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Abwehr, Notwehr und Verteidigung aus biblisch-christlicher Sicht

Von Jörgen Bauer

„Du sollst nicht töten!“ (Gen 20,3)  –  ein Gebot, das sehr strapaziert wird. In meiner Jugendzeit habe ich mal einen „bibelfesten“ Freund gefragt, ob er einen Täter, der gerade dabei ist, einen Gasometer zur Explosion zu bringen, mit einem Schuss töten würde, wenn das die einzige Möglichkeit wäre, zu verhindern, dass die Stadt verwüstet wird. polskaweb

Die Antwort war: „Nein, denn du sollst nicht töten, und man muss das Weitere Gott überlassen.“

Das ist eine Haltung, die ich noch nie akzeptieren konnte. Ich denke, dass ich damit nicht falsch liege, denn das besagte Gebot heißt im hebräischen Urtext: „Du sollst nicht morden“, wobei unter „morden“ ein rechtswidriges, kriminelles Tun aus niederen Beweggründen zu verstehen ist  –  wie im Fall von Kain und Abel.

Abwehr- und Verteidigungshandlungen fallen demnach nicht darunter. Außerdem würde sich die Bibel widersprechen, wenn sie einmal ein Tötungsverbot enthält und auf der anderen Seite Gott dann Israel in kriegerischen Auseinandersetzungen beisteht, David den Goliath umlegt und der Prophet Elia die Baalspriester tötet.

Allerdings wird im Neuen Testament nirgendwo dem Töten das Wort geredet. Von Paulus in Römer 13 mal abgesehen, wonach der Obrigkeit das Schwert zur Bestrafung der Bösen von Gott verliehen ist. Marienstatt-DSC_0111-3

Im Neuen Testament geht es um Liebe und Vergebung, auch um Feindesliebe, und da werden an den Christen sehr hohe Anforderungen gestellt. Mancher sagt dann, dass er sich lieber töten lasse, bevor er einen anderen tötet.

Das mag der Betreffende so halten, wenn er einmal in diese Lage kommen sollte. Aber wie ist das mit den anderen, die nicht so gern getötet, sondern gerettet werden wollen?

Werde ich dann schuldig, wenn ich den Tod meines Nächsten billigend in Kauf nehme, obwohl ich die Möglichkeit hätte das zu verhindern, indem ich den Angreifer töte?

Ich glaube schon, dass ich da schuldig werde und zwar ganz erheblich.

Da regt es mich immer ein bisschen auf, wenn der satte Vollkasko-Bedenkensträger bequem und sicher im Fernsehsessel hockt, dabei von dem extrem grausamen Tun der IS-Horden erfährt, um danach beschaulich darüber nachzusinnen, ob es verantwortet werden kann, den schwerstens Bedrängten mit Waffen zur Hilfe zu kommen.

Das ist so, als wenn ein Haus brennt, in dem Menschen eingeschlossen sind, die Feuerwehr aber zögert, weil es ja sein könnte, dass am Haus ein Wasserschaden entsteht oder unnötig Wasser verbraucht wird, das anderweitig besser verwendet wäre. Und während man labert und sabbert  und vielleicht noch einen Arbeitskreis bildet, brennt das Haus völlig ab  –  einschließlich der Eingeschlossenen, womit sich das Problem dann erledigt hat.

Möge uns Gott die rechte Erkenntnis und den Mut zum Handeln geben, wenn es erforderlich wird. Dass wir selbst mal unmittelbar zum harten Handeln aufgefordert sein könnten, kann passieren, wenn man sich weiter so lahm gibt und eine extreme Bedrohung nicht nachhaltig ausschaltet.

JÖRGEN BAUER, Am Jagdschlössle 15 in 89520 Heidenheim, Tel. 07321-739115

Kommentare

3 Antworten

  1. Zuspruch für Herrn Bauer zu seiner Meinungsäußerung!
    Auch ich bin eher dafür, diese IS-Unmenschen „zum Teufel zu jagen“, egal welche Religion sie vertreten, als zuzusehen, wie dort die Stätten frühester Christenheit und die Nachkommen der Urchristen zerstört und getötet werden.

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