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Wo bleibt die Solidarität des Bischofs?

Von Dr. Axel Bernd Kunze

„Du bist von Gott gewollt und geliebt“, erklärt Bischof Wilmer auf einem glamourösen Podium in der Landeshauptstadt. Und bekennt, er wolle sich an die Seite derer stellen, „denen es nicht gut geht.“

Ich hör die Worte wohl, allein mir fehlt der Glaube – in einer Zeit, da ein tiefer Riss durch unser Land geht, da eine Politik, die Maß und Mitte, Anstand und Rationalität verloren hat, die Polarisierung der Gesellschaft in ungeahntem Ausmaß vorantreibt, da eine bestimmte Gruppe zu Sündenböcken gestempelt und ihrer Teilhaberechte beraubt wird.

Wo steht der Bischof angesichts einer solchen politischen Entwicklung?

Wo hört man ein geistliches Wort der Orientierung aus Bischofsmund zu den gravierenden Wertkonflikten dieser Tage?

Unter der gegenwärtigen Coronapolitik leiden auch viele Gemeindemitglieder, ganz konkret. Die Debatte darüber spaltet Gemeinden, wie mir ein Priester vor kurzem sagte. Er befürchtet, dass viele, vom moralischen Versagen der Kirche enttäuscht, nicht mehr zum Gottesdienst zurückkehren werden.

Steht der Bischof auch an der Seite seiner geistlich besorgten Priester?

Quelle: https://bildung-und-ethik.com/2021/12/06/schlaglicht-wo-steht-ein-bischof-in-diesen-tagen/

Kommentare

13 Antworten

  1. Ich verstehe das Problem nicht so ganz. Am Sonntag hatte ich Empfangsdienst in der Kirche, die heilige Messe war sehr gut besucht, alle hatten ihren Impfnachweis dabei. Gestern bei der Rorate-Messe ebenso keine Probleme. Bis auf eine Person waren alle geimpft, diese ungeimpfte Person hatte eine negativen Test dabei. Es brauchen ja auch nicht alle jedesmal ihren Impfpass vorzuzeigen. Diejenigen, die am Sonntag davor im Gottesdienst waren, habe ich einfach so durchgehen lassen. Wir kennen uns doch meistens untereinander. Die Werktagsmessen in den Filialen finde auch seit einigen Monaten wieder statt.
    Aus Erzählungen meiner Eltern weiß ich, dass in früheren Jahren zu Fuß von der Filiale in die Pfarrkirche gegangen wurde, im Winter seien einige Männer vorgegangen und hätten einen Weg im Schnee freigeschaufelt. Wenn ich daran denke, was die Christen in der Verfolgung heutzutage auf sich nehmen, um ihren Glauben zu leben, die Gemeinschaft mit Gott und untereinander im Gottesdienst zu erfahren, kommt mir unser Problem mit dem Nachweis der Impfung oder der Vorlage eines negativen Testergebnisses irgendwie klein vor.

    1. Guten Tag,
      für eine ältere, gehbehinderte Person, die kein Testzentrum in ihrer Nähe hat und ohne Test noch nicht einmal in einen Bus hereinkommt (wie soll sie sich also testen lassen?!), bedeutet dies genau, daß sie am Sonntag nicht in die hl. Messe kommen kann – oder wie sollte das klappen?!
      Schließlich würde Christus heute nie sagen: „Kommt alle zu mir, die ihr geimpft oder getestet seid….“
      Man muß gewiß nicht soweit gehen wie der sonst so vielgelobte Franz von Assisi, der einen Aussätzigen küßte – heutzutage hat man trotz Maske und 2-m-Abstand schon Angst vor anderen Kirchgänger, obwohl es in den evangelischen und katholischen Gemeinden seit zwei Jahren keinen Corona-Ausbruch durch einen Gottesdienst gab. (Das kam nur in freikirchlichen bzw. charismatischen Gemeinden vor.)
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

      1. Eine ältere, gehbehinderte Person kann bei uns auch ohne Corona nicht an der Sonntagsmesse teilnehmen; unsere Pfarrkirche ist in einem anderen Ort, 4 km entfernt. Ein Bus fährt hauptsächlich zu den Schulzeiten, sonntags überhaupt nicht. Hier nehmen die Angehörigen diese Menschen mit; auch zum Einkaufen, zum Arzt usw. Hier auf den Dörfern gibt es nichts, außer dem Heiko-Auto einmal in der Woche. Vielleicht sind wir auf dem Land etwas flexibler als die Menschen in den Städten? Abgesehen davon, finde ich die Maßnahmen in den Kirchen auch nicht gut. Aber ist der Herr und die Gemeinde nicht diese Mühe wert? Und wie schon geschrieben; die älteren Menschen hier, die vor Corona zum Gottesdienst kamen und auch jetzt weiterhin kommen, hatten alle ihren Impfpass dabei. Zumindest hier ist es so.

      2. Ja an die Alten und an alleinstehende Menschen denkt kaum ein Geistlicher.
        Ich kenne etliche, die nur noch online schauen. Fühlen sich bislang wohl dabei.
        Aber ob das eine Lösung ist, immer geistige Kommunion und geschweige diese Vereinsammung.
        Die Priester sollten nun diese Menschen aufsuchen und eventuell die häusliche Kommunion anbieten.
        Einfach eine Information in die Pfarrblättchen zu Weihnachten und auf der Homepage, dass im Winter dieses Angebot für alte Menschen besteht.

        Wenn die Pfarren schon die Messen kürzen, dann bitteschön zu den Menschen in den Häusern gehen und seelsorgliche Gespräche führen.
        Jetzt ist die Zeit der Gnade. Und 100 Prozent Einsatz der Geistlichkeit wird gefordert.

  2. Auf der Homepage unserer Pfarrgemeinde:

    „Gemeinsam mit Papst Franziskus und unserem Bischof Dr. Felix Genn bitten die Seelsorgerinnen und Seelsorger unserer Pfarrei alle, die noch nicht geimpft sind, in sich zu gehen und sich für eine Impfung zu entscheiden. Hierzu die eindringlichen Worte des Papstes: „Du spielst mit deiner Gesundheit, du spielst mit deinem Leben, aber du spielst auch mit dem Leben anderer.“ Und auch unser Bischof Dr. Felix Genn sagt: „Ich will nicht den Zeigefinger auf die Menschen richten, die sich nicht impfen lassen möchten, obwohl sie es könnten. Aber angesichts der sehr zugespitzten Situation auch in unserem Land möchte ich hier an dieser Stelle doch deutlich sagen: Impfen ist nicht nur eine Privatsache, sondern zugleich ein Akt der Solidarität, gerade mit den Schwächsten in unserer Gesellschaft. Von daher ist meine deutliche Bitte: Lassen Sie sich impfen! Sie schützen so Ihr eigenes Leben und das von anderen.“

    So so, nach Bischof Genn ist also eine medizinische Behandlung keine Privatsache mehr. Mal abgesehen davon, dass eine Impfung niemals einen anderen schützt als sich selbst, wird selbiger Bischof wohl nicht mehr lange brauchen um eine Impfpflicht als gut zu bezeichnen. Es ist ja geradezu beruhigend, dass der Bischof nicht mit dem Zeigefinger auf andere zeigen will. Aber dieser Aussage schenke ich kein Vertrauen. Der Wahlspruch des Bischofs lautet: „Adnuntiamus vobis vitam!“ „Wir verdünden euch das Leben!“
    Richtig müsste es lauten: „Nunc tibi nuntiatum est vaccinated!“

    1. Natürlich richtet Bischof Genn seiner Beteuerung zum Trotz den Finger auf Menschen, die sich nicht impfen lassen (wollen).
      Was soll das verdrehte Gerede?

  3. Die Kirche wurde in der Coronakrise zum Handlanger der Regierung(en).

    Aus Solidarität sich Impfen zu lassen, ist absoluter Quatsch.!!!

    Die Kirche ist doch vom Staat abhängig,der für sie ja die Kirchensteuer eintreibt. Wäre dem nicht so, würde die Kirche eine völlig andere Kirchenpolitik fahren, wie es der tapfere Kardinal Vigano macht.

  4. In der Sache vermute ich, dass die Bischöfe davon ausgehen, dass die gläubigen Kirchgänger beider Konfessionen durchgeimpft sind.
    Nur ein ganz kleiner Teil von Kirchgängern wird wohl nicht geimpft sein.
    Wenn ich so höre, sind tatsächlich zu 90 % Geimpfte in den Kirchenräumen.

    Warum sollten sich die Bischöfe dazu äussern, ob die Nichtgeimpften gesellschaftlich ausgestoßen werden? Jeder kann zur Impfung gehen, und dass wird ja eher beworben.

    Gut finde ich, dass in den allermeisten Gemeinden alle die Kirchenräume betreten können und es zu Weihnachten möglich ist, dass keiner ausgeschlossen wird.

    Ein Petruspater, der sich in Predigten kritisch äusserte, wurde ziemlich schnell nach B ekanntwerden der Kritik auch von seinem Oberen versetzt.

    In Moment sollte sich die Kirche aus dieser Angelegenheit raushalten. Die haben schon selbst viel zu viel Schaden in der Krise angerichtet.
    Durch die mitgemachten Massnahmen wurden die Sakramente derart vernachlässigt, sodass die Priester da erstmal wieder anfangen müssen.

    Firmspendungen , Krankenkommunion, Erstkommunion , Beichte, Taufe, liturgisches Gebet und Messen u.v. m muss aufgebaut werden.
    Bislang gibt es in meiner Gemeinde nur noch eine Alltagsmesse und eine Sonntagsmesse. Für eine 2000 Personen-Gemeinde doch sehr wenig.

    1. Guten Tag,
      Sie fragen: „Warum sollten sich die Bischöfe dazu äussern, ob die Nichtgeimpften gesellschaftlich ausgestoßen werden?“
      Und ob sie das sollten!
      Sonst sind nicht wenige dieser Herren doch sooo engagiert für die modisch gehätschelten „Randgruppen“, „Minderheiten“, „Diskriminierten“ (vor allem , wenn es um Migranten oder Homos geht), alles voll im Zeitgeistmodus, aber wenn es nicht dem Mainstream entspricht, hat man plötzlich kein Interesse an den sonst vielbemühten Minderheiten, in diesem Fall die Nichtgeimpften.
      Zudem haben sich mehrere Bischöfe, darunter Kardinal Marx, sogar für die Impfpflicht ausgesprochen (ebenso österreichische Bischöfe!), so daß also auch eine innerkirchliche Anprangerung dieser „Randgruppe“ stattfindet.
      Von daher wäre ein Eintreten für die Bürgerrechte der Nichtgeimpften erstens selbstverständlich und zweitens höchst angesagt, damit diese geistige Gleichschaltung innerhalb der Kirche durchbrochen wird.
      Freundlichen Gruß
      Felizitas Küble

      1. Liebe Frau Küble,
        ich habe die Frage auch zynisch gemeint. Jedoch nicht deutlich so versehen.
        Ich würde es auch für richtig halten, wenn die Bischöfe oder von mir aus sogar die Bischofskonferenz und deren Vorsitzender wenigstens einen Satz der Solidarität zur Nichtgeimpften tätigen würden.
        Das ist in Anbetracht der Nachfolge Christi unbedingt notwendig.

        1. Guten Tag,
          ja, so sehe ich das auch – doch man wäre ja schon froh, wenn sich diese Herren Oberhirten nicht auch noch für die Impfpflicht stark machen – obwohl sich die Glaubenskongregation in Rom im Dez. 2020 dagegen aussprach, was kaum bekannt ist.
          Freundlichen Gruß
          Felizitas Küble

      2. Sehr geehrte Frau Küble, mir wurde da auf ein sehr interessantes Video auf YouTube (etwa 21 min.) aufmerksam gemacht,mit dem Titel „Massenpsychose-Wie eine ganze Bevölkerung geistig krank wird“.

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