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Das Stillen der Mütter ist mehr als nur Milch

Von Lucia Tentrop

Zu Pressemeldung der Bundesregierung über die geplante Förderung des natürlichen Stillens von Kleinkindern:

Es ist zu begrüßen, im Interesse der Gesundheit das natürliche Stillen von Säuglingen zu begünstigen. Ein allgemeines Umdenken in Richtung Natur dient nicht nur unserer Umwelt, sondern auch uns uns selber.

Warum beenden so viele Mütter trotz staatlicher Hilfen möglichst rasch das Stillen und geizen  mit ihrer für das Kleinkind sinnfälligsten Form der Liebe?

Ich denke da sofort an die vorwurfsvollen Klagen und Demos „ewig zu kurz gekommener“ heutiger Erwachsener, die sich ständig „benachteiligt“, ungerecht behandelt und minderwertig fühlen. Nie haben sie genug, denn was sie nicht haben und was der Andere hat, erscheint ihnen wertvoller als das Eigene. Weil sie ihre innere Leere nicht stillen können, infizieren sie mit ihrer gemütskranken Unzufri denheit unsere Gesellschaft und steigern eine sinnlose Gier.

Äußere Werte können den seelischen Hunger nach Liebe nicht stillen! Welches unbewusste Selbstwertgefühl entwickelt ein Kind, dessen Mutter das zeitraubende Stillen lästig findet, sich durch ihre weibliche Berufung langfristig abgewertet fühlt („Ich bin doch keine Kuh!“) und möglichst schnell wieder ihren „richtigen“ Beruf anstrebt?

Die brisanten Untersuchungen u.a. des Freud-Schülers Prof. René Spitz über die nahezu unersetzliche Wechselwirkung der Mutter-Kind-Beziehung scheinen auf dem wissenschaftlichen Müll gelandet zu sein, denn niemand protestiert gegen die Selbstverständlichkeit, mit der zeitgemäße Mütter ihre Kleinkinder abgeben.

Meine Mutter hat ihre fünf lebend geborenen Kinder jeweils ca. 2 Jahre lang gestillt. Das war einfach und gesund. Kindergeld, Fernsehen, Auto, Urlaubssreisen, berufstätige Mütter, technische Bequemlichkeiten und fertige Babykost kannten wir nicht.

Trotzdem waren die Menschen der Nachkriegszeit allgemein zufriedener und dankbarer. Sie waren  innerlich erfüllter als wir Heutigen, die wir unter der Inflation materieller und technischer Möglichkeiten von einem tieferen Sinn des Lebens abgelenkt werden.

Die Corona-Krise könnte uns und unserer Welt zum Gewinn werden, wenn wir die an Status und Materie orientierte heutige Lebensweise mal ganz sachlich in Frage stellen:  

Ist eine Mutter, die liebevoll mehrere Kinder aufzieht und mehr als nur ganztags die Familie betreut, für unsere Gesellschaft nicht ebenso wichtig wie eine staatlich finanzierte Pädagogin, die ihre Erziehung mit wissenschaftlichen Fremdwörtern aufwertet und ihre eigenen Kinder in die Kita gibt?

In einer Großfamilie dürfte sich das religiös begründete Gefühl für die Menschenwürde des Einzelnen und die menschliche Gemeinschaft eher entwickeln als in einer Kleinfamilie, die die „überflüssigen“ Geschwister in spe aus materiellen oder beruflichen Gründen abtreibt.

Was kostet uns die egozentrische Selbstablehnung der Frau! Und welchen Preis zahlt unsere  Mutter Erde für den Fortschritt der Frau von ihrer elementaren Natur?

Die Vergöttlichung des besitzgierigen Intellekts und der Vielwisserei hat auf ihrer Schattenseite nicht nur den Neid, sondern auch die epimetheische Dummheit, die seit Urzeiten unsere Erde bedroht, nämlich den Verlust des Instinkts, der leibseelischen Intelligenz, des Urwissens der Seele  – und der Demut vor einer höheren Macht, die uns übersteigt. Das ist die Weisheit der Geschichte von Prometheus, Epimetheus und seiner Pandora – aber auch vom Verlust des Paradieses. Sollten wir für uns nicht eine bessere Lösung finden? 

Unsere Autorin Lucia Tentrop ist katholische Theologin, Musikerin, Malerin und Pädagogin; sie lebt in Berlin; hier ihre Homepage: www.lucia-tentrop.de

Kommentare

Eine Antwort

  1. Ich stimme ihnen weitgehend zu und eine sehr einfühlsame Sicht auf die KInder, jedoch dass Ihre Mutter ca. 2 Jahre lang gestillt hat, empfinde ich schon als Überbemutterung.

    2 Jahre ist nicht das Stillen nicht notwendig und kann zur einer Angewöhnung des Kindes an die Brust werden. EInfach ziehen dann die KInder den Pulli hoch und trinken, obwohl feste Nahrung sinnvoller wäre.
    Auch wenn man gerne ein zweites KInd möchte, halte ich so eine lange Stillzeit für übertrieben.
    Ich habe meinen Sohn 8 Monate voll gestillt und mir bis zum 1. Geburtstag mit dem abstillen Zeit gelasssen.

    Der weitgehende Allergieschutz ist laut Medizin bei vollGgestillten nach 6 Monaten vorhanden. DAs ist auch schon sehr wertvoll, wenn eine MUtter das macht.

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