was sie veranlasste, zum Kommunionhelfer zu gehen.

Ich bin zu Pfarrer Marcel gegangen, um die hl. Kommunion zu empfangen“, sagt die Frau. „In diesem Moment legte er seine Hand über den Kelch, schaute mir in die Augen und sagte: Ich kann Ihnen keine Kommunion geben, weil sie mit einer Frau zusammen sind  –  und das ist in den Augen der Kirche eine Sünde.“

Nach der Messe zeigte die Frau den Priester an und dieser wurde daraufhin vom Priesteramt suspendiert. Sie wolle damit nur verhindern, dass es anderen Personen ebenso ergeht wir ihr, sagte sie. Deshalb finde sie es wichtig, dass der Priester gehen muss (2).

Literatur:
1) CNA: ACLU Blame Claim: Christians caused Orlando shooting, 14.6.2016BookCoverImage
2) Hayes C.: Catholic priest refuses lesbian communion at her own mothers funeral. Irish Central, 3. März, 2012

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)

 

Kommentare

3 Antworten

  1. Also die „Christen“ sind schuld, dass ein Muslim zig Schwule tötet. Und für die Opfer zu beten, ist „islamophob“. Da fällt mir nur ein Wort ein: Realitätsverlust.

    Es mag sein, dass in einem Klima, in dem stark gegen eine Gruppe gehetzt wird, manche Leute sich in ihrem Hang zur Gewaltanwendung gerechtfertigt sehen. Aber die meisten Christen (oder zumindest die Kirchen) hetzen nicht gegen Schwule, sondern sprechen sich nur für die traditionelle Familie aus.

    Was den zweiten Teil des Artikels anbelangt (der mit dem ersten fast nichts zu tun hat), so kenne ich die Hintergründe nicht. Zwar gibt es m.W. eine kirchliche Anweisung, dass jemandem die Kommunion nicht verweigert werden darf, wenn er vor dem Priester steht. Aber so etwas rechtfertigt nicht eine Suspendierung, so dass die ganze Sache etwas undurchsichtig bleibt.
    Ich verstehe die Leute nicht: Wenn diese lesbische Frau nicht an die Lehre der Kirche und an die reale Gegenwart Jesu in der Eucharistie glaubt – warum geht sie dann zur Kommunion? Vielleicht ist das das größere Problem, der mangelnde Glaube an die Realpräsenz…

  2. Natürlich ist die Kritk der „Don’t pray“-Fraktion unsachlich und populistisch. Klar: Was hat das eine mit dem andern überhaupt zu tun?
    Nach der Logik müsste unsere Polizei die, die später vom Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt werden, weil sie schwere Verbrecher sind, auch während der Gefangenennahme sorglos verletzen oder erst gar nicht mehr retten, wenn sie tödlich verletzt werden.

    Wir schützen aber nach Möglichkeit selbst das Leben schwerster Krimineller, um sie einem gerechten Prozess zuzuführen, und sowieso alleine schon deshalb, weil jeder ohne Ausnahme ein Recht auf Unversehrtheit hat und wir das Racheprinzip aufgegeben haben…

    So jedenfalls denkt man in der Moderne… und hier haben wir auch schon das Problem… denn man dachte nicht immer so, und es gibt genügend Christen, die sich Zeiten zurückwünschen, in denen man nicht so dachte…

    Diese amerikanischen Stimmen aber, die sich so liberal gebärden und hier nicht mehr differenzieren können, offenbaren, dass sie selbst genauso mittelalterlich denken wie die, denen sie es unterstellen…

    Die meisten Christen denken heute legalistisch, was ein Segen ist.
    Von den andern, die sich nach Scheiterhaufen und Hexenjagden zurücksehnen – und es gibt sie, denn ich hatte mit dieser Fraktion schon harte Auseinandersetzungen! – sollten sich jedoch echte Christen viel deutlicher distanzieren.

    So schlummern in amerikanischen Evangelikalenkreisen eben doch solche Einstellungen und bei uns in Europa findet man sie am häufigsten im Lager der katholischen Traditionalisten.
    Und es ist beileibe nicht nur der gefeuerte Bischof Williamson gewesen, der „untertourig“ solche Touren fährt, sondern das findet man im FSSPX- und Sedisvakantisten-Alltagsgeschreibsel leider allzu oft: unverhohlener Judenhass, Frauenverachtung und eben auch Homo-Feindseligkeit, gepaart mit entsprechender Idolisierung entsprechender historischer Autoren und innerkatholischer integralistischer Richtungen des 19. Jh, die wirklich mit allen ekelhaften bandagen klotzten – leider. Wer den unsäglichen Prälaten Mäder verehrt oder – wie EB Lefebvre – ans Pétaingrab pilgert und den Mann sogar öffentlich um Fürsprache für Europa anruft (obwohl er nie heiliggesprochen wurde! – Wie auch!), der gibt tatsächlich verheerende Signale.

    Und das beobachten unsere Gegner eben auch und sehen vielleicht klarer als wir, welche Blasphemie und Gewalttätigkeit sich in dieser Art der „Frömmigkeit“ verbirgt.

    Jeder aber verdient vor Gott die Gnadenzeit, die Gott ihm gibt und am Ende ein gerechtes Gericht, aber eben durch Christus selbst, nicht durch uns.

    1. Wo gibt es denn Leute, die so denken? Ich bin noch nie jemandem begegnet. Findet sich solches Gedankengut nur bei Herrschaften Ü70, oder auch bei jungen Leuten? Ich würde gern mal solche Leute kennenlernen…. Für mich sind sie fast wie aus der Zeit gefallen, wie Zeitreisende aus früheren Jahrhunderten.

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