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Causa Sievernich: Kann Pius XII. erscheinen und dabei den Rosenkranz beten?

Von Felizitas Küble

Wie bereits in früheren Beiträgen geschildert, unterhält die Erscheinungsstätte zu Sievernich mit ihren  – kirchlich nicht anerkannten  – Phänomenen  eine besondere Beziehung zu verstorbenen Päpsten.

Nachdem „Seherin“ Manuela Strack ihre (leicht)gläubige Schar längst wissen ließ, daß die beiden Pontifikate von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. auf ihre und deren Gebete zurückzuführen sind (diese wundersame Geschehen wurde ihr durch eine „Marienerscheinung“ geoffenbart), hat sich am Dreikönigsfest 2023 dortselbst der hochgelehrte Papst Benedikt aus himmlischen Sphären herabgelassen, um der Fangemeinde eine ebenso kurze wie nichtssagende „Botschaft“ zu übermitteln.

Doch aller guten Dinge sind drei. Auch Papst Pius XII. pflegt ein herausragendes Vertrauensverhältnis zu den Ereignissen in diesem Dorf im Bistum Aachen. Deshalb heißt es auf der Pilger-Homepage (siehe hier: https://maria-die-makellose.de/heilige/piusXII.html):
Piux XII. „gilt nach einer Botschaft an Manuela als Hüter von Sievernich.“

War der Pontifex einst Hüter des Glaubens der ganzen Kirche, so hat er nun im Jenseits erneut eine Hirtenaufgabe erhalten, wie sich dies – aus Sicht der Seherin  – vermutlich für einen Papst auch gehört.

Frau Strack läßt uns überdies wissen: Vom 15. Oktober 2001 bis zum 7. Oktober 2002 war er (Pius XII.) bei jeder Erscheinung der Muttergottes in der Kirche von Sievernich anwesend.

Möglicherweise hat er die Botschaft „Mariens“ auf ihre theologische Richtigkeit überprüft?   –  Das wäre eine abendfüllende Beschäftigung gewesen – selbst für einen versierten  und studierten Theologen und Kirchenrechtler wie Pius XII.

Außerdem wird dort folgendes Geschehnis vom 15.10.2001 berichtet:

„Sie (Maria) segnete uns und verschwand im Licht. Es blieben die Engel knieend vor ihr bzw. vor dem Licht in der Anbetung. Vor dem Altar kniete im Gebet der heilige Charbel. In der hinteren Altarbank in rot gekleidet der heilige Josaphat. In der vorderen Altarbank saß Papst Pius der XII. (Pacelli). In der linken vorderen Kirchenbank knieten Schwester Faustine, Robert Bellarmin, Mirjam von Abellin und Theresia von Avila.
Sie beteten mit uns gemeinsam den Rosenkranz.“

Diese heilige Schar betete also – man höre und staune – „gemeinsam“ mit den erscheinungsbewegten Wallfahrern aus nah und fern den Rosenkranz, darunter Papst Pius XII.

Vielleicht mag Frau Strack unserer theologischen Verwirrung etwas abhelfen, denn wir stellen in aller Unbeholfenheit folgende Fragen:

  1. Die Heiligen und Fast-Heiligen (Pius XII. ist amtlich noch nicht kanonisiert) haben also „gemeinsam“ beim Vaterunser mitgebetet: „Und vergib uns unsere Schuld…und führe uns nicht in Versuchung….sondern erlöse uns von dem Bösen“ – Ob sich dies wirklich für Himmelbürger geziemt?
  2. Besagte Schar aus dem Jenseits hat sodann beim Ave-Maria auch folgendes gesprochen: „Bitte für uns Sünder – jetzt und in der Stunde unseres Todes.“ – Gibt es neuerdings einen zweiten Tod? Oder soll hier indirekt der östlichen Wiederverkörperungslehre das Wort geredet werden?

Sicher wird man der „begnadeten“ Familienmutter zugutehalten wollen, daß sie keine sonderliche theologische Leuchte ist und auch nicht sein muß. Es darf aber wundernehmen, wenn ein halbes Dutzend Heilige ebenfalls nicht weiß, wo oben und wo unten ist….

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

Kommentare

6 Antworten

  1. Für mich ist schon allein die sehr niedrige Qualität der Texte der „Botschaften“ ein Indiz, dass sie nicht von Gott stammen können, sondern dass es sich teils um etwas wirre Ausflüsse einer angelesenen Halbbildung und teils um recht banale eigene – bisweilen sogar noch fehlerhafte – „Erkenntnisse“ oder Ideen handelt, die keinen klaren und organischen Text ergeben.

    Zwar wird einerseits oft gesagt, dass bei sogenannten „Privatoffenbarungen“ auch die natürlichen Anlagen, d.h. die intellektuellen, psychischen und sonstigen Eigenschaften, Fähigkeiten und Begrenzungen des jeweiligen Sehers eine Rolle spielen, aber zugleich würde ich davon ausgehen, dass eine echte übernatürliche Einwirkung diese Grenzen überwinden kann und soll. Wenn wir das herrliche „Magnificat“ der Gottesmutter betrachten, ist es doch sicherlich unter dem Einfluss des Heiligen Geistes entstanden und nicht nur oder vor allem auf die hohe natürlich Begabung Mariens zurückzuführen.

    Ich würde zudem erwarten, dass ein „echter“ Seher Erkenntnisse haben müsste, die er natürlicherweise nicht haben kann. Insofern ist freilich ein Analphabet in einem abgelegenen Teil der Welt, der plötzlich aus Schriften zitiert, die er gar nicht kennen kann, oder von Vorgängen und Ereignissen spricht, von denen er nichts wissen kann, erstaunlicher als jemand, der etwas zusammenbastelt, was eh jeder im Internet lesen kann.

    Ich habe von Sievernich noch keine einzige angebliche „Vorhersage“ gelesen, die zu dem entsprechenden Zeitpunkt nicht jeder, der zumindest flüchtig die Nachrichtenlage verfolgt, ebenso gut oder sogar besser hätte treffen können. Natürlich wäre auch eine zutreffende Vorhersage kein hinreichender Beweis für die Echtheit, denn auch so etwas kann durch gewisse parapsychologische oder sogar dämonische Einwirkungen hervorgerufen werden. Sicherlich haben die meisten Menschen schon Momente erlebt, in denen sie eine Vorahnung hatten, die sich bewahrheitet hat, aber andererseits auch, dass sie sich damit geirrt haben, und so könnte man auch hier sagen: „Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn“. Man müsste auch das dann noch näher untersuchen. Aber so, wie sich die Lage in Sievernich darstellt, lässt sich nichts erkennen, was auch nur übernatürlich aussieht.

  2. Die unsinnigen „Botschaften“ der Manuela Strack!

    So erscheint das Jesuskind in Prager Gestalt auf dem Grundstück Haus Jerusalem am 02.12.2019 nach der heiligen Messe, öffnet den Mantel und kündigt gewichtig drei schwere Jahre (!) an, die am 02.12.2022 ihr unauffälliges Ende fanden:

    Dann sagte der Herr: „Nun zeige ich dir etwas in Meinem Mantel.“ Er kündigte uns drei schwere Jahre an!
    (Anmerkung: Bisher stand an dieser Stelle: ‚Es erfolgte eine persönliche Mitteilung.‘ Die vielen umstehenden Pilger haben während der Erscheinung des Jesuskindes die Worte „also drei Jahre“ vernommen. Diese Worte wurden auch durch eine unabhängige Person als Video- und Audiodatei aufgenommen. Ab Dezember 2019 ist alles sehr schnell eingetroffen. Aufgrund der aktuellen Ereignisse teilen wir heute, am 29.05.2020, mit, dass der Herr uns drei schwere Jahre angekündigt hat. Wir müssen die Menschen darüber informieren, möchten aber nicht, dass sie in Panik geraten.)

    Quelle: https://maria-die-makellose.de/botschaften/Alle%20Botschaften%20von%20Jesus/Alle%20Botschaften%20von%20Jesus.htm

    Es wird immer wieder (leichtgläubige) Personen geben, die sich von Frau Strack und ähnlichen Möchtegernsehern beeindrucken lassen und angesprochen fühlen. Sie brauchen ein Spannungsmoment, das ihrem, so scheint es, ansonsten tristen Glaubensleben über die verbindliche Offenbarung hinaus, zu mehr Inhalt und Klärung verhilft. Da kommt leicht verdauliches, flaches und anspruchsloses Geschwätz – mehr sind die Texte der Frau Strack nicht – gerade recht. Die Gemeinde um Frau Strack hat es ja immer gewusst, dass die wahren Einsichten in Kirche und Welt nur noch den ganz Kleinen privat geoffenbart werden. Und so ist es auch jedem kleinen Geist in dieser Welt gegeben, seine privaten Phantasien im Internet einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und sein Ego zu füttern. Abnehmer werden solche Texte immer finden und wie in dieser Szene bekannt – sollte etwas nicht passen, dann wird es eben passend gemacht.

    Nur sollten sich die Anhänger der Frau Strack die ernsthafte Frage stellen, ob Sie sich wirklich als Zeugen des Glaubens, Diener und bevorzugte Freunde des „Prager Jesuleins“ verstehen, indem sie solche unsinnigen – wie oben stehend – Zahlenspielereien verbreiten und ob sie damit dem wahren Glauben einen Dienst erweisen. Sie, die so gefestigt und selbstsicher in den Nebensächlichkeiten (Privatoffenbarungen) des Glaubens sind, die Gabe der Unterscheidung für sich in Anspruch nehmen, sollten die Außenwirkung im Hinblick darauf nicht unterschätzen, was sie als vermeintlich glaubensstarke Christen (letzte Retter einer ungläubigen Welt) und Katholiken für ein Bild auf wirklich Suchende im Glauben abgeben. Sie machen sich damit zu einer Lachnummer und den wahren Glauben, der einzig auf das Heilsgeschehen und die in sich abgeschlossene Offenbarung baut = lächerlich.

    Weiterhin, wobei es dem Unterstützer- und Verbreiterkreis zum „größten Teil“ bewusst sein sollte, betätigen sie sich öffentlich (!) als katholische (?) Nestbeschmutzer.

    ( „Weil der größte Teil des Klerus verdorben ist und der kleinere Teil Angst hat, wird die Rettung vom Volke ausgehen.“
    Quelle: https://maria-die-makellose.de/botschaften/2022/2022_10_19.html)

    Auch Frau Strack und sonstigen namhaften Befürwortern stünde es deshalb gut zu Gesicht (Garabandalanhänger eingeschlossen), die Texte zuvor kritisch auf geistigen Nutzen zu durchleuchten – wenn dies überhaupt noch möglich ist und so man sich nicht zu sehr in diesen privaten Unsinn verstrickt und bedingungslos ausgeliefert hat!

    Es sollte der Anhängerschaft nicht entgangen sein, so an die vielen Geheimnisse gedacht wird, die in Medjugorje und Garabandal noch schlummern, dass es an diesen Stätten eben nicht nur um das so wichtige Gebet geht. Es sind gerade die überaus spektakulär angekündigten Ereignisse, die die Bitte um Gebet garnieren, mit denen Werbung gemacht und die kritisch betrachtet werden sollten. Wie bekannt, liegt der Teufel oft im Detail.

    Und so fängt es meist ganz harmlos an. Nach der Bitte um Gebet – auch in den Kirchen – in den vielen besorgniserregenden Anliegen dieser Welt, die dem wachsamen gläubigen Auge auch ohne private Hinweise nicht entgehen, reihen sich allerlei seltsame Geschichten. Im besten Fall entspringen diese Geschichten, die als Botschaften unter einem leichtgläubigen Volk verbreitet werden, einer Überdosis der Seherin an Beschäftigung mit Texten aus wenig lichtreichen Quellen. Phantasie, innere Angespanntheit, ein übersteigertes Sendungsbewusstsein, übermäßiger Konsum von Nachrichten, vorschneller Zuspruch unqualifizierter Laien- und von der Amtskirche enttäuschter geistlicher Seite, vollbringen den Rest und ein neues Sternchen wird in der Seherszene auf den Thron gehoben.

    So unterstützt manifestieren sich schlussendlich Gestalten und in Ermangelung anderer Formen, sind es bei Frau Strack bekannte Gestalten des christlichen Lebens, die für ihre privaten Phantasien herhalten müssen und sich nicht dagegen wehren können.

    MfG

  3. Guten Abend, Frau Küble,

    vielen Dank für diesen vielsagenden Beitrag – ich denke, jeder Kommentar erübrigt sich von selbst…

    Was mich aber interessieren würde: Sehen Sie in der Ansammlung der „erschienenen“ Heiligen irgendeine innere Logik? Dass dort in Sievernich angeblich Päpste ein- und ausgehen, war ja fast zu befürchten, aber was „macht“ dort z.B. ausgerechnet der heilige Josaphat? Diese illustre Gesellschaft ist schon etwas bunt gemischt, scheint mir.

    Übrigens will Frau Strack am 13.Juni 2021 sogar Melchisedek geschaut haben:
    https://maria-die-makellose.de/botschaften/2021/2021_06_13.html

    Ich bin sehr gespannt, wer sich in Sievernich noch sehen lassen wird…

    Beste Grüße und Gottes Segen!

  4. Ich glaube, wir erweisen der Causa Sivernich eine viel zu hohe Ehre, wenn wir sie hier kommentieren. Geht dieser Zirkus nicht auf Kosten unserer hochverdienten Päpste? Eduard Werner

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