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Es kam, was kommen mußte: Benedikt XVI. erscheint der Seherin in Sievernich

Von Felizitas Küble

Am Dreikönigstag feiert die Kirche jährlich die „Erscheinung des HERRN“. Doch in Sievernich gab es am 6. Januar dieses Jahres noch eine spezielle Erscheinung, glaubt man der Seherin Manuela Strack, die seit Jahrzehnten „Botschaften des Himmels“ vermeldet: jetzt soll ihr der kürzlich verstorbenen Ex-Papst begegnet sein.

Stracks kuriose „Privatoffenbarungen“ sind kirchlich nicht anerkannt – genauer: Das zuständige bischöfliche Ordinariat in Aachen hat die Visionen  – erst kamen Maria und viele Heilige zu ihr, dann gab es jahrelange Hostienphänomene, jetzt erscheint das „Prager Jesulein“  –  nicht approbiert (genehmigt, gebilligt).

Das hindert tausende Gläubige und Neugierige aus nah und fern aber nicht daran, teils sogar regelmäßig nach Sievernich in die Privatkapelle der „Begnadeten“ zu pilgern. (Unser Fotoz zeigt die dortige Erscheinungs-Marienstatue.)

Zurück zu jener besonderen Vision am Dreikönigsfest. Daß Päpste schon kurz nach ihrem Tod diversen „Begnadeten“ bzw. „Sühneseelen“ erscheinen, ist nichts Neues unter der Sonne, sondern in diesen wunderbewegten Kreisen an der Tagesordnung  – das galt seinerzeit besonders für Johannes Paul II.

Entweder melden sich die Verstorbenen direkt aus dem himmlischen Reiche oder aus dem Fegefeuer, in dem sie sich kurzzeitig aufhalten, weil sie noch diese oder jene theologische bzw. kirchenpolitische Missetat ihrer Amtszeit zu büßen haben –  meist genau jene Fehler, auf die in der entsprechenden Anhängerschar ein besonderes Augenmerk liegt.

Die Erscheinungs-Webseite aus Sievernich, in der seit langem die neuesten „Botschaften“ veröffentlicht werden, hat auch über das Stelldichein von Benedikt XVI. bei der Seherin Manuela Strack berichtet: https://maria-die-makellose.de/botschaften/2023/2023_01_06.html

Der bekannte Autor und Sievernich-Propagandist Michael Hesemann erwähnte auf seiner Facebook-Seite ebenfalls dieses außergewöhnliche Ereignis. 

Hier folgt nun wörtlich die Schilderung der Visionärin Strack:

Ich sehe den verstorbenen Papst Benedikt den XVI. Er ist von einem hellen Licht umgeben. Er trägt ein weißes Papstgewand und auf dem Kopf trägt er einen weißen Pileolus. Er segnet und sagt:

„Sage allen Freunden des Jesuskindes, die auch meine Freunde sind, dass ich beim Herrn bin. Der Herr ist meine himmlische Heimat. Ich bete für die katholische Kirche. Bitte betet sehr für die katholische Kirche.“

Mit dieser lichtvollen Erscheinung dürfte wohl nach Auffassung des Sievernich-Fanclubs einem „Santo Subito“ (schnelle Heiligsprechung) nichts mehr im Wege stehen.

Wozu umständlich noch ein kirchenamtliches Seligsprechungs-Verfahren im Vatikan einrichten, wo doch der „Himmel“ zu Sievernich selber geprochen hat?!

 

Kommentare

11 Antworten

  1. Biblisch gesehen gibt es keine unsterbliche Seele
    Kein Fegefeuer
    Keine Hölle
    Alle stehen wir auf zum ewigen Leben auf der neuen Erde das ist biblisch

    1. Guten Tag,
      biblisch gesehen gibt es natürlich
      die unsterbliche Seele
      Hölle und Fegefeuer
      und ein ewiges Leben im Jenseits, nicht auf Erden.
      Ihre Behauptungen sind weder biblisch noch christlich, sondern sektiererisch.
      Freudnlichen Gruß
      Felizitas Küble

  2. Sehr sehr traurig alles. Was ist bloß mit den Menschen los, die dieser Dame bedingungslos vertrauen und gehorchen? Es ist ganz ganz übel, was sich da abspielt…Sievernich produziert Spaltung und installiert sich neben der Heiligen Katholischen Kirche.. Und die Menschen strömen dahin und glauben ohne Nachzudenken alles, was da von der Visionärin erzählt wird… Hoffe wirklich, dass die Leute mit Hilfe unserer Gebete bald aufwachen..

  3. Zunächst ein Verweis auf das hier einiger Zeit, nicht gerade wohlwollend genannte, ausgesprochen sachlich und umfassend über die Ereignisse in Sievernich (bis2022) berichtende Buch (Im Namen des Kostbaren Blutes“) Kißlegg 2. Akualisierte Auflage 2022, Dr. Michael Hesemanns und auf das hier empfehlend hingewiesene Buch von Melanie Weiß, Die Wiederkunft Christi steht bevor, Bad Schussenried 2022.

    Der erste Satz des Beitrages läßt erkennen, wohin die Reise geht! Man muss das Ganze nicht ernstnehmen eher im Gegenteil.
    1. Michael Hesemann unseligen Schwarmgeistern zuzurechnen, erübrigt jedweden Kommentar.
    !
    „Es gibt zwischen Himmel und Erde mehr Dinge, als eure Schulweisheit sich träumen lässt! Shakespeare, Hamlet
    „Ich bitte die Leserinnen und Leser nur um jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt.“ Josef Ratzinger – Papst Benedikt XVI. Jesus von Nazareth, Klappentext

  4. Es war damit zu rechnen, daß auch Papst Benedikt von Sievernich vereinnahmt wird. Wie das Prager Jesulein. Es ist fürchterlich, was sich da abspielt und noch fürchterlicher ist es, wieviele Menschen auf dieses Theater hereinfallen.
    Diese Leute hören jetzt nur noch auf die Aussagen der “ Seherin“ und ignorieren die Worte von mahnenden katholischen Priestern.
    Ich verweise auf die Kirchenlehrer der Heiligen Katholischen Kirche, die bei solchen Erscheinungen immer davor gewarnt haben, wenn sie beim Seher Hochmut und bei den Gläubigen Spaltung bewirkt haben. Die Spaltung ist da, entweder bist Du für oder gegen Sievernich, und die Seherin betreibt einen Personenkult um sich , der nicht mehr schön ist.
    Ich hoffe wirklich, dass der Himmel nun bald in Sievernich einschreitet und den Wahnsinn stoppt. Herr erbarme Dich ihrer! AMEN

    1. Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass solche zweifelhaften „Offenbarungen“ Spaltung und Hochmut hervorbringen, und meine, dass sie eher eine ungesunde Neugier und Wundersucht befriedigen, als den Glauben zu stärken.

      Mich beschäftigt grundsätzlich die Frage, ob Gott überhaupt so „verschwenderisch“ mit direkten übernatürlichen Eingriffen umgeht. In den meisten Fällen ist das Wirken des Herrn in unserem Leben sehr diskret, so dass man zwar oft im Nachhinein sagen kann: „Hier wurde etwas gefügt“ oder „Hier habe ich etwas erlebt, was mein Leben verändert hat“ oder „für mich ist es ein Wunder gewesen“, aber es ist selten sehr offen und „sensationell“, sondern vollzieht sich still und im Verborgenen.

      Ich frage mich, wieso nun in neuerer Zeit nahezu serienmäßig unzählige recht banale Botschaften und Erscheinungen auftreten sollen, die eigentlich nie eine Vertiefung bringen oder zu einem wahrhaftigeren Verständnis der bereits in der Heiligen Schrift und der Tradition geoffenbarten Wahrheiten führen. Denn obgleich es wahr ist, dass eine Privatoffenbarung der allgemeinen Offenbarung nichts Neues hinzufügen darf, muss doch ein übernatürliches Eingreifen einen Sinn haben. Wozu verhilft uns jetzt beispielsweise die angebliche „Erscheinung“ von Papst Benedikt XVI. in Sievernich? Was wird uns dadurch klarer oder was wird in uns vertieft? Wer von uns wusste nicht ohnehin, dass wir für die Kirche beten sollen? Und ist es normal, dass der Himmel einfach schnurstracks die menschliche Neugier bezüglich des Verbleibs eines Verstorbenen befriedigen sollte? Wäre es nicht sinnvoller und lehrreicher, die Heilige Schrift und die Bücher der Kirchenväter und anderer großer Heiliger (und ganz sicher auch diejenigen von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI.) zu lesen?

      Umso mehr frage ich mich, wozu sich der Herr Jesus Christus persönlich, Seine Heiligste Mutter, Engel und Heilige und – was das „Schlimmste“ ist – Gott Vater und der Heilige Geist, wie es Frau Strack behauptet, eigens bemühen sollten, in Sievernich zu erscheinen, ohne dass dabei „mehr“ herauskommt als das, was jeder Halbgebildete in einschlägigen frommen Heftchen und im Internet lesen und mehr oder minder unbeholfen zusammenbasteln könnte.

      Ich sage nicht, dass es kein übernatürliches Wirken gibt, aber man muss sehr vorsichtig sein und muss sich stets fragen, ob der Himmel nicht sparsamer ist mit seinen Wundern und seinem direkten, sichtbaren Eingreifen. Gott der Herr ist kein Flaschengeist, sondern ist für uns absolut unverfügbar, auch wenn wir uns bisweilen wünschen würden, Er würde uns direkt etwas sagen und uns viele, viele Zeichen und Wunder schicken. Wir haben aber alles von Ihm erhalten, was zu unserem Heil dient, und das muss uns auf Erden „genügen“,

      Die anerkannten Privatoffenbarungen haben sich meines Wissens immer auf einige wenige, aber starke Botschaften beschränkt. In neuerer Zeit jedoch haben wir es mit nie enden wollenden Serien immer gleicher quälend banaler Botschaften zu tun, die eher dazu zu dienen scheinen, die Berühmtheit und die Aufmerksamkeit, die die jeweiligen Seher genießen, aufrecht zu erhalten, als geistliche Impulse für ein vertieftes und ernsthafteres Leben im Glauben zu geben. Ich könnte mir vorstellen, dass es dabei auch um Geld geht, denn es geht sicher auch ein „Spendensegen“ damit einher, so dass die Botschaften am besten nie versiegen dürfen…

    2. Hier noch ein Hinweis zum Thema der „Vereinnahmung“ Benedikts XVI. durch Sievernich, die Herr Johannes Patmos ganz richtig festgestellt hat.
      Am 30. Dezember 2022, also in den Tagen des Sterbens des emeritierten Papstes, wurde im Facebook-Auftritt „Maria die Makellose“ der folgende Beitrag gepostet, dem ich die erstaunliche Behauptung zu entnehmen glaube, dass wir das Pontifikat Benedikts XVI. dem Gebet der Sievernich-Fans zu verdanken haben.

      *********************************************
      „Dies ist ein Alter [sic] Beitrag, doch zeigt er erneut, wie wichtig Papst em. Benedikt XVI. für Sievernich war und ist. Und jetzt, wo Papst em. Benedikt XVI krank ist, sollen wir erst recht fleißig beten
      Aufruf zum „Immerwährenden Rosenkranz“ für Papst Benedikt den XVI.
      Am 2. Mai 2005 sprach die Gottesmutter während ihrer Erscheinung in Sievernich bei Köln:
      „… Ihr habt Gnaden vom Himmel erbeten. Mein lieber Sohn schenkte euch Johannes Paul II. und Benedikt den XVI. Dies ist die Antwort meines Sohnes auf euer Gebet. … Betet für die Kirche, dies ist sehr wichtig! …“
      Diese Botschaft macht deutlich, welche Macht das Gebet einfacher Menschen hat und wie wichtig es ist, für die Kirche zu beten, besonders aber für den Heiligen Vater. Die Kirche ist der Leib Christi. Sie kann nur durch Christus und mit Christus wirksam werden. Daher wird der Heilige Vater als Stellvertreter Christi hier auf Erden gerade in dieser für die Kirche schweren Zeit ohne Gottes Hilfe nichts bewirken können. Diese Hilfe muss aber von uns erbeten, d. h. erbetet werden.
      Am 3. Oktober 2005 verabschiedete sich die Gottesmutter. Während ihrer Erscheinung kam auch zum ersten Mal überhaupt der Hl. Benedikt von Nursia, auf den der Heilige Vater seinen Namen zurückführt.
      Es besteht anscheinend eine besondere Verbindung zwischen dem neuen Papst und Sievernich. Papst Benedikt der XVI. wurde uns aufgrund unserer Gebete geschenkt. Er ist also im doppeltem Sinne unser Papst. Das bedeutet aber auch, dass wir für ihn eine besondere Verantwortung haben. Daher möchten wir ihn während seines ganzen Pontifikates mit unserem Gebet unterstützen.
      **********************************************
      Die angeführten ursprünglichen „Botschaften“ von 2005 finden sich unter dem nachstehenden Link, sie sind allerdings leider nicht einzeln verlinkt, sondern man muss scrollen, um die Einträge unter dem jeweiligen Datum zu finden:
      https://maria-die-makellose.de/botschaften2005.html

  5. Ich finde die Botschaft schön. Danke für das Veröffentlichen.
    Als evangelisch ausgetretende Christin wünschte ich mir mehr Aufsehen zu Gott, Jesus, von mir aus sogar auch Maria, Heilige, Papst.
    Wenn nur JESUS verkündigt werde.
    Es ist auf jeden Fall besser, als die Welt in Krieg, Angst und Panik zu treiben.
    Habt KEINE Angst. Jesus und Sein Vater, der Schöpfergott, sind „in Kontrolle“. Auch wenn das manchmal inzwischen schwerfällt zu glauben.

    HERR, erbarme Dich über unsere wirre und teils irre, fried-, Gott- und haltlose weite Welt! Lass UNS Deine Zeugen sein.
    Lass UNS Mitmenschlichkeit konkret gestalten und LIEBE leben.
    Gib uns Deinen Geist, Deine Kraft, Deinen Segen!

    1. Wir Evangelisch-Konservativen lehnen nicht nur Charismatik / Pfingstlerei ab, sondern auch, daß nach Vollendung der biblischen Offenbarung Gott direkt redet, sich durch übernatürliche Zeichen oder Erscheinungen erkenbar zeigt, während die beiden Großkirchen (und andere) zumindest die Charismatik/Pfingstlerei dulden. Cessation (Aufhören) nennt man diese Regel. Weitere wichtige Kernunterscheidungslehren von uns sind:
      Biblizismus (keinerlei Bibelkritik, Unfehlbarkeit des wörtlich von Gott eingegebenen Wortes Gottes)
      Exklusivismus (nur bekehrte und bekennende Christen kommen unter Mündigen in den Himmel)
      Maskulininismus (nur Männer leiten und predigen in Gemeinde/ -gottesdiensten, sind Oberleiter der Familien)
      Separatismus (Trennung von beharrlichen Irrlehrern und reuelosen schweren Sündern)
      Ob Anderslehrende Christus unverkürzt verkünden? Messen wir das am Maßstab der Bibel und an nichts anderem: Allein die Schrift!

  6. Ich frage mich gerade, was denn genau die „Freunde des Jesuskinds“ auszeichnet. Wikipedia definiert Freundschaft so: „Freundschaft steht für:…. eine positive Beziehung und Empfindung zwischen Menschen.“ Positiv zu Jesus stehen, das behauptet auch unsere Pastoralreferentin, die im übrigen keine Gelegenheit auslässt, Werbung für Maria 2.0 zu machen und die Diakonatsweihe für Frauen für überfällig hält.
    Die angebliche Bitte, für die katholische Kirche zu beten, war dem verstorbenen Papst wohl zu Lebzeiten schon bekannt und er hat es wohl auch selber praktiziert. Sollten wir jetzt nach dem Tod Benedikts, aufgrund der angeblichen Vision, erst recht mit dem Gebet anfangen? War das zu seinen Lebzeiten etwa wirkungslos? Fragen über Fragen!

  7. Ach wie humorvoll zu lesen. Endlich kann wieder gelacht werden in diesen trüben Januartagen.
    Benedikt erscheint in einem Stelldichein in Sievernich.
    Gerade dieser in seiner Amtszeit nüchterne Papst wird zur Erscheinungsperson.
    Geradezu lächerlich.

    Nun werden die Kassen in Sievernich wieder klingeln. Manuela Strack war eine der ersten, die Benedikt gesehen hat. 😉

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