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Fischsaurier: Das erste Riesentier der Erde

FOTO: Ein Ichthyosaurier-Fossil, umgeben von Ammonitenschalen – der Nahrungsquelle, die ihn möglicherweise zu einem Riesentier werden ließ. © Georg Oleschinski / Universität Bonn

So wurden Ichthyosaurier zu Riesen der Ozeane

Ein zwei Meter langer Schädel, eine Gesamtkörperlänge von 17 Metern, ein Gewicht von 45 Tonnen, Flossen, die das Meer durchkämmen – was nach einem Pottwal klingt, ist ein Reptil und lebte vor rund 250 Millionen Jahren in den Meeren.

Über dieses erste Riesentier berichtet jetzt ein internationales Forscherteam unter der Federführung der Universitäten Bonn und Mainz sowie der Claremont Colleges und des Natural History Museum of Los Angeles County.

Die Wissenschaftler beschreiben eine neue Art der Ichthyosaurier, auch „Fischsaurier“ genannt – ausgegraben wurde das Skelett mit dem imposanten Schädel im US-amerikanischen Bundesstaat Nevada.

Die Studie belegt nun: Die Fischsaurier entwickelten sich innerhalb von drei Millionen Jahren zu ihrer stattlichen Größe, viel schneller, als die Größenevolution der heutigen Wale vonstatten ging.

Während die Dinosaurier das Land beherrschten, dominierten Ichthyosaurier und andere Meeresreptilien die Wellen. Fast während des gesamten Zeitalters der Dinosaurier schwammen sie in den Ozeanen und hatten mit ihren Flossen und hydrodynamischen Körperformen bereits eine große Ähnlichkeit zu den heutigen Fischen und Walen.

Ichthyosaurier stammen von einer bisher unbekannten Gruppe landlebender Reptilien ab und waren selbst luftatmend.

BILD: Nachbildung von Cymbospondylus youngorum auf seiner Pirsch durch die Ozeane  © Illustration: Stephanie Abramowicz / Natural History Museum of Los Angeles County (NHM)

„Seit den ersten Skelettfunden in Deutschland und Südengland vor mehr als 250 Jahren gehörten diese ,Fischsaurier‘ zu den ersten großen fossilen Reptilien, die der Wissenschaft bekannt waren, und sie haben seither die Phantasie der Menschen beflügelt“, sagt der Erstautor Prof. Dr. Martin Sander vom Institut für Paläontologie der Universität Bonn.

Er und seine Kollegen arbeiten seit 30 Jahren regelmäßig in einer Gesteinseinheit namens Fossil Hill Member in den Augusta Mountains in Nevada (USA) – denn das Gebirge verbindet die Gegenwart mit den alten Ozeanen der Trias vor 247,2 bis 237 Millionen Jahren. Auch kamen dort 1998 die ersten Reste des nun beschriebenen neuen Riesentiers zutage, zunächst in Form eines Teils der Wirbelsäule.

„Die Bedeutung des Fundes war lange nicht ersichtlich, da nur einige wenige Wirbel am Rande der Schlucht freigelegt wurden“, erzählt Dr. Sander. „Die Anatomie der Wirbel ließ jedoch vermuten, dass das Vorderende des Tieres noch in den Felsen verborgen sein könnte.“

An einem Septembertag im Jahr 2011 überprüfte das Team diese Vermutung – und fand bei Ausgrabungen den gut erhaltenen Schädel, die Vorderflossen und den Brustbereich. Der zutage gekommene Riese erhielt den Namen Cymbospondylus youngorum, wobei sich der zweite Teil des Namens auf eine örtliche Brauerei bezieht.

Anatomische Beschreibung des Sauriers

Was tun mit dem imposanten Fund aus lange vergangenen Zeiten? Zunächst galt es, das Skelett mit traditionellen paläontologischen Methoden anatomisch zu beschreiben und einzugrenzen, wann das Tier gelebt hatte. Um herauszufinden, wie sich die Fischsaurier zu einer solchen Größe entwickelten, stellten die Forschenden umfangreiche Daten aus der Literatur zusammen und nutzten diese als Grundlage für rechnerische Analysen.

Das Ergebnis: Der neue Fischsaurier lebte in der mittleren Trias und war mit einer Länge von mehr als 17 Metern so groß wie ein Pottwal und damit das größte bisher entdeckte Tier aus dieser Zeit – ob an Land oder im Meer. „Soweit wir wissen, war es sogar das erste riesige Lebewesen, das jemals auf der Erde gelebt hat“, sagt Sander.

Quelle: Universität Mainz

Weiterführende Infos: https://evo.oeko.uni-mainz.de/prof-dr-eva-m-griebeler/

Kommentare

Eine Antwort

  1. Meine erste wissenschaftliche Beobachtung machte ich im Alter von etwa 4 Jahren im Gänsestall. Während meine Mutter die Eier der brütenden Gänse prüfte, sah ich eine Gans über dem Gelege stehen und mit dem Schnabel dazwischen herum stochern. Im Jahr darauf wurde die Urknall-Theorie publiziert und in einem weiteren Jahr erhielt ich die wissenschaftliche Erklärung, daß Gott die Welt und das Leben geschaffen hat. Das kann nur bestritten, aber nicht widerlegt werden. Ein paar Jahrzehnte hielt ich die Evolution für möglich, bis ich einen geistigen Rempler erhielt. Seitdem verfolge ich alle diesbezüglichen Meldungen mit erhöhter Aufmerksamkeit. Plötzlich stand die Gans wieder vor meinen Augen und die Frage dazu, ob die Vögel beim Brüten die Eier wenden. Wer hat ihnen das beigebracht? Henne kontra Ei ist Blendwerk, weil Henne und Hahn gleichzeitig dasein mußten. Und zwar voll ausgebildet mit allen Eigenschaften. Ebenso die Seeschildkröten, wie sie Hoimar von Ditfurth beschrieben hat, dabei aber behauptet: „Der Geist fiel nicht vom Himmel“. Ich sitze hier zwischen Archäopterix aus dem Jura und dem Urelefanten von Junkenhofen aus einer Kiesgrube, der 15 Millionen Jahre alt sein soll und in Augsburg besucht werden kann.

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