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Haben wir das Benedikt-Pontifikat den Sievernich-Erscheinungen zu verdanken?

Von Felizitas Küble

Wie hier im CF bereits berichtet wurde, hat sich am Dreikönigsfest in der (kirchlich nicht anerkannten) Erscheinungsstätte zu Sievernich, die im Bistum Aachen liegt, Benedikt XVI. angeblich höchstselbst mit einer Botschaft zu Wort gemeldet.

Die dortige „Seherin“ Manuela Strack, eine Familienmutter mittleren Alters, empfängt seit Sommer 2000 Besuche aus der jenseitigen Welt, zunächst fünf Jahre lang von Maria und diversen Heiligen, seit einigen Jahren gar vom „Prager Jesuskind“.

Daß sich der hochgelehrte Ex-Papst unlängst bei der Visionärin mit einer – freilich theologisch sehr flachen  –  Stellungnahme zu Wort gemeldet hat, ist nicht weiter erstaunlich; schließlich haben wir das ganze Pontifikat Joseph Ratzingers ohnehin den Erscheinungen von Sievernich zu verdanken.

Eine aufmerksame Leserin hat uns mit deutscher Gründlichkeit im Kommentarbereich darauf hingewiesen, daß die „Madonna“ im Marienmonat Mai 2005 der erfreuten Pilgerschar per Seherin Strack bereits verkündete, die Gebete der Sievernich-Anhänger seien der Grund, weshalb es überhaupt zur Wahl der beiden Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. gekommen ist.

Die entsprechende Vision vom 2. Mai  – hier wird sie (siehe Datum)  berichtet –  begann  mit einer spürbar „großen Hitze“ der Begnadeten, wobei sich das Lampenfieber als durchaus berechtigt erwies, denn zusätzlich zur Gottesmutter erschien ihr auch noch der verstorbene Papst Johannes Paul II.

Hier folgt nun eine bewegende Schilderung der Seherin Manuela:

Ich spürte eine große Hitze. Dann sah ich das ovale helle Licht der Gottesmutter, von mir aus gesehen links vom Altar. Die Gottesmutter kam aus diesem Licht als Makellose hervor. Sie war ganz in Weiß gekleidet und trug auf ihrem Kopf eine goldene Krone.
In ihren zum Gebet aufgerichteten Händen hielt sie einen goldenen Rosenkranz und das Skapulier vom Berge Karmel. Die Makellose stand barfuß auf einer Wolke, vor ihrem linken Fuß lag eine goldene geöffnete Rose. Das schöne Licht blieb im Hintergrund.
Sie sprach:
„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes!“

Sie schwebte näher zu uns. Sie sprach zu uns:
„Liebe Kinder, ich grüße und segne euch im Namen meines geliebten Sohnes Jesus Christus. Ihr habt Gnaden vom Himmel erbeten. Mein lieber Sohn schenkte euch Johannes Paul II. und Benedikt den XVI. Dies ist die Antwort meines Sohnes auf euer Gebet.“

Die Makellose lächelte. Sie öffnete ihren Mantel und aus ihm ging ein Licht hervor. Johannes Paul der II. stand unter dem Mantel Mariens.
Er lächelte, sah viel jünger aus, nicht mehr krank und gebrechlich. Er sprach: 
„Weil ich Jesus nachgefolgt bin, darf ich nun an Seinem Tisch sitzen – nicht meiner Leiden, sondern Seiner Leiden wegen!“

Sie segnete alle Menschen und ging behutsam in das wunderbare Licht zurück.“

Einen speziellen Kommentar zu diesem „Vorgang“ wollen wir uns und allen Leern gerne ersparen.

 

Kommentare

17 Antworten

  1. Und dann der Rücktritt von Benedikt.
    Wenn Josef Ratzinger ein Geschenk von Jesus ist, frage ich mich, warum 2013 so viele Gläubige durch die Rücknahme dieses Geschenkes enttäuscht wurden.
    Papst bleibt man doch bis zum Tod. Körperliche und ein bisschen geistige Gebrechen sind kein Rücktrittsgrund.
    Papst Johannes-Paul II. hatte jahrelang Josef Ratzinger als große Stütze immer neben sich. Er schrieb schon lange viele Texte für ihn , gestaltete die Messen und Predigten.
    Benedikt wusste, was als Papst auf ihn zukommt. Und wie man die Aufgaben an eng vertraute Kardinäle abgeben kann.
    Durch seinen Rücktritt ist Franziskus erst möglich geworden.
    Nun haben wir die Weltsynlde von F. einberufen bekommen.
    Alte Messen als gehnehmigunspflichtig.
    Impfpflicht im Vatikan.
    Schwammige Äußerungen zu allen möglichichen Lehramtsthemen.
    Einmalige indigene Verehrung der Patachama in den vatikanischen Kirchen. U.v.m.
    Nein, ein Papst wird gewählt. Der Geist Gottes wirkt als Mysterium bei so einer Wahl. Und doch sind es Kardinäle und somit Menschen, die wählen.
    Manuela Strack täte gut daran, ihren Mund zu halten.

    1. Was wäre passiert, wenn Benedikt als Regierender zB 2014 gestorben wäre? Wie wäre dann die Familiensynode verlaufen? Oder die Amazonien-?
      Das Jahr der Barmherzigkeit war die Basis für die „menschenfreundlichen“ Wucherungen, während dem Sonntag der Barmherzigkeit keine Aufmerksamkeit geschenkt wird.
      Der Rhein floß nicht nur in den Tiber, sondern auch in den Rio de la Plata.

    1. Guten Tag,
      das Pfarrbüro, mit den ich vorigen Herbst sprach, hat mir erklärt, die Sievernicher Gruppe dürfe ihre Andachten nicht (mehr) in der Pfarrkirche durchführen.
      Die „Seherin“ verwendet deshalb andere Räumlichkeiten mit einer Privatkapelle.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

  2. Mein Kommentar wird Ihnen wieder nicht gefallen.
    Weil Erscheinungen und Wunder jederzeit möglich sind, nehme ich sie ernst. In Sievernich wird wie in Medjugorje gebetet, das ist das allerwichtigste.
    Ich habs nicht mit Mäusemelkerei.

    1. „Mein Kommentar wird Ihnen wieder nicht gefallen.
      Weil Erscheinungen und Wunder jederzeit möglich sind, nehme ich sie ernst.“

      Ich geselle mich gern zu den Skeptikern, die unmöglich Erscheinungen und Wunder annehmen, nur, „weil Erscheinungen und Wunder jederzeit möglich sind“, wie Sie argumentieren.

      Allerdings gibt es den berühmten Ausspruch von Ben Gurion, dem ersten Präsidenten des Staates Israel: „Wer nicht an Wunder glaubt, der ist kein Realist.“ Das heißt aber übersetzt: Ben Gurion erlebte real, dass das Volk Israel durch an Wunder grenzende Umstände die „nationale Heimstätte für das jüdische Volk“ im damals noch britisch besetzten Land fand, die gottlob bis heute als Staat Israel besteht, doch andererseits stets gefährdet ist: vor allem von Leuten, die an einen voluntaristischen Gott glauben, der an allen Gesetzen der Logik, Wahrheit und Vernunft vorbei „allmächtig“ sei und willkürlich in seine Schöpfung eingreifen will.

      1. 1948 geschah die Wiedergeburt des Staates Israel.
        Darauf wird in der Bibel auch hingewiesen. Im AT. J, das war ein
        Wunder.
        Vor mehr als 3000 Jahren hat König David Jerusalem zur Hauptstadt
        Israels gemacht.
        Israel war immer jüdisches Land.
        Auch als die Römer 70 nach Chr. den Tempel zerstört haben und die meisten
        Juden von ihnen vertrieben oder getötet wurden so waren immer
        Juden in ihrem Land.

    2. Ich finde es traurig, dass es extra Erscheinungen, wahrer oder auch nur angeblicher, bedarf, um die Menschen zum Gebet zusammenzuführen. Christus ist in jedem Tabernakel an allen Orten gegenwärtig. Warum ist dort meist gähnende Leere? Die Menschen können sich auch in ihrer Heimatkirche außerhalb des Gottesdienstes zum Gebet treffen.

      1. Vergelt’s Gott für diesen wertvollen Kommentar, Sie haben vollkommen recht, und mir scheint, Sie haben überhaupt den wichtigsten Punkt getroffen. Im Allerheiligsten Sakrament ist der Herr auf jeden Fall mit Gottheit und Menschheit gegenwärtig, aber das ist offenbar für manche „weniger spektakulär“ als irgendwelche (angeblichen) Erscheinungen.

  3. Ein Hinweis auf ein anderes, konstruktives Gespräch als Widerlegung der „Vision“ der Innerlichkeit des Märchenonkels Drewermann:

    https://christlichesforum.info/haben-wir-das-benedikt-pontifikat-den-sievernich-erscheinungen-zu-verdanken/?utm_source=mailpoet&utm_medium=email&utm_campaign=die-letzten-newsletter-total-beitrage-unseres-blogs_1

    Joseph Kardinal Ratzinger (*16. April 1927 †31. Dezember 2022) wird über verschiedene Themen rund um Glauben und Kirche von Prof. Albert Scharf (*28. Dezember 1934 †25. September 2021), ehemaliger Intendant des Bayerischen Rundfunks, befragt.

    „Es ist sicherlich vor allem in Mitteleuropa, in den Vereinigten Staaten und in Australien, also in den so genannten westlich bestimmten Ländern, ein weit reichender Eindruck, dass die Kirche nur mehr als eine reine Institution aufgefasst wird, als eine Art von religiöser Bürokratie.
    In diesem Sinne wird sie mit anderen Großkörperschaften, mit anderen großen Institutionen identifiziert, die wir als eine Last empfinden, weil sie unserer Freiheit im Wege stehen. Aus diesem Grund zählt heute die Kirche bei vielen Menschen zu den Dingen, die sie eher von Gott weg halten als sie zu ihm hin bringen. Dies muss natürlich der Kirche selbst eine Veranlassung sein, darüber nachzudenken, wie es dazu kommt, dass wir wie einer der Großkörper der Großbürokratien erscheinen und dass man scheinbar das Religiöse im Gegensatz dazu im rein Innerlichen und Geistlichen suchen muss.
    Schuld aufseiten der Kirche: Sie hat sich zu sehr auf weltliche Art organisiert und stellt sich daher nach außen auch als bürokratisches Unternehmen dar. Auf der anderen Seite hat es aber auch eine Verschiebung im Bewusstsein der Menschen gegeben. Gott ist aber nun einmal keine bloße Privatangelegenheit.“
    Joseph Ratzinger

  4. Ich muss sagen, dass ich bisher eine Echtheit der Erscheinungen zumindest für möglich hielt. Die päpstlichen Aussagen erscheinen aber so nichtssagend im Vergleich zu Texten aus den Pontifikaten… Man denke an die Reden Benedikts…

    Ad „nicht meiner Leiden, sondern Seiner Leiden wegen“:
    Vorsicht – das ist ja fast eine Leugnung der Werke, sagt nicht Paulus, er füge sein Leiden dem Leiden Christi für die Kirche hinzu?
    Ist der Glaube nicht tot ohne Werke?
    Kann man überhaupt heilig werden ohne Werke?

  5. Besonders skurril ist, dass Frau Strack auch das Pontifikat JP II. als Verdienst von Sievernich ansieht, wobei sie zum Zeitpunkt seiner Wahl noch ein Kind oder höchstens ein junges Mädchen gewesen sein dürfte. Aber die späteren Gebete von Sievernich haben sicher noch im Nachhinein das Konklave beeinflusst – immerhin wusste Gott der Herr bereits 1978, dass Anfang der 2000er Jahre dieses Spektakel in Sievernich stattfinden werde, und hat es in Seinem Ratschluss berücksichtigt… Wenn das alles nicht so traurig wäre, könnte man nur noch lachen!

  6. Sie stellen die rhetorische Frage: Haben wir das Benedikt-Pontifikat den Sievernich-Erscheinungen zu verdanken?
    Nein. Sicher nicht.
    Die Auseinandersetzung – auch auf diesem Blog – müsste auf einer ganz anderen – tieferen – Ebene, der theologischen Wahrheit, ansetzen!
    Frage: Was ist z.B. Drewermann entgegenzusetzen der sich nach dem Tod Benedikt XVI. em. wieder gemeldet hat, um seine „wissenschaftliche“ Vision – gerade auch gegenüber einem Theologen wie Benedikt XVI. em. – mit süßsaurer Miene zu verteidigen und unters Volk zu bringen.

    https://www.youtube.com/watch?v=dm2PpUx9jFM

  7. Ja so ist es nunmal leider. Auch diese beiden wunderbaren Pontifikate werden nun von Sievernich eingenommen. Sievernich ist der Nabel der Katholischen Welt geworden..Nichts wird in der Heiligen Katholischen Kirche noch glaubhaft sein, wenn es nicht in Sievernich bestätigt wird..Es ist ganz ganz übel, was da gerade abläuft, aber nur der Himmel kann und wird diese Geschichte stoppen …Die meisten der Voraussagen dort treffen nicht ein, die Seherin erzählt heute das und morgen das, aber die Menschen strömen dorthin,bar jeder Vernunft. Beten wir für ein baldiges Ende dieser Geschichte und vor allem für das Seelenheil der “ Visionärin“, denn die erscheint mir in grosser Gefahr!!

    1. @Johannes Patmos: Haben Sie irgendwelche Erkenntnisse darüber, ob Sievernich inzwischen in größerem Stil über den deutschsprachigen Raum hinaus berühmt geworden ist? Ich hatte bislang nicht den Eindruck, dass es im Ausland bereits sehr bekannt sei, aber vielleicht wissen Sie mehr darüber? In Deutschland kommt mittlerweile bei passenden religiösen Stichworten wirklich sofort die Rede auf Sievernich, aber im Ausland hatte ich diesen Eindruck bislang gottlob noch nicht. Hoffen wir, dass es nicht soweit kommt! Wobei es natürlich z.B. in Italien genügend zwielichtige einheimische Erscheinungsorte gibt.

    2. Sievernich ist hier bei uns, obwohl es nicht sonderlich weit entfernt ist, kein Thema, niemand spricht davon. Ich habe auch noch nie gehört, dass von hier jemand dort war. Hier gehen die Menschen nach Barweiler, Martental und Bornhofen und zu manch kleiner Kapelle zum stillen verweilen.

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