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Bücherzensur nimmt überhand: „Jim Knopf“ und die bedrohte Freiheit der Sprache

Von Dr. Holger Heydorn

Nun hat es den erfolgreichen Autor Michael Ende erwischt. Der Thienemann Verlag brachte am 24. Februar 2024 dessen „Jim Knopf“ in einer sprachlich bereinigten Form neu auf den Markt, politisch korrekt ohne das „N-Wort“, ohne „Indianer“ und ohne „Eskimo“.

Ist das ein kleines weiteres Puzzleteil in dem Bestreben, auch Literatur weich zu spülen –  oder zeigt dies endgültig auf, wie massiv Zensur in der Literatur bereits vorhanden ist und immer stärker wird?

Der neue Jim Knopf

In Abstimmung mit den Erben von Michael Ende hat der Thienemann Verlag in den Neuauflagen von „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (1) sowie „Jim Knopf und die Wilde 13“ einige Änderungen am Text und am Cover vorgenommen. Gestrichen wurde das „N-Wort“, aus dem „Indianerjungen“ wurde ein „Häuptlingssohn“ und aus den „Eskimokind“ ein „Inuitkind“.

BILD: Buchtitel in der neuen, veränderten Fassung

Der Grund sei, dass „Kinder, die die Bücher jetzt lesen, diese sprachlichen Elemente nicht in ihren Alltagswortschatz übernehmen.“ (2) Auch werde die schwarze Hautfarbe von Jim Knopf nicht mehr in Beziehung gesetzt zu dem schmutzigen Gesicht von Lukas. (3)

Bei den Änderungen wurde der Verlag von einem „Sensitivity Reader“ beraten, also jemandem, der selber Diskriminierung erlebt hat. Mit seiner Hilfe sollte in den Neuauflagen alles vermieden werden, was als „sexistisch, rassistisch oder sonst abwertend verstanden werden könnte“ (4).

Auf dem Buchtitel wurde zudem die schwarze Haut von Jim Knopf aufgehellt, seine Lippen geschmälert und seine Pfeife, die er wie Lukas in seinem Mund trug, entfernt. Die unveränderten Bücher sind weiterhin erhältlich und werden „zukünftig ein einordnendes Nachwort erhalten.“ (2)

Die Frage ist jedoch, wer sich wirklich noch dafür entscheidet.

Eine immer länger werdende Zensurliste

Dass Literatur den Maßstäben des Zeitgeistes angepasst wird, ist nicht neu. Jim Knopf reiht sich ein in eine immer länger werdende Zensurliste. Bei den Kinder- und Jugendbüchern traf es vor ihm zum Beispiel Astrid Lindgrens „Pippi Langstrumpf“, bei der ebenfalls das „N-Wort“ gestrichen wurde.

Und im Sommer 2022 zog der Ravensburger Verlag nach Rassismusvorwürfen das Kinderbuch „Der junge Häuptling Winnetou“, das Erstleserbuch dazu, ein Puzzle und ein Stickerbuch zurück.

Die Änderungen überzeugen nicht

„Jim Knopf“ ist einer der wenigen deutschsprachigen Bücher „mit einem Schwarzen als Helden“ (2). Jetzt wird er auf dem Cover heller oder, wenn man so will, weißer dargestellt. Warum? Ein Schelm, der darin bereits wieder eine Diskriminierung der Menschen sieht, die eine ganz dunkle Hautfarbe haben.

Die Vielfältigkeit der Kinder dieser Welt wird in dem Buch sehr schön deutlich an der Schulklasse, die Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer auf ihren Reisen entdecken. Ende beschrieb dort die Kinder aus den unterschiedlichen Nationen mit ihren Eigenschaften. In der Neuauflage wird nur noch allgemein von Kindern „aus den verschiedensten Ländern“ gesprochen, Beschreibungen Fehlanzeige.

Warum? Alles diskriminierend?

Die Entfernung der Pfeife auf dem Buchtitel bei Jim Knopf kann damit gerechtfertigt werden, dass Kinder nicht zum Rauchen verleitet werden sollen. Aber auf dem Cover geht es um die Ähnlichkeit zum Aussehen von Lukas als Zeichen ihrer Freundschaft.

BILD: Das frühere Titelbild von Jim Knopf

Zudem leben wir in einem Land, in dem die Regierung gerade eine beschränkte Freigabe von Cannabis ab 18 Jahren beschlossen hat und in der bereits Grundschulkinder mit so gut wie allen Inhalten des Internets vertraut sind.

Auf diesem Hintergrund ist auch diese Änderung zumindest fraglich.

Die Folge ist ein weichgespültes Buch

Michael Endes Buch war auch ohne die Änderungen nicht rassistisch. Auch wenn er in seinem Buch „Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer“ Menschen verschiedener Nationen mit speziellen Eigenschaften, Namen oder Vorlieben bei Essgewohnheiten oder in ihrer Bekleidung geschildert hat.

Solche Beschreibungen müssen als Autor möglich sein und dürfen nicht als diskriminierend verstanden werden. Die Deutschen in ihrer politischen Korrektheit übertreiben maßlos.

Man denke nur an ausländische Filme, in denen die Deutschen klischeehaft dargestellt werden und dies nicht sofort ein Erdbeben auslöst. Wenn das Ziel eine Literatur ist, bei der sich niemand mehr verletzt fühlen kann und die ohne alle Ecken und Kanten auskommt, dann sollte der Verlag das Buch gleich ganz vom Markt nehmen und alle anderen Autoren bitten, mit dem Schreiben aufzuhören.

Laut Thienemann Verlag habe Michael Ende das „N-Wort“ nur einer einzigen Figur, nämlich der des „Herrn Ärmel“, in den Mund gelegt, „um auf die fehlende Weltoffenheit dieses typischen Untertans hinzuweisen.“ (5) Es geht also gar nicht um eine Bewertung eines Erzählers oder gar des Autoren.

Dass selbst dieser „distanzierte“ Gebrauch inzwischen nicht mehr ertragen wird, ist unfassbar. Es dürfen also noch nicht einmal mehr Figuren geschaffen werden, die abweichende Meinungen zum Mainstream haben. Der „Kontext spielt für Thienemann aber offenbar keine Rolle ‒ und das ist schade. Wer nur die isolierte Trigger-Wirkung einzelner Worte betrachtet, nimmt sich und seine Leser nicht ernst.“ (6)

Dass Änderungen aufgrund „stereotyper Beschreibungen“ vielfach Ansichtssache sind, zeigt die Neuauflage ebenfalls. Bei den Beschreibungen der Asiaten wurde aus dem „dicken gelben Kopf“ ein „dicker runder Kopf“. Und auch die „Mandelaugen“ wurden getilgt. Große runde Hüte und Zöpfe durften sie aber behalten, ebenso eine Fistelstimme. Warum?

Und ob die Namen „Ping Pong“ beziehungsweise „Pi Pa Po“ nun witzig sind oder auch schon wieder diskriminierend, kann ebenfalls unterschiedlich aufgefasst werden. Und vielleicht entzündet sich die Kritik der Eskimos nicht nur an ihrem Namen, sondern ebenfalls an der Beschreibung eines kugeligen Schneehauses, dem Sitzen auf einem Eisberg, dem Essen von Walfischschnitten und dem Trinken von Lebertran.

Und „Native Americans“ könnten beleidigt sein, wenn von Federn im Haar, Kanufahrten zum Fischen, Maisbrot und Büffelscheiben geschrieben wird. Wenn einmal mit Änderungen angefangen wird, gibt es kein Ende mehr.

Die Änderungen sind nicht zielführend

Das „N-Wort“ soll aus dem Wortschatz der Kinder und am besten aller Deutschen verschwinden. Dieses Ziel der politisch Korrekten ist bereits aus zwei Gründen zum Scheitern verurteilt. Zum einen versteht nur derjenige das Kürzel „N-Wort“, der weiß, dass damit der Begriff „Neger“ gemeint ist. Der Begriff bleibt somit im Gedächtnis der Menschen und auch im Sprachgebrauch enthalten. Vor allem, wenn dies nicht die einzige Abkürzung bleibt.

So kommt das „Z-Wort“ für Zigeuner noch dazu und die Ersatzformen „Sch…“ oder „f…“ bleiben ohne Kenntnis des jeweiligen Wortes ebenfalls unbekannt. (7, S. 186) Irgendwann muss dann ein Lexikon herausgebracht werden, das die Kürzel erklärt und die Begriffe werden noch mehr als jetzt zementiert.

Zum anderen ist es illusionär, zu glauben, dass Kinder in der Schule, in ihrer Freizeit oder allgemein in ihrem Alltag nicht mit dem Wort „Neger“ konfrontiert werden würden. Sonst hätten wir nämlich gar keine Diskussion über diesen Begriff. Die Tendenz heutiger Erziehung ist, und da reiht sich der Thienemann Verlag nahtlos ein, Kinder vor allem schützen zu wollen. Das ist jedoch unrealistisch.

Viel sinnvoller wäre es gewesen, wenn der Begriff „Neger“ in dem Buch geblieben wäre und den Eltern dadurch die Möglichkeit gegeben worden wäre, beim Lesen mit den Kindern darüber ins Gespräch zu kommen.

Die Begriffskorrekturen sind umstritten

Die Menschen, die in der Literatur Wörter austauschen (möchten), sind offenbar der Ansicht, dass mit dem neuen Wort alle zufrieden sind. Das ist aber vielfach nicht der Fall. Neben dem Wort „Native Americans“ ist auch noch der Begriff „American Indian“ in den USA verbreitet, weil er in der Regel von den amerikanischen Ureinwohnern nicht als beleidigend angesehen wird.

In Deutschland ist der Begriff „Indianer“ einer deutlich größeren Kritik als in den USA ausgesetzt. (7, S. 111-112) Und wenn der Begriff „Indianer“ durch eine konkrete Stammesbezeichnung ersetzt würde, wäre zu überlegen, welcher Stamm denn zu nennen sei, um andere nicht vor den Kopf zu stoßen.

Hinzu kommen fragwürdige Änderungen jenseits des Indianerbegriffs. Inhaltlich ist der Indianerjunge bei Ende kein „Häuptlingssohn“, der Häuptling ist vielmehr sein Großonkel. Das ist eine Kleinigkeit, fatal ist aber das Prinzip, das dahinter steht.

Der Druck, ein Wort zu ändern, ist so groß, dass auch vor inhaltlichen Änderungen, die im Zuge dessen nötig werden, nicht zurückgeschreckt wird.

Ferner ist der deutsche Begriff „Häuptling“ für die Anführer der „Native Americans“ mehr als fraglich, wenn man schon so genau sein will. Zudem trugen weder alle Indianer Federn noch ist „Wigwam“ eine allgemeine Bezeichnung für die Behausungen der „Native Americans“. Dass dem Indianerjungen das Rauchen verboten wird, ist nach allem naheliegend.

Zudem passt offenbar der Ende-Satz „Indianer sind ja bekanntlich sehr tapfer“ nicht mehr ins Weltbild der Verantwortlichen und wurde gestrichen, wobei vielleicht auch ein Bezug zu Karl May vermieden werden sollte.

Vergleichbare Schwierigkeiten gibt es bei dem Begriff „Eskimo“. Die Grönländer und die kanadischen Ureinwohner der Polargegend lehnen den Begriff „Eskimo“ als abwertende Fremdbezeichnung für sich mehrheitlich ab. Andererseits gibt es Ureinwohner in Alaska und Sibirien, die den Begriff nutzen. Während die erste Gruppe den Namen „Inuit“ bevorzugt, könnte dieser Begriff für die zweite Gruppe schon wieder diskriminierend sein. Vorgeschlagen wird deshalb „Native North Polar People“.(7, S. 71-73) Aber ich bin sicher, dass diese Bezeichnung auch nicht allen gefällt. Diese Liste ließe sich beliebig verlängern.

Die Änderungen lösen das Problem nicht

Zweifellos muss das Wort „Neger“ im heutigen Sprachgebrauch nicht benutzt werden. Aber bei diesem wie auch bei allen anderen Bezeichnungen von Menschen muss beachtet werden, dass die sprachliche Bezeichnung und der Umgang mit diesen Menschen zwei völlig verschiedene Seiten einer Medaille sein können. Ich kann Menschen so „korrekt“ wie nur möglich bezeichnen und sie trotzdem zutiefst hassen. Genauso wenig verträgt es sich, sich einerseits für die „korrekte“ Bezeichnung von Minderheiten und ihren Schutz einzusetzen, andererseits aber die Menschen zu bekämpfen, die dieser neuen Bezeichnung in ihrem Sprachgebrauch nicht folgen wollen.

Bemerkenswert ist in dieser Hinsicht ein Interview, das Roberto Blanko anlässlich seines 85. Geburtstages gegeben hat. Er wurde darin gefragt, ob es ihn empöre, dass ihn jemand einen „wunderbaren Neger“ genannt habe. Darauf antwortete Blanco, dass der Ton die Musik mache und er deshalb nicht beleidigt sei. (8)

Die Gefahr bei den Änderungen ist, dass unsere Generation meint, die „Weisheit mit Löffeln gefressen“ zu haben. Sie erhebt sich über die vorangegangenen Generationen. Eine durchgängige Streichung des Begriffs „Neger“ aus der Literatur würde zum Beispiel auch die Schriften von Martin Luther King betreffen. Dies wäre „ein größenwahnsinniger Angriff der Gegenwart auf die übrige Zeit“ (7, S. 187).

Matthias Heine, der sich intensiv mit den „kaputten Wörtern“ unserer Zeit beschäftigt hat, schreibt am Anfang seines Buches zu recht: „Ich gehe von der Grundüberzeugung aus, dass keine Regierung, keine Behörden und erst recht keine Minderheiten den 200 Millionen Deutschsprechern vorzuschreiben haben, welche Wörter sie gebrauchen dürfen.“ (7, S. 11) Dem ist nichts hinzuzufügen.

Auswirkungen einer Atmosphäre der Angst

Bei den Änderungen des Buches von Michael Ende geht es letztlich nicht um die Diskussion bezüglich einiger Wörter. Das Problem ist viel größer, da immer mehr Verlage Bücher ändern. Die Änderungen finden statt, wie es der Mainstream erfordert. Verlage knicken vor dem Zeitgeist ein und Autoren ändern vielleicht schon ihre Ideen ab, um bei den Verlagen überhaupt eine Möglichkeit der Veröffentlichung zu bekommen.

Erschreckend ist auch, wie schnell sich Verlage von ihren verdienten Autoren trennen, wenn diese sich nicht nach dem Mainstream äußern. Diese Zensur ist eine folgenschwere Entwicklung. Sie ist ein weiteres Puzzleteil in der Angst der deutschen Bevölkerung, nicht mehr die eigene Meinung sagen zu dürfen, um keine Nachteile erleiden zu müssen.

Dies ist der „Erfolg“, den die Regierung in unserem Land in den letzten Jahren in der Bevölkerung „erreicht“ hat: eine Atmosphäre der Angst.

Sprache soll frei und weise sein

Nachdem die Apostel Petrus und Johannes in der Kraft Jesu einen Gelähmten geheilt hatten, wurden sie von den führenden Juden der damaligen Zeit gefangengenommen. Letztere verboten ihnen schließlich, nicht nur in dem Namen Jesu zu lehren, sondern überhaupt von ihm zu sprechen (Apostelgeschichte 4,18). Der Name Jesu sollte nicht mehr genannt werden. 

Die Apostel setzten sich über dieses Urteil hinweg, weil sie erkannten, dass sie in diesem Fall Gott mehr gehorchen müssen als den religiösen Führern. Dieses für uns vielleicht (noch) extrem erscheinende Beispiel ist für viele verfolgte Christen in anderen Ländern dieser Welt bittere Realität.

Aber auch im Fall von kontrollierter Sprache ist es wichtig, den Anfängen Widerstand entgegenzusetzen.

Andererseits ist es bedeutsam, behutsam mit Sprache umzugehen. Sprache ist zwischenmenschliches Dynamit. Sie kann Felsen zum Einsturz bringen und den Weg für Beziehungen wieder frei machen oder sie kann Beziehungen für immer zerstören.

Nicht ohne Grund steht im Buch der Sprüche 16,16 (AT), dass der Erwerb von Weisheit und Einsicht besser ist als Gold und Silber. Und nicht umsonst warnt Paulus die Epheser in 4,29: „Lasst kein faules Geschwätz aus eurem Mund gehen, sondern redet, was gut ist, was erbaut und was notwendig ist, damit es Segen bringe denen, die es hören.“ (9)

Es gilt, Sprache sowohl frei als auch weise einzusetzen. Wohl dem, dem das gelingt.

Anmerkungen:

(1) Michael Ende, Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer: Mit Zeichnungen von F. J. Tripp, koloriert von Mathias Weber, 1960, Stuttgart: Thienemann, 2024, ISBN 978-3-522-18676-6, 18,00 Euro.

(2) NDR Kultur, „Thienemann Verlag streicht N-Wort aus ‚Jim Knopf‘ und ändert Cover“, unter: https://www.ndr.de/kultur/Thienemann-Verlag-streicht-N-Wort-aus-Jim-Knopf-und-aendert-Cover,jimknopf144.html (28.02.2024)

(3) Zeit Online/dpa, „Kinderbuch: Verlag streicht N-Wort aus ‚Jim Knopf‘“, unter: https://www.zeit.de/news/2024-02/23/verlag-streicht-n-wort-aus-jim-knopf (28.02.2024)

(4) Stefan Lüddemann, „‚Jim Knopf‘ ohne das N-Wort kann nur besser sein: Verlag bringt Kinderbuchklassiker in neuer Version heraus“, Neue Osnabrücker Zeitung, 57. Jahrgang, Nr. 47, 24.02.2024, Seite 27.

(5) Daniel Bax, „Diskriminierende Sprache im Kinderbuch: Jim Knopf jetzt ohne Rassismus“, unter: https://taz.de/Diskriminierende-Sprache-im-Kinderbuch/!5994195/ (28.02.2024)

(6) Matthias Heine/Jörg Wimalasena, „Pro und Contra: Ist es legitim, in Kinderbücher einzugreifen?“, unter: https://welt.de/debatte/kommentare/article250264696/Jim-Knopf-Pro-und-Kontra-ist-es-legitim-in-aeltere-Kinderbuecher-einzugreifen.html (28.02.2024)

(7) Matthias Heine, „Kaputte Wörter? Vom Umgang mit heikler Sprache“, Berlin: Duden, 2022.

(8) Joachim Schmitz, „‚Leben und leben lassen‘: Warum sich Roberto Blanco der Rassismusdebatte verweigert und wie er seinen 85. Geburtstag feiert“, Neue Osnabrücker Zeitung, 55. Jg., Nr. 129, 04.06.2022, Wochenende, S. 8.

(9) Luther-Übersetzung von 1984.

Autorenangaben:
Dr. theol. Holger Heydorn, Arbeit in einem biochemischen Labor, Studium der evangelischen Theologie, Promotion im Fachbereich Altes Testament, Dozent für biblisches Hebräisch, Autor.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Zeitschrift „ViER.Die vierte Gewalt“, Nr. 2.24 April/Mai auf den Seiten 20 – 24.

Kommentare

17 Antworten

  1. Wo Politiker zu Herrschenden über das Volk werden, müssen sie natürlich die Vielfalt im Sprachgebrauch, Dinge aus zu drücken, unterbinden, das war fast zu allen Zeiten so. Ich hoffe. dass der neue CDU-Bürgermeister von Eisenach dem christlichen Anspruch und Erbe Martin Luthers gerecht wird und der Wackelschwänzchen-Union in der Verteidigung ehemals christlicher Werte beisteht! Diese Sauerei, wie Christine Lieberknecht als Merkel-Freundin CDU die Steigbügelhalter von KGE werden sollte, wie die Bück Dich Union auf schäbige Weise Kemmerich von der FDP bedroht und gestürzt hat.
    Da kann man dem neuen OB von Eisenach wirklich mehr Rückgrat und Verteidigung christlicher Werte wünschen. Merkels Schmusepüppchen Anette Schavan ist auch so eine Verräterin christlicher Werte, wenn sie mit ihren Pfingstergüssen unsere Sprache gendern will und die Ehrerbietung von Mann zu Frau im Ausdruck der Wertschätzung aufheben will, egal welche sexuelle Lebensmodelle sie haben.
    Die Sprachzensur ist auch ein Angriff auf die große christliche Kulturgeschichte, weil der Mohr, der Heilige Mauritius in der Nähe von Theben geboren, Anführer des christlichen Heeres, eine dunkle Hautfarbe hatte und als Märtyrer starb.

  2. Der schleichende Abbau von Menschenwürde, Menschenwerten, Freiheit und Demokratie erfolgt organisch konzertiert auf fast JEDEM Gebiet des menschlichen Zusammenlebens.

    Im Einzelnen merkt man DIESEN ABBAU manchmal kaum.

    In der GESAMTEN Auswirkung ZERMÜRBT ER ABER DIE NATÜRLICHEN TRAGENDEN GRUNDLAGEN DER MENSCHHEIT.

    Die Umwertung aller Werte im Great Reset erfolgt multidimensional. Mit der herkömmlichen, eher linear konzipierten Justiz kann man dem nur schwer begegnen.

    Somit merken viele es nicht, wie ihr Denken und ihre Denkvoraussetzungen, ihre Denkstrukturen, ihr Wirklichkeitssinn und ihre Schlussfolgerungen im Sinne ihrer eigenen Interessen chaotisch, aber im Sinne der Interessen der Mächtigen zielgerichtet umgepolt werden.

    Siehe Jes. 5,20: „Wehe denen, die das Böse gut heißen, und das Gute böse; welche Finsternis zu Licht machen und Licht zu Finsternis; welche Bitteres zu Süßem machen, und Süßes zu Bitterem!“

    Begriffe werden geheimnisvoll bzw. heimtückisch umdefiniert, während wir in der offiziellen Präsentation der „Wirklichkeit“ im Sinne der Eliten umprogrammiert werden und Böses gar nicht mehr als Böses, Gutes nicht mehr als Gutes, Süßes nicht als Süßes und Bitteres nicht mehr als Bitteres erkennen können.

    Auch Finsternis sollen wr nicht mehr als Finsternis wahrnehmen können, und Licht nicht mehr als Licht.

    Wir verlieren die selbständige Orientierung, unsere eigenständige Wahrnehmung der Wirklichkeit, unsere Fähigkeit, logisch konsequent zu denken und uns an unserem Gewissen zu orientieren.

    Es ist wie eine Mischung aus den totalitären Zukunftsvisionen „1984“ von George Orwell und „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley.

    Durch diesen Hinauswurf aus der Realitätswahrnehmung verlieren wir unsere Menschenwürde und Menschrechte und werden zu Wesen, die von Mächtigen nach deren Gutdünken entleert und dann wieder so gefüllt werden können, dass wir von ihnen abhängig werden. Wir mutieren zu Gefäßen ohne eigenem Willen und Gewissen, die versklavt und benutzt werden können.

    https://www.youtube.com/watch?v=Fxzy1nx0HLw
    Monetärer Faschismus

    https://tkp.at/2024/03/27/gesetz-in-us-bundesstaat-louisiana-verbannt-who-uno-und-wef/#awb-oc__25782

    https://tkp.at/2024/04/27/naechster-us-bundestaat-erlaesst-anti-wef-gesetz/#awb-oc__25782

    https://tkp.at/2024/01/18/eu-leyen-bei-wef-in-davos-zensur-von-desinformation-wichtiger-als-klima-und-kriege/

  3. Ich kann den Ausführungen nur partiell zustimmen. Wenn wir schon über unsere Sprache richten, dann wenigstens, indem wir versuchen, dabei vernünftig zu bleiben – soviel kann ich zustimmen. Der Hinweis auf die Selbstbezeichnung „American Indians“ anstelle des scheinbar so wertschätzenden „Native Amercans“ als Indianerersatz ist gut. Ebenso wichtig ist der Verweis auf den prinzipiell unstillbaren Durst nach Differenzierung, der auf menschlich begrenzte Ressourcen trifft. Im Falle des Jim Knopf hat der Verlag auch Korrekturen vorgenommen, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Das alte Cover war ja schrecklich anzusehen. Es sollte wohl Absatz fördern und gefällig sein – und ist also ein Abbild dessen, was den Deutschen in den 60iger Jahren gefallen hat und spricht für sich selbst Bände … Natürlich hatte aber auch schon bisher jeder das Recht, dieses Covert auf den Müllhaufen zu werfen. Die Ausgabe mit dem neuen Titelbild versucht, sich dem heutigen – besseren!!!- Geschmack verkaufsfördernd anzupassen. Der Grundgedanke ist also derselbe geblieben. Wo ist dabei das Problem?

  4. Peter Hahne hat in seinen millionenfach gekauften Bestsellern dagegen angeschrieben wie sonst niemand. Nicht ohne Erfolg, wie man an Volkes Stimme sieht. Nur die Ideologen von CSU bis Linkspartei juckt das wenig. Sie marschieren weiter in den woken Regenbogenstaat. Und die naiven Bürgerlichen folgen ihnen gehorsamst.

  5. Es bedarf dringend einer europäischen Endlösung.
    In allen slawischen Sprachen (und als Lehnwort im Ungarischen usw.) ist die wörtliche Übersetzung von „Deutscher“ usw. „der Stumme“.
    Unzulässig ist es, alle Deutschen mit Behinderten gleichzusetzen.
    Verglichen damit, gibt es an Neger, Hottentotten und Zigeunern nichts herumzumeckern.

  6. Die Vorgänge sind eine kulturelle Schande. Jeder Gebildete weiß zum Beispiel, dass „Neger“ die lateinische Form von „schwarz, dunkel“ ist. Ob ich auf deutsch oder lateinisch diskriminiere bleibt sich gleich. Wer hier wirklich diskriminiert wird, ist der Autor.

  7. Ich habe viele Freunde unter Koblenzer Zigeunern. Und wenn ich uber sie schreibe, verwende ich das Wort voller Hochachtung und Respekt. Und es gibt nicht wenige Zigeuner, die die heute übliche Bezeichnung „Sinti und Roma“ ablehnen, weil sie nur einen Teil dieser Volksgruppe ansprechen.
    Was sagt Ihnen der Begriff „Morgan“?
    Morgans sind Seezigeuner an der Andamansee in Thailand, denen mein Sohn und ich nach dem Tsunami 2004 mit dem Bau von 95 Häusern ein neues Zuhause gegeben haben.
    Mein Enkel, während der Bauarbeiten geboren, trägt ihnen zu Ehren den Vornamen Morgan dieser Zigeunersippe.
    Warum ich das schreibe? Es nützt nichts, den Namen Zigeuner durch eine andere Bezeichnung ersetzen zu wollen, denn die, die gegenüber Zigeunern Vorurteile haben, übertragen diese Vorurteile auf die Ersatzbezeichnung.
    Und noch schlimmer ist es mit der Bezeichnung N-Wort. Das ist diskriminierender als das Wort Neger.

    1. Ihren Ausführungen kann man nur zustimmen. Auch meine Erfahrung ist es, dass die vermeintlich Diskriminierten oft diese „Säuberung der Sprache“ nicht nachvollziehen können, weil dieses „Gutgemeinte“ nicht von den Betroffenen ausgeht.

  8. S. g. Herr Dr. Heydorn: Zensur ist nur ein staatliches Verbot von Veröffentlichungen, nicht eine Anpassung ohne staatlichen Zwang an eine „cancel culture“ (selbst bei größtem Blödsinn solcher Anpassung).

    1. Guten Tag,
      der Titel eines Artikels ist Sache der Redaktion, stammt also von mir.
      Der formale Unterschied ist mir auch klar, allerdings dürfte Ihnen bekannt sein, daß z.B. eine grüne Politikern den größten Ärger in und außerhalb ihrer Partei bekam, nur weil sie – noch dazu positiv – von „Indianerhäuptling“ sprach (der sie als Kind gerne gewesen wäre).
      Harmloser gehts nimmer, aber das zeigt das Ausmaß des Canceling.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

      1. Verehrte, liebe Frau Küble: Der Vorfall bei den Grünen ist mir nicht bekannt. Aber die Grünen haben die Freiheit zu einer solchen Ausgrenzung wie jeder Mensch und jede nichtstaatliche Institution bei allen friedlich durchgesetzten Forderungen zur „CancelCulture“. Boykott und Ausgrenzung sind Freiheitsgebrauch, unabhängig von ihrem Umfang und ihrer Moral/Unmoral. In einem freiheitlichen Land müssen sie daher legal sein.

  9. Wenn wir uns fragen, warum wird diese Zensur eingeführt, gibt es ziemlich klare Antworten:

    von der Leyen: ZENSUR WICHTIGER ALS KLIMA UND KRIEGE

    https://tkp.at/2024/01/18/eu-leyen-bei-wef-ind-davos-zensur-von-desinformation-wichtiger-als-klima-und-kriege/

    Die Elite will die Weltdiktatur (u.a. durch digitales Zentralbankgeld und WHO), um ihre Macht auch bei Zerfall des petrodollargestützten Fiatgeld-Sytems zu erhalten und auszubauen:

    Mittels „Corona“: Zu viele haben ihr Geschäftsmodell durchschaut

    https://tkp.at/2023/10/12/verheerende-studie-fuer-impfkampagne-17-millionen-todesfaelle-als-folge/

    Mittels „Klimawandel“: Auch dieses Geschäftsmodell haben viele durchschaut.

    https://tkp.at/2023/08/15/greenpeace-gruender-netzero-wuerde-milliarden-menschen-toeten/

    Mittels „Ukrainekrieg und Weltkrieg-Eskalation: Auch das haben viele durchschaut.

    https://www.youtube.com/watch?v=0o2wHC7Wrxg&list=PLxT87EEvNL2Yn-ojhDjk3DDhJMtDp5hE-&index=1
    Great Reset und 3. Weltkrieg

    Also muss oben drauf die blanke ZENSUR her, die zur Verteidigung von „Freiheit und Demokratie“ errichtet wird. Neusprech wie bei George Orwellls 1984.

    Die Umkehr aller Werte. Lüge wird Wahrheit genannt, Krieg Frieden.

  10. Was ist los in unserem Heimatland? Warum lassen wir unsere Selbstvernichtubg zu?
    Warum?Warum? Warum?
    Wann erscheint der gegenderte „ Faust“, wann die gegenderte „ Heilige Schrift“ Wann wird die Ode an die Freude, und wie, gegendert gesungen, und wann unsere Nationalhymne?
    Es ist unfassbar. Und die Schafe trotten hinterher bis zum Abgrund. Und dann springt der Leithammel in die Tiefe…

  11. Matthias Heine kann ich nur zustimmen. Mit welchem Recht schreibt eine Minderheit uns vor, welche Wörter wir gebrauchen dürfen und welche Wörter „kaputte Wörter“ sind, die nicht verwendet werden dürfen.
    Was mich befremdet ist, dass wir das einfach so hinnehmen und kein Protest sich entwickelt gegen diese Arroganz. Ein Achselzucken oder ein Kopfschütteln ist meistens die einzige Reaktion. Ein Zeichen von Resignation ?

  12. Ein sehr guter Artikel, den jeder lesen sollte, um zu erkennen, was geschieht und wie man den gesunden Menschenverstand abschaffen will. Jedoch habe ich einen Fehler entdeckt. Die Menschen, die Anderen vorschreiben, was sie lesen oder schreiben dürfen, kann man nicht als Mainstream bezeichnen, weil sie eine Minderheit sind, die zur Diktatur neigen. An dem, was in Deutschland geschieht, kann man erkennen, dass dass sich man auf dem Weg zu einer Diktatur befindet.

    1. Shalom , so sehe ich das auch. Ich habe noch ein Buch vom Struvel-Peter, das traue ich mich nicht, mit in die Kindergruppe zu nehmen. Da geht ein Junge mit dem Sonnenschirm spazieren, damit die Sonne ihn nicht weiter dunkel färbt.

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