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Gambia: Einsatz gegen weibliche „Beschneidung“ staatlich behindert

Bürgerrechtlerinnen, die gegen Genitalverstümmelung eintreten, sind massiven Schikanen ausgesetzt

Im afrikanisch-muslimischen Gambia hatten Sicherheitskräfte am 11. Oktober 2010 die beiden Menschenrechts-verteidigerinnen Dr. Isatou Touray und Amie Bojang-Sissoho festgenommen;  sie wurden ins Zentralgefängnis Mile 2 gebracht, das für seine harten Haftbedingungen und die Mißhandlung von Gefangenen bekannt ist.

Die Frauen wurden später entlassen, doch der Prozeß wird immer noch gegen sie geführt. Auch Anfang 2011 gab es Verhandlungstage. Der Staat versucht, die Menschenrechtlerinnen mit juristischen Schikanen einzuschüchtern.

Die beiden Frauen arbeiten für das “Gambische Komitee gegen traditionelle Praktiken, die die Gesundheit von Frauen und Kindern beeinträchtigen” (GAMCOTRAP).  Die Organisation, die sich gegen weibliche Genitalverstümmelungen  engagiert, sah sich in der Vergangenheit bereits mehrfach Schikanen ausgesetzt. Neun Tage nach ihrer Festnahme wurden die beiden Bürgerrechtlerinnen gegen Zahlung hoher Kautionen freigelassen; das Verfahren gegen sie wird aber fortgesetzt.

Am 5. Dezember 2009 organisierte die erwähnte Organisation eine öffentliche Zeremonie „Die Messer beiseite legen“ in der Stadt Basse. In diesem Rahmen schworen fünf Dutzend ehemalige Beschneiderinnen folgenden Eid vor tausenden von Menschen im Stadion:

„Wir, die Beschneider(innen) von Gambia, die die Dorfverbände aus den Zentral- und Oberfluss-Regionen vertreten und heute im Stadion von Basse anwesend sind, erklären feierlich vor aller Welt und vor Gambia, dass wir die Praxis weiblicher Genitalverstümmelung in unseren Gemeinden aufgegeben haben.

Jahrelang wurden wir durch die Aufklärungsarbeit von GAMCOTRAP über Frauengesundheit und die Erkenntnisse über die Folgen von FGM für die Sexual- und Reproduktionsrechte von Frauen sowie Kinderrechte informiert. Nachdem wir dieses Wissen nun haben, erklären wir öffentlich, dass wir uns nie wieder dem Brauch der Genitalverstümmelung widmen werden. Wir übernehmen hiermit die Verantwortung für den Schutz und die Interessen von Mädchen.“

Frau Dr. Isatou Touray und ihre Organisation kämpfen in ganz Gambia dafür, Genitalverstümmelung zu beenden. Ihr Einsatz begann bereits 1984, doch erst 2007 hörte die erste Dorfgemeindschaft mit dem Wahnwitz des Beschneidens auf und erklärte dies auch öffentlich.

Quelle: Arbeitskreis Menschenrechte AKM: 

Weitere Infos und Aktionen über Menschenrechte in aller Welt:  www.akm-online.info

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