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Indien: Frauenmangel wegen massenhafter Abtreibung von Mädchen im Mutterleib

Die „Neue Zürcher Zeitung“ vom 28.1.2012 berichtet unter dem Titel  „Wenn junge Männer keine Bräute finden“ über die im hinduistischen Indien weitverbreitete Abtreibung vor allem weiblicher Ungeborener und den zunehmenden Frauenmangel in vielen Regionen des Landes.
Es sei inzwischen ein „weitverbreitetes Phänomen“, so Andrea Spalinger in der NZZ, daß junge Männer, selbst solche mit guten Jobs, keine Frauen mehr finden, obwohl sie liebend gerne eine Familie gründen würden. Dabei nennt sie einige Beispiele:
„In Sorkhi, einem Dorf im Distrikt Hisar im nordindischen Gliedstaat Haryana, herrscht akuter Frauenmangel. Selbst der Immobilienhändler Narender Kumar ist noch immer ledig. Obwohl der 28-Jährige gut verdient, glaubt er nicht, bald eine Frau zu finden. Die Situation sei ernst, sagt der selbständige junge Unternehmer. Seine zwei älteren Brüder seien ebenfalls noch unverheiratet.
Die Familien im Distrikt verheirateten ihre Töchter nur noch mit Männern, die einen sicheren Job bei der Regierung hätten oder aber sehr viel Land besässen. In den umliegenden Dörfern sind ähnliche Klagen zu hören.“
Allerdings ist das Problem in Indien, in dem Frauen aus religiösen Gründen weniger gelten als Männer, nicht erst heute aufgetaucht:
„Der Männerüberschuss sei nichts Neues, meint Hawa Singh Chahal, ein Sozialarbeiter aus Sorkhi. Seit Jahrzehnten leide Haryana unter einem Mangel an Bräuten. In den letzten Jahren habe sich die Lage aber zunehmend verschärft. Junge Männer aus allen sozialen Schichten und Kasten fänden heute keine Ehefrauen mehr.“
Die NZZ nennt auch die Ursache beim Namen:
„Der Grund für das demografische Ungleichgewicht sind die traditionelle Präferenz von Söhnen und die Abtreibung weiblicher Föten, die sich mit wachsendem Wohlstand in Indien in den letzten zwanzig Jahren akzentuiert hat.“
In Südindien, wo viele Christen leben, sieht die Lage besser aus, doch im nördlichen, stark hinduistisch geprägten Landesteil Haryana ist der Frauenmangel auffallend:
„Der nordindische Staat zählt rund 25 Millionen Einwohner. In der untersten Altersgruppe (bis 6 Jahre) wurden bei der Volkszählung 2011 pro 1000 Knaben 830 Mädchen registriert. Konkret heisst dies, dass auf 1,8 Millionen Knaben in dieser Altersklasse 1,49 Millionen Mädchen kommen und damit künftig über 300.000 Bräute fehlen werden.“

Kommentare

3 Antworten

  1. Meines Wissens ist Indien mit einer Bevölkerungsdichte von <1000/km² eines der am stärksten überbevölkertsten Lander der Erde…
    Gibt es Hochrechnungen darüber, ob der Frauenmangel diesem Problem entgegenwirkt?

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