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Warum uns die Gendersprache unfrei macht

Von Dr. Axel Bernd Kunze

„Geschlechtersensible Sprache“ ist kein Ausdruck von Vielfalt und Respekt. Gendersprache führt zu einem permanenten Bekenntniszwang und macht unfrei.

Sie besetzt den öffentlichen und zunehmend auch kirchlichen Raum mit einer radikalkonstruktivistischen Weltanschauung, politisiert und moralisiert den alltäglichen Sprachgebrauch, zerstört Schönheit und Differenzierungs­fähigkeit unserer Sprache.

Und alle großen Verbände im Bistum Hildesheim machen mit. Ob die Mitglieder in den Gemeinden vor Ort wirklich wollen, was die Verbandsspitzen hier propagieren, bleibt fraglich.

Gesellschaftlich hat Gendersprache keine Mehrheit, aus guten Gründen. Mit seiner neuen Handreichung „Geschlechtersensible Sprache“ auf äußerst dürftiger (schöpfungs-)theologischer Grundlage verabschiedet sich das Bistum Hildesheim als Kulturträger.

Gendersprache bleibt künstlich und aufgesetzt, wird administrativ von oben durchgedrückt.

Wann werden Messbuch und Lektionare gegendert? Wann werden Zelebranten und Lektoren sich ständig verhaspeln, weil sie den Genderstern mitlesen müssen? Wann sollen wir die Psalmen gegendert singen, sodass diese wie eine Vorlage aus der kirchlichen Verwaltung klingen?

Denn wenn man die vollmundigen Worte des Generalvikars ernstnehmen wollte, dürfte die Liturgie doch wohl kein Ort der Intoleranz, Unfairness und Diskriminierung bleiben.

Wir danken dem Autor Dr. Kunze für seine freundliche Abdruckserlaubnis. – Der genderkritische Beitrag wurde zuerst auf seinem Blog veröffentlicht: https://bildung-und-ethik.com/2021/06/25/schlaglicht-gendersprache-im-bistum-hildesheim-kirche-verabschiedet-sich-als-kulturtrager/

Kommentare

4 Antworten

  1. Ich habe noch nie etwas in Gendersprache vorgelesen, und ich glaube, ich würde es auch nicht tun. Und es ist ein unsinniger Kniefall vor dem Zeitgeist, liturgische Texte so umzuschreiben. Auch die „geschlechtersensible“ Umschreibung alter Kirchenlieder, die vor ca 20 Jahren erfolgt ist, ist mir ein Dorn im Auge. Mich wundert, dass das unter urheberrechtlichen Gesichtspunkten überhaupt möglich war.

    Absolut nicht hinnehmbar ist die Umschreibung biblischer Texte. Wenn es soweit kommt, gehe ich zu einer traditionalistische Sekte (nicht ganz ernst gemeint). Schon dieses „Brüder und Schwestern“, das seit ca 30 Jahren in den Lesungen ständig bemüht wird, ist mir ein Dorn im Auge. Vielleicht darf ich als Mann nicht so reden, aber mir ist der originale Bibeltext wichtiger als die Befindlichkeiten mancher empfindlicher Personen.

    1. Guten Tag,
      natürlich dürfen Sie „als Mann so reden“, ich als Frau stimme Ihnen jedenfalls voll und ganz zu.
      Die lieben „Brüder und Schwestern“ in biblischen Lesungen bekommt man auch in eher konservativen Gemeinden vorgesetzt (ist vermutlich eine liturgische Quasi-Vorschrift gewprdem) – und die Anrede „Schwestern und Brüder“ (erst die Schwestern!) hörte ich sogar mehrfach bei traditionellen Predigern in der „alten Messe“.
      Sie haben völlig recht mit Ihrem Hinweis auf das Urheberrecht bei umgeschriebenen Kirchenliedern – man wundert sich auch diesbezüglich immer wieder!
      Auf dem Katholikentag in Regensburg sprach ich damals mit einigen Bischöfen, darunter Algermissen, über die aufkommende Genderbewegung. Etliche der hohen Kleriker meinten, die Genderei sei wohl nicht ganz ernst zu nehmen, also eine Mode-Marotte, die von selber wegen ihrer Absurdität wieder verschwindet – schön wärs!
      Aber vor sieben bis acht Jahren dachten viele so, während in unserem Christoferuswerk bereits damals eine Broschüre mit bischöflichen Stellungnahmen aus Europa (meist Osteuropa) gegen Gender erschien, die ich auf dem Katholikentag verteilte, gezielt auch an Bischöfe.
      Titel: JA zur Ehe, JA zur Familie, JA zur Schöpfungsordnung Gottes.
      (Das Heft fand großen Anklang, es ist schon seit Jahren vergriffen, für eine Neuauflage fehlt unserem Christoferuswerk noch das nötige „Kleingeld“.)
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

    2. Vor einigen Jahren war ich noch Lektorin und das „Brüder und Schwestern“ hat mich auch mächtig gestört.
      Manches Mal hatte ich den Mut, nur die Anrede „Brüder“ vorzulesen, aber leider nicht immer, je nach persönlicher innerer Verfassung.

      Die Texte der Lesungen sind alt und deshalb auch original.
      Kann ich das Original nicht einfach unverändert stehenlassen oder hängt mein Selbstbewusstsein als Frau tatsächlich davon ab, dass es gendergerecht angepasst wird?
      Heute – nach zeitlichem Abstand – glaube ich, zumindest hoffe ich es, hätte ich mehr Mut, beim Originaltext zu bleiben.

      Übrigens: Ich besuche häufig die Hl. Messe bei der „traditionalistischen Sekte“ und fast jedesmal kehre ich erfüllt und gestärkt nach Hause zurück.

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