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Zur Situation der Juden in der Ukraine und ihrer Emigration nach Israel

Von Klaus Moshe Pülz   

Eine positive Auswirkung hat der Waffengang Rußlands gegen die Ukraine: Denn rund 100.000 Juden haben die Absicht, im Staat Israel einzuwandern.

Israels Innenministerin Ayelet Schaked freut sich über diesen unerwarteten Zustrom, zumal es sich unter anderem auch um Fachleute handelt, die zum Teil bereits Verwandte in Israel haben.

Auch unsere einstige Mitarbeiterin Raissa Ogorinski, die nach 29 Jahren Tätigkeit in unserer Organisation in Pension gegangen ist, kam einst aus der Ukraine gemeinsam mit ihrem Ehemann Vadim.

Selbst wer in Israel jüdische Verwandte hat, erhält ein Einwanderungsrecht durch  die Jewish Agency (Misrad klitat ha-Alyiah). Viele dieser Neueinwanderer (hebr: olim chadaschim) wurden bereits in Nof Hagalil im Norden des Landes angesiedelt.

Hunderte Hotelzimmer und Apartments stehen laut Stadtverwaltung zur Erleichterung der Integration (hebr.: klitah) bereit. Wer mehrere Kinder in der Familie vorweisen kann, dürfen die Familienväter auch zwischen 18 und 60 Jahren die Ukraine verlassen.

Die Zionistische Weltorganisation hat angekündigt, in ganz Israel rund tausend große und dauerhafte Wohnwagen als Unterkünfte für rund tausend ukrainisch-jüdische Familien aufzustellen. Migranten aus der Ukraine erhalten zudem umgerechnet bis zu knapp 4.200 Euro Starthilfe.

Ich hatte vor vielen Jahren gegenüber dem damaligen Ministerpräsidenten Menachem Begin angeregt, ausgewanderten Israelis wieder ins Land zurückzuholen, indem ihnen der Staat Israel nach mindestens fünf Jahren Auslandsaufenthalt die Privilegien von Neueinwanderern einräumt. Begins Kabinett beschloß demzufolge das Gesetz „toschav choser“, von dem immerhin 5.000 Familien Gebrauch gemacht hatten.

Zu diesen Privilegien (hebr.: zrujot) gehören die Zuweisung einer Wohnung, zollfreie Einfuhr eines Autos und mehrwertsteuerbefreiter Einkauf von Kühlschrank, Herd und weiterer elektrischer Geräte.

Die wohl bekannteste Einwanderin mit ukrainischem Hintergrund ist die Ex-Ministerpräsidentin Golda Meir.

Israel hat langjährige Erfahrungen mit der Aufnahme von Emigranten aus anderen Ländern. Die schwierigste Hürde dabei ist das Erlernen der Landessprache Hebräisch.

Die größte Einwanderungswelle aus den Ostblockstaaten erfolgte in den 90er Jahren in Höhe von zirka einer Million „Olim“. Wir werden die Neuankömmninge aus der Ukraine in der einzigen russischsprachigen Zeitung „ECHO“ sobald als möglich in Israel willkommen heißen.

In ultraorthodoxen Kreisen wird behauptet, daß alle diesen jüdischen Einwanderer aus den Ostblockstaaten gar keine Juden wären, da sie auf die äußerlichen Zeichen ihrer jüdischen Herkunft keinen Wert legen und zudem auch eine tolerantere Einstellung zum messianischen (judenchristlichen) Glauben haben.

Probleme für diese Gestrandeten sind bei der Eingliederung ihre mangelhaften Sprachkenntnisse, selbst wenn sie gut ausgebildete Ärzte, Fachleute in wissenschaftlichen Berufen etc. sind, zumal solche wichtigen Arbeitsplätze bereits von einheimischen Fachpersonal besetzt sind.

So hatten wir in unserer Gemeinschaft in Israel einen Chirurgen aus Rußland, der nur eine Anstellung als Pfleger in einem Krankenhaus erhielt. Der Konkurrenzkampf auf Israels Arbeitsmarkt ist derart groß, daß mein langjähriger Freund Dr. Jossi Rivlin, der in der Schweiz sogar einen Preis für seine Tätigkeit als Chemiker erhalten hatte, schließlich von einer großen amerikanischen Firma engagiert wurde.

Unser Autor, der judenchristliche Publizist Klaus M. Pülz, wirkt als Schriftsteller und Prediger in Deutschland und Israel; er leitet den Verein “Zelem” (www.zelem.de) und bringt seit Jahrzehnten den “Bote Neues Israel” heraus. 

 

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